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Düngemittel werden wieder teurer

Nachdem die Düngemittel aufgrund einer schwachen Nachfrage und fallender Gasnotierungen temporär wieder günstiger bewertet wurden, war zuletzt eine erneute Aufwärtsbewegung zu beobachten. Denn das Angebot ist knapp und in vielen Fällen nicht mehr bedarfsdeckend.

Sowohl Hersteller als auch Händler veröffentlichen in vielen Fällen keine Preislisten mehr. Zudem disponieren die Marktbeteiligten äußerst vorsichtig und nehmen keine größeren Mengen ins Lager. Anhaltende Engpässe bei der Gasversorgung könnten zu weiteren Produktionseinschränkungen und damit Kostensteigerungen führen. Allerdings soll die Düngemittelindustrie, wie andere Wirtschaftszweige auch, zum 1. Juli 2022 von der Abschaffung der EEG-Umlage profitieren. Hinzu kommt allerdings, dass der schwache Eurokurs bei Abrechnung in Dollar derzeit zu einer signifikanten Verteuerung der Importe führt.

Infolgedessen haben die Preisnennungen häufig nominellen Charakter und lediglich eine kurze Halbwertszeit. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts haben sich die Stickstoffdünger im Monat Mai 2022 gegenüber dem Vorjahr zuletzt um ca. 110,9 % verteuert. Verglichen mit den Monaten März und April 2022 gaben die Preise allerdings wieder etwas nach, was auch der Düngemittelpreisindex des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) indiziert.

Preise für Düngemittel steigen wieder

Preise von unter 700 EUR/t für KAS sind inzwischen aber wieder passé. Beim letzten Preisspiegel am 01.08.2022 wurde hessenweit für dieses Leitprodukt ein mittleres Preisniveau von 757 EUR/t ermittelt. Harnstoff kostet unterdessen 960 EUR/t und nähert sich damit wieder der 1.000-Marke.

Zu berücksichtigen ist auch, dass zahlreiche Flüsse in Europa aktuell extrem niedrige Pegelstände aufweisen. Dies führt bereits dazu, dass der Oberrhein kaum noch schiffbar ist und die Konkurrenz um den knappen Frachtraum zunimmt. Lieferengpässe und steigende Frachtkosten sind die Folge. Etwa 25 % des Stickstoffbedarfs für Frühjahr 2023 stehen bereits in den Büchern. Kaufinteresse von Seiten der Ackerbauern ist aktuell durchaus zu vernehmen.

Einkaufsstrategie

Bei steigenden Gaspreisen sind die jetzigen Düngemittelpreise eher Käuferpreise. Zu empfehlen wäre daher, zumindest ein Drittel des Frühjahrsbedarfs vorzukaufen und dies über Vorkontrakte beim Raps und dem Getreide abzusichern.

Düngemittelpreise, Hessen, in EUR/t

Produkt Min. Max. ø
Quelle: LLH, Stand 01.08.2022
Kalkammonsalpeter 27% N 730 790 757
Harnstoff, granuliert, geschützt 959 960 959
Ammonnitrat-Harnstoff-Lösung 28% 668 700 680
Ammonsulfatsalpeter 26% N + 13% 767 850 803
Diammonphosphat 18% N + 46% 1120 1500 1250
40er Kornkali 40% K2O + 6% MgO 650 670 657
Kalimagnesia 30 % K2O + 10% MgO 737 750 742