Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Agrarmärkte Hessen aktuell

Analyse KW 18: Kartoffeln, Getreide und Ölsaaten, Eiermarkt, Qualitätsferkel, Kälber

Kartoffeln

Aufgrund der kleineren Ernte in 2023 und der physiologischen Alterung stehen weniger Restmengen zur Verfügung. Premiumqualitäten sind gesucht und erzielen Aufgelder von 2-3 EUR/dt. Dagegen bleiben die Preise für Standardqualitäten stabil. Vereinzelt verarbeiten Schälbetriebe mittlerweile auch schwache Partien in Futterqualität. Während das Angebot weiter rückläufig ist, kann sich die Nachfrage leicht beleben. Im LEH überwiegen importierte Frühkartoffeln, allerdings mit deutlichem Preisabstand. Mit den steigenden Außentemperaturen kommt die Pflanzenentwicklung spürbar in die Gänge und Pflanzungen kommen voran. Vor Mitte Juni wird kaum mit ersten Frühkartoffeln aus Hessen gerechnet.

Kartoffelpreise, Marktregion Hessen, in EUR/dt netto, frei Erfasser

Waschfähig, vor Abzug Sortierkosten
Min.Max.Ø
Erzeugerpreis, festkochende Sorte454947,75
Erzeugerpreis, vorwiegend festkochende Sorte454746,25
Erzeugerpreis, mehligkochende Sorte454545,00

 

Getreide und Ölsaaten

Nach den Kursbefestigungen in der vergangenen Woche, kam es zuletzt wieder zu spürbar abbröckelnden Tendenzen an der Euronext. In der Folge geraten die Erzeugerpreise für Brot und Futtergetreide unter Druck. Zur Vorwoche können sich die Preise nur knapp behaupten bzw. werden teilweise auch zurück genommen. Unterdessen können sich auf hinteren Terminen die Preise für Getreide – sowie Rapssaaten – um bis zu 30 EUR/t über den aktuellen Notierungen weiter befestigen. In der Folge dürfte alterntiges Getreide aus 2023 bei entsprechenden Kapazitäten überlagert werden. Dagegen werden aktuell kaum nennenswerte Mengen gehandelt. Kaufinteresse besteht lediglich an einzelnen Fuhren. Vorkontrakte sind zunehmend gefragt, dennoch wurde bislang im Vergleich zum Vorjahr relativ wenig in die Bücher genommen. In dieser Woche stehen dringende Feldarbeiten im Vordergrund.

Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen198210202205215209
Brotweizen168180171180183181
Brotroggen140150143140150147
Qualitätshafer270280275280290286
Raps400420411410430417

 

Eiermarkt

Am Eiermarkt kann das Angebot die Nachfrage des LEH und der Verarbeiter gut bedienen. Dem Vernehmen nach ordert die Verarbeitungsindustrie wieder größere Mengen. Das Angebot ist in Hessen leicht rückläufig, da Stallabteile durch Mauser geräumt werden. Eier aller Haltungsformen sind am Markt aber verfügbar. Die Preise bewegen sich etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Die Talsohle scheint erreicht. Marktteilnehmer erwarten in der laufenden Berichtswoche eine ausgeglichene Marktsituation.

Preise für Eier in Cent/Stück

Gewichtsklasse MErzeugerpackstelleDirektvermarktung
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Bodenhaltung14,3526,0020,6016,2035,0025,92
Freilandhaltung21,0034,0026,0228,0037,0032,38
Bioware21,0037,0030,3631,0040,0037,00

 

Qualitätsferkel

Am Schweinemarkt ist das Angebot überschaubar und nicht allzu drängend. Dementsprechend wird die Marktsituation derzeit als ausgeglichen bezeichnet. Allerdings bleibt die Nachfrage nach Grillfleisch aufgrund der Witterungsbedingungen noch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dies könnte sich mit den steigenden Temperaturen und dem Feiertag in dieser Woche ändern. Am Ferkelmarkt werden die Verhältnisse als stabil beschrieben. Spielraum für Preisanpassungen nach oben besteht zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht.

Preise für Ferkel in EUR/Tier

Anzahl6.459
Preisbasis28 kg
Min.Max.Ø
Preisspanne82,7298,7893,54
Zuschlag 28 – 30 kg1,001,50
Zuschlag > 30 kg0,501,00

 

Kälber

Am Kälbermarkt besteht zunehmend größerer Preisspielraum nach oben. Dies ist auf eine steigende Einstallbereitschaft der Mäster zurückzuführen. Typischerweise wird das saisonale Preishoch erst im Juni erreicht. Holsteinkälber können inzwischen wieder bessere Erlöse erzielen. Die Preise liegen aber immer noch ca. 25 Euro unter Vorjahreslinie. Die Notierungen können sich auf schwächerer Basis gut behaupten. Kräftige Kälber mit guten Masteigenschaften lassen sich problemlos vermarkten. Auch der Absatz von typbetonten Rassen wie Mastkreuzungen und Fleckvieh läuft auf gutem Niveau.

Preise für Kälber in EUR/Tier

BullenkälberKuhkälber
Über 28 Tage ab 65 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Holstein1513592
Mastkreuzungen90235215129150139
Über 28 Tage ab 85 – 120 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Fleckvieh300350325

Quelle: LLH, Stand 02.05.2024


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