Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Bei der Getreidevermarktung Preise absichern

Die Preise an den Getreide- und Ölsaatenmärkten steigen und steigen. Inzwischen rückt am Rapsmarkt der Euronext die 500 Euro-Marke immer näher. Analysten sprechen bereits von einem strukturellen Bullenmarkt, der in einen Superzyklus übergehen könnte.

Die Getreide- und Ölsaatenpreise, so scheint es, sind aktuell in einem regelrechten Höhenrausch und kennen dabei nur eine Richtung. Zeitweise hat der EU-Weizen in Paris schon die 240 Euro-Marke durchbrochen und notiert damit auf dem höchsten Stand seit Mai 2013. Auch die Raps- und Maiskurse erreichen derzeit immer neue Höchststände.

Impulse kommen vom Weltmarkt

Die Corona-Pandemie ist ein externer Schock, der Auswirkungen auf den globalen Handel hat. In der Folge ist nicht nur die Nahrungsmittelinflation in zahlreichen Ländern drastisch gestiegen, sondern gleichzeitig die Lagerbestände geschrumpft. Um dem Einhalt zu gebieten, stocken Länder wie z.B. China ihre nationalen Sicherheitsreserven am Weltmarkt massiv auf. Zudem verhängen einige Exporteure Ausfuhrbeschränkungen, um die Inlandsversorgung zu sichern. So reagierte Argentinien auf die Entwicklungen jüngst mit einer temporären Aussetzung der Maisexporte. Auf der anderen Seite des Globus führte Russland im Februar eine staatlich administrierte Exportsteuer von umgerechnet 25 Euro/t ein, um den Weizenexport zu bremsen.

Bei der Vermarktung aktiv werden

Die genannte Faktorenkombination heizt die Preisralley weiter an. Hinzu kommt die arktische Kälte in den USA, die auf ca. 30% bis 40% der Fläche Auswinterungsschäden hinterlassen haben könnte. Manche Analysten erwarten bereits einen strukturellen Bullenmarkt, der in einen Superzyklus übergeht. Gemeint ist ein hohes Preisniveau über Jahre hinweg, wie etwa im Zeitraum 2006 bis 2008. Doch darauf sollte man nicht unbedingt wetten, denn bekanntermaßen neigen Terminmärkte zu Übertreibungen. Sofern noch nicht geschehen, sollten die Restpartien der alten Ernte spätestens jetzt vermarktet werden. Für einen B-Weizen können Preise von > 200 Euro/t, für Futtergerste > 180 Euro/t erzielt werden. Die Preise der neuen Ernte liegen aktuell jedoch ca. 30 Euro unter diesem Niveau. Dennoch sollten Sie 25% bis 30% der neuen Ernte bald in den Büchern haben.

Abbildung 1: Preiszyklen am Weizenmarkt
Abbildung 1: Preiszyklen am Weizenmarkt
Abbildung 2: Rapspreise in der Marktregion Hessen in Euro/t
Abbildung 2: Rapspreise in der Marktregion Hessen in Euro/t; Quelle: LLH, Stand 26.02.2021

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