Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Getreide- und Ölsaatenmarkt: Ein Superzyklus?

Die erneuten Kurssprünge an den Börsen lassen sich kaum noch mit den Fundamentaldaten erklären. Inzwischen deutet in der Tat einiges darauf hin, dass Spekulationen an den Rohstoffmärkten hier eine große Rolle spielen. Dabei wird es Gewinner und Verlierer geben.

Vieles lässt sich an den Märkten momentan nicht mehr mit sachlogischen Argumenten erklären. Der Kursverlauf an den Börsen gleicht inzwischen der Bewegung eines Jo-Jo. Mit den höheren Ertragserwartungen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) schienen die Märkte zunächst wieder in der Realität angekommen zu sein. Doch nun setzen die Getreide- und Ölsaatenpreise nach einer kurzen Verschnaufpause erneut zu einer Aufwärtsbewegung an. Dies lässt sich allenfalls noch beim Raps mit den Fundamentaldaten erklären, denn die EU-Versorgungsbilanz ist in der Tat angespannt.

Rapspreise brechen derzeit alle Rekorde

„Das ist der absolute Wahnsinn“, kommentierte ein Landhändler jüngst die Marktlage beim Raps. 547,50 Euro/t: Wann hat es solche Rapspreise zuletzt gegeben? Wenn man die Zeitreihen betrachtet, zumindest nicht in den letzten 20 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dieses Preisniveau ein Plus von unglaublichen 159 Euro. Und dies innerhalb nur einer Saison! Für die neue Ernte können Landwirte in Hessen aktuell immerhin noch Rapspreise von bis zu 470 Euro/t absichern. Damit hat sich die Wirtschaftlichkeit des Rapsanbaus auf einen Schlag wieder erheblich verbessert. Eine Regel besagt, dass bei Rapspreisen von > 400 Euro/t und einer Preisrelation von > 2 gegenüber dem Weizen ein starkes Anbausignal entsteht. Zwar sind die Weizenkurse in dieser Saison ebenfalls kräftig gestiegen; Die Preisrelation liegt aber schon jetzt bei ca. 2,5.

Die Märkte bleiben volatil

Die Corona-Pandemie ist ein externer Schock, der Auswirkungen auf den globalen Handel hat. Während einige Länder Exportbeschränkungen erlassen, stocken andere ihre Sicherheitsreserven erheblich auf. Damit sind die globalen Lagerbestände deutlich geschrumpft. Doch keinesfalls in dem Maße, dass es solche Kurssprünge rechtfertigen würde. Es muss also noch weitere Gründe für diese Rallye an den Märkten geben. Beobachter machen hierfür die enormen Geldmengen verantwortlich, die von den Notenbanken aktuell in Umlauf gebracht werden. Das viele Geld sucht neue Anlagemöglichkeiten und ist an den Rohstoffmärkten fündig geworden. Bei die-sem Spiel wird es Gewinner und Verlierer geben.

Rapskurs in Euro/t, Euronext Paris, Fronttermin; Quelle: https://www.saatbau.com/erntegut/kurse-preise, Stand 21.04.2021
Abbildung 1: Rapskurs in Euro/t, Euronext Paris, Fronttermin; Quelle: https://www.saatbau.com/erntegut/kurse-preise, Stand 21.04.2021

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