Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Bewegungen an den Getreide- und Ölsaatenmärkten

Seit August haben die Sojakurse einen beispiellosen Sprung nach oben gemacht. An der Leitbörse in Chicago steht ein Plus von 34%. Dies könnte sich bald wieder ändern.

Seit August sind die Sojakurse in Chicago um fast 34% gestiegen. Aussaatverzögerungen in Brasilien und der Rückgang der US-Sojabohnenverarbeitung sind ein wesentlicher Grund dafür. Hinzu kommt die rege Exportnachfrage aus China, die nach dem Corona-Lockdown wieder kräftig anzog. Mit der Preistransmission reagierten darauf auch die Kassapreise für Sojaschrot in Hessen, denn Deutschland bezieht einen erheblichen Anteil seines Sojaschrots aus Brasilien. Sojaschrot RP 44% kostet in Hessen aktuell 403 EUR/t und damit fast 20% mehr als noch im Juli dieses Jahres (340 EUR/t).

Sojaschrotpreise könnten wieder fallen

Mit der Sorge über steigende Corona-Infektionen in den USA und Europa disponieren die Einkäufer wieder zurückhaltender. Dies zeigte sich an den fallenden Preisen für den Liefertermin Januar 2021. Heute am 30.10.2020 sind die Börsenkurse jedoch wieder im grünen Bereich. Sollte die Welt erneut in einen Lock-Down geraten, dürften zunächst die Rohölnotierungen und dann die Sojanotierungen fallen. Wer nicht unbedingt muss, sollte seinen Anschlussbedarf an Eiweißfuttermitteln zu einem späteren Zeitpunkt decken.

Getreidepreise in Aufwärtsbewegung

„Die Flut hebt alle Boote“ besagt ein alter Händlerspruch. Dies lässt sich aktuell auch am hessischen Getreidemarkt beobachten, wo die Preise ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Grund ist u.a. die gestiegene Exportnachfrage am Weltmarkt. „Hamsterkäufe“ im großen Maßstab tätigen momentan v.a. China und Indien. Großbritannien zeigt sich hingegen interessiert an deutschem Brotweizen, da die Mühlen Engpässe durch den BREXIT befürchten. Marktbeobachter berichten zudem von zahlreichen Ausfuhren in Richtung Niederlande. Preistreibende Impulse gingen zuletzt auch von der Trockenheit in Russland und den USA aus. Mit den Niederschlägen in Russland wurden die Risikoprämien zum Teil aber wieder aus den Kursen genommen. Die Folge: fallende Weizenpreise am Terminmarkt. Aktuell ist die Zeit noch günstig, um für Teilmengen über Vorkontrakte einen guten Preis abzusichern.

Preise für Brot- und Braugetreide in der Marktregion Hessen, netto; Stand 30.10.2020
Preise für Brot- und Braugetreide in der Marktregion Hessen, netto; Stand: 30.10.2020

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