Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Erzeugerpreise für Milch in Aufwärtsbewegung

Mit den besseren finanziellen Verwertungsmöglichkeiten konnten die Milchpreise zuletzt weiter zulegen. Die stabile Nachfrage am Weltmarkt stimmt optimistisch.

 Nachdem die Milchpreise über Monate hinweg in einem Seitwärtskanal gefangen waren und nach dem Jahreswechsel sogar Indexpunkte einbüßten, ist die ersehnte Aufwärtsbewegung am Ende nun doch eingetreten. Seit Februar haben sich die finanziellen Verwertungsmöglichkeiten der Milch spürbar verbessert, was in der Folge auch zu steigenden Erzeugerpreisen führte. Zuletzt hatten einige Molkereien das Juni-Milchgeld abermals um einen Cent nach oben gesetzt. Damit rangiert Friesland-Campina aktuell mit 37,32 Cent/kg am oberen Ende des Preisbands, gefolgt von der DMK-Group, die immerhin 35,73 Cent/kg auszahlt. DMK stand noch zu Jahresbeginn wegen seiner niedrigen Milchpreise in der Kritik. Ohne Not hatte das Unternehmen seinen Milchpreis im Februar gesenkt, obwohl die Preise für Butter und Magermilchpulver bereits nach oben drehten. Nun möchte man offenbar verloren gegangenes Vertrauen bei den Mitgliedern zurückgewinnen. Ein „wettbewerbsfähiger Milchpreis“ sei das bekundete Ziel. Den niedrigsten Milchpreis erhalten die Bauern derzeit bei der Molkerei Hochwald. Hier werden lediglich 34,72 Cent/kg ausgezahlt. Unklar ist weiterhin, welche Folgen die Hochwasserkatastrophe am Standort Erftstadt für das Unternehmen haben wird. Momentan kann die erfasste Rohmilch noch an andere Hochwald-Standorte umverteilt oder an benachbarte Molkereien geliefert werden. Wie eine Pressesprecherin erklärte, gehe man jedoch davon aus, dass die Produktion zeitnah wieder hochgefahren werden könne.

Nachfrage am Weltmarkt stabil

An der Handelsplattform Global-Dairy-Trade in Neuseeland gaben die Exportpreise bei der letzten Auktion wieder nach. Dabei waren die Abschläge bei Laktose am deutlichsten. Auch die Preise für Magermilchpulver wurden überraschend um -5,2 % nach unten korrigiert. Insgesamt zeigt sich die Nachfrage nach Milchprodukten am Weltmarkt aber immer noch stabil. Infolgedessen sind auch die Preise für Butter und Milchpulver in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen. Angesichts der voranschreitenden Impfkampagne und Lockerungen in der Gastronomie sind die Voraussetzungen für eine stabile Preisentwicklung weiterhin gut. Auch die geringen Lagerbestände an Butter und Magermilchpulver stimmen zuversichtlich.

Milchpreise im Vergleich; Quelle: Mitgliederzeitschriften, LWK Rheinland-Pfalz, Stand 22.07.2021
Milchpreise im Vergleich; Quelle: Mitgliederzeitschriften, LWK Rheinland-Pfalz, Stand 22.07.2021

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