Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Getreide- und Ölsaatenmarkt: Chancen für Vorverkäufe nutzen

Die Preise an den Getreide- und Ölsaatenmärkten erklimmen immer neue Höchststände. Der Zeitpunkt ist günstig, um über das Thema Vorkontrakte nachzudenken.  

An den Getreide- und Ölsaatenmärkten gab es in den vergangenen Wochen nur eine Richtung: nach oben. Momentan spricht einiges dafür, dass die Party noch nicht zu Ende ist. Manch einer reibt sich verwundert die Augen, war doch vor Kurzem noch von schwierigen Bedingungen und wenig Preispotenzial die Rede. Einmal mehr zeigt sich, dass die Märkte einem „Random-Walk“ folgen und damit kaum prognostizierbar sind. Für die Erzeuger ist der Zeitpunkt momentan günstig, um über Vorkontrakte einen guten Preis in der Zukunft abzusichern. An Offerten seitens der Landhändler mangelt es zumindest nicht.

Getreidepreise profitieren vom Export

Während die Schweinehalter u.a. durch Corona einen ruinösen Preisverfall zu beklagen haben, profitiert der Getreidemarkt von der Pandemie. Was sich im kleinen Maßstab an der Ladentheke abspielt, gilt durch die abgeleitete Nachfrage auch im Großen. Die Sorge vor Corona-bedingten Versorgungsengpässen führt aktuell dazu, dass zahlreiche Länder, insbesondere China, wöchentlich mehrere Schiffe buchen, um die Vorräte aufzustocken. Hinzu kommt, dass die rasant steigenden Schweinebestände in China den Rohstoffhunger weiter befördern. Folglich ist die Exportaktivität im laufenden Wirtschaftsjahr beträchtlich gestiegen, was den Getreidepreisen Auftrieb gibt. Für Festpreiskontrakte Ex-Ernte 2021 werden von einigen Landhändlern bereits Weizenkurse von 175 bis 180 Euro/t ab Hof aufgerufen.

Knappheit bei den Pflanzenölen

Auch am Ölsaatenmarkt erklimmen die Kurse immer neue Höchststände. Die Rapssaat notiert in Paris für den Liefermonat Februar aktuell bei 410 Euro/t. Unterstützung kommt dabei von den Sojakursen in Chicago, die von der Trockenheit in Brasilien und den Hamsterkäufen Chinas profitieren. Gleichzeitig führt die schwache Sonnenblumenernte in der Ukraine zu einer Knappheit bei den Pflanzenölen und damit zu besseren Verwertungsmöglichkeiten des Rapsöls. Die Rapspreise für den Lieferzeitraum 10 – 12/2021 bewegen sich etwa auf dem Niveau von 380 bis 385 Euro/t.

Getreidepreise in der Marktregion Hessen, netto; Quelle: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Stand 27.11.2020
Getreidepreise in der Marktregion Hessen, netto; Quelle: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Stand 27.11.2020

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