Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Agrarmärkte Hessen aktuell

Analyse KW 21: Kartoffeln, Getreide und Ölsaaten, Eiermarkt, Qualitätsferkel, Kälber, Düngemittel

Kartoffeln

Alterntige Kartoffelbestände gehen allmählich zur Neige. Immer noch finden Kartoffeln aus der Ernte 2023 stetige Nachfrage. Die Restmengen nehmen jetzt deutlich ab, die Absortierung nimmt zu. Teilweise werden sehr feste Preise für mängelfreie Lagerpartien gezahlt. In vielen Geschäften werden noch alterntige Knollen angeboten. Bis auf wenige Preiskorrekturen setzt sich das Niveau der Kurse fort. Erste Frühkartoffeln aus der Wetterau werden in drei Wochen erwartet. Für eine Vermarktung über den Großhandel fehlen dann noch die größeren Mengen und die geforderte Schalenfestigkeit.

Kartoffelpreise, Marktregion Hessen, in EUR/dt netto, frei Erfasser

Waschfähig, vor Abzug Sortierkosten
Min.Max.Ø
Erzeugerpreis, festkochende Sorte455148,25
Erzeugerpreis, vorwiegend festkochende Sorte454946,75
Erzeugerpreis, mehligkochende Sorte454545,00

 

Getreide und Ölsaaten

Belebende Impulse werden durch die Wetterkapriolen weltweit und den damit gesenkten Ernteerwartungen erwartet. Bis zum Anschluss an die neue Ernte wird mit geringen Umsätzen gerechnet. Erzeuger und Handel haben unterschiedliche Preisvorstellungen. Immerhin konnte sich die Nachfrage nach Futtergetreide beleben und leichte Preisbefestigungen lassen sich durchsetzen. Zur Vorwoche kann sich auch Raps weiter befestigen. Bis auf wenige Restpartien ist alterntiger Raps nicht mehr greifbar. Raps ex Ernte 2024 wird besprochen, ohne dass größere Umsätze zustande kommen.

Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen220235227233242237
Brotweizen185205194200215208
Brotroggen140150145150160153
Qualitätshafer270275272280290285
Raps420440433425450440

 

Eiermarkt

Einige Betriebe haben Stallabteile schon geräumt, bei einzelnen Betrieben steht die Räumung von Stallabteilen noch an. Neu aufgestallte Herden beginnen erst langsam mit der Legetätigkeit. Ein nicht zu umfangreiches Angebot an Eiern trifft auf eine rege Nachfrage. Die Industrie deckte – vor den Feiertagen – nur den aktuellen Bedarf. Bei der Direktvermarktung blieben die Kurse auf dem Niveau der Vorwochen. Auch für die aktuelle Woche gehen die Marktbeteiligten von einer unveränderten Marktlage aus.

Preise für Eier in Cent/Stück

Gewichtsklasse MErzeugerpackstelleDirektvermarktung
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Bodenhaltung14,3026,0020,5916,2035,0025,92
Freilandhaltung21,0034,0026,0228,0037,0032,38
Bioware21,0037,0030,3631,0040,0037,00

 

Qualitätsferkel

Schlachtschweine werden zügig nachgefragt. Vor allem Grillfähige Teilstücke finden ihre Abnehmer. Der Vereinigungspreis blieb bei 2,20 EUR/kg SG stehen, trotz eines fehlenden Handelstages! Die Einstallbereitschaft ist gegeben. Die Vermarktung von Ferkeln wurde als kontinuierlich beschrieben. Die   Kurse bleiben auf dem erreichten Niveau. Für die aktuelle Woche gehen die Marktbeteiligten von einer stabilen, gleichförmigen Marktlage mit aus.

Preise für Ferkel in EUR/Tier

Anzahl6.394
Preisbasis28 kg
Min.Max.Ø
Preisspanne82,7298,6593,91
Zuschlag 28 – 30 kg1,001,50
Zuschlag > 30 kg0,501,00

 

Kälber

Am Schlachtrindermarkt ist die Nachfrage saisonal bedingt verhalten. Bei sommerlichen Temperaturen bevorzugen die Verbraucher eher Grillwaren, weniger Rindfleisch. Am Nutzkälbermarkt ist das Angebot knapp. Die Preise zeigten sich auch in der 20. Kalenderwoche fest. Kälber- und Bullenmäster stallen derzeit zügig ein, um für das Weihnachtsgeschäft gut gerüstet zu sein. Auch für die laufende Woche sind die Landwirte optimistisch, was die Vermarktung der Nutzkälber angeht, allerdings wird in Hessen nur mit einem moderaten Preisanstieg gerechnet.

Preise für Kälber in EUR/Tier

BullenkälberKuhkälber
Über 28 Tage ab 65 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Holstein20156119
Mastkreuzungen100300209130156146
Über 28 Tage ab 85 – 120 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Fleckvieh230360305

 

Düngemittel

Am Düngermarkt stehen die Preise fortgesetzt unter Druck. Zum vorhergehenden Bericht können sich die Preise daher nur knapp behaupten bzw. teilweise ergeben sich auch Korrekturen nach unten. Insbesondere N-Dünger sind nach schwächeren Vorgaben vom Weltmarkt – Harnstoff tendiert unverändert unter 300 EUR/t – nochmals günstiger. Regional besteht weiterhin noch etwas Bedarf für die Qualitätsdüngung. Mittlerweile hat sich die Warenverfügbarkeit spürbar entspannt, zumal auch die Nachfrage zum Saisonende rückläufig ist. Mit Beginn des neuen Wirtschaftsjahrs werden die Preislisten aktualisiert. Nach Einschätzungen des Handels dürften sich die Preise deutlich unter den aktuellen Notierungen einpendeln. Es könnte sich rechnen mit Vorkäufen zu warten.

Düngerpreise, Marktregion Hessen, in EUR/t ab Handelslager

ab Landlagerfrei Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
KAS310330322290320307
Harnstoff450470461425460443
AHL310340327280315300
DAP670685676638664654
40er Kornkali348370362333355343

Quelle: LLH, Stand 22.05.2024


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