Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Exportnachfrage lässt Getreidepreise steigen

„Die Flut hebt alle Boote“ besagt ein Händlerspruch. Dies lässt sich aktuell auch am hessischen Getreidemarkt beobachten, wo die Preise um 5 bis 10 Euro/t zulegten.

Nachdem die Weizenkurse am Terminmarkt über die wichtige Marke von 200 Euro gestiegen sind, tendieren auch die Getreidepreise am hiesigen Kassamarkt deutlich fester. An den Exportmärkten laufen aktuell sehr viele Einkaufsausschreibungen d.h. sog. „Tender“. So hat Algerien am gestrigen Tag mal wieder 600.000 t Weizen eingekauft. Dabei sind wohl auch die französischen Exporteure zum Zuge gekommen. Großbritannien zeigte sich hingegen interessiert an deutschem Brotweizen. Marktbeobachter berichten zudem von einer zunehmenden Futtergetreidenachfrage aus den Niederlanden, da die niederländischen Schweinehalter von der ASP in Deutschland profitieren könnten. In der Ukraine führte die hohe Exportnachfrage und die verzögerte Winterweizenaussaat zuletzt ebenfalls zu höheren Geboten. In der Folge stieg ukrainischer Mahlweizen jüngst auf ein 21-Monats-Hoch von 255 $/t FOB Schwarzes Meer. Hinzu kommt, dass die Trockenheit in Russland und die abnehmenden Lagerbestände beim Futtergetreide das Preisniveau am internationalen Markt heben.

Was bedeutet dies für den hessischen Getreidemarkt? Es war in dieser Woche zu beobachten, dass die Getreidepreise im Schnitt um 5 bis 10 Euro/t zulegen konnten. Qualitätsweizen ging frei Landlager des Erfassers mit etwa 175 Euro/t in die Bücher. Brotweizen erzielte immerhin noch 170 Euro/t und Futterweizen 169 Euro/t. In Abhängigkeit von der Qualität und Menge können am Markt aber noch höhere Preise realisiert werden. Mit den höheren Geboten nimmt die Abgabebereitschaft zu. Allerdings sind die Käufer derweil nur sporadisch am Markt und verhalten sich aufgrund der ASP eher abwartend. Die Mühlen signalisieren bis ins Frühjahr hinein eine gute Deckung, was bei der bestehenden Exportnachfrage jedoch nicht bedeuten muss, dass vorher noch Anschlussbedarf besteht. Günstige Marktphasen wie diese können genutzt werden, um Restpartien zu vermarkten. Behalten Sie die Getreidepreise stets im Blick!

Preise für Futtergetreide in der Marktregion Hessen, netto ohne MwSt; Quelle: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Stand 23.10.2020
Preise für Futtergetreide in der Marktregion Hessen, netto ohne MwSt; Quelle: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Stand 23.10.2020

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