Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Bislang kaum Auswirkungen der ASP auf die Getreidemärkte

Der Rapsmarkt konnte sich von dem externen Schock durch Corona wieder erholen. Auch der Weizen setzt seinen Drive an der Matif fort und knackte zuletzt sogar die 200 Euro-Marke. Bislang sind die Auswirkungen der ASP auf den Getreidemarkt gering.

Nach dem beispiellosen Absturz im März konnten sich die Rapspreise wieder deutlich erholen. Börsen-Experten sprechen auch von einer „Bärenfalle“: Bei genauer Betrachtung gab es kaum fundamentale Gründe für eine derartige Preiskorrektur. Seit April haben daher auch die Sojanotierungen am Terminmarkt wieder um +27% zugelegt. Die starke Nachfrage aus China und Aussaatverzögerungen in Brasilien gaben den Bullen an der Börse Futter. Palmöl legte im gleichen Zeitraum aufgrund der schrumpfenden Lagerbestände ebenfalls um 46% zu. Dies gab auch den Rapsnotierungen in Paris Auftrieb: aktuell notiert der Fronttermin bei 391 Euro/t. Allerdings fehlen weitere Argumente für einen Preisanstieg über die 400 Euro-Marke, denn in der laufenden Saison werden die Pflanzenölverbräuche lediglich bei 207 Mio. t gesehen. Jedoch ist die Inlandsversorgung knapp und die Zufuhrmöglichkeiten aus der Ukraine begrenzt. Spätestens zum Jahreswechsel könnten die Rapspreise daher wieder kräftig anziehen. Das Geschäft mit Brot- und Futtergetreide verläuft am Kassamarkt indessen in ruhigen Bahnen. Die Kursgewinne am Terminmarkt sorgen für etwas festere Tendenzen bei prompter Ware. Inzwischen hat der Weizenkontrakt in Paris die 200 Euro-Marke geknackt. Am hessischen Kassamarkt bedeutet dies für B-Weizen Erlösmöglichkeiten von 160 bis 170 Euro/t frei Landlager. Die Käufer sind jedoch nur sporadisch am Markt und verhalten sich aufgrund der ASP abwartend. Die Mühlen sind bis ins Frühjahr hinein gut eindeckt, die Futtermischer leben von der Hand in den Mund. Das Wettergeschehen in Russland und die abnehmenden Lagerbestände beim Futtergetreide stützen am internationalen Markt das Preisniveau. Am hiesigen Markt hat sich der Futtergetreidebedarf bislang nicht verringert, sondern kurzfristig sogar erhöht. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Tierbestände infolge der ASP entwickeln. Aktuell rechnen wir mit einer Seitwärtsbewegung der Getreidepreise.

Abbildung 1: Rapspreis in der Marktregion Hessen, netto ohne MwSt
Abbildung 1: Rapspreis in der Marktregion Hessen, netto ohne MwSt

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