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Marktinformation & Preise

Getreide: Weizen und Gerste aus Deutschland gut nachgefragt

Auf den letzten Metern dieser Saison kommt nochmal Dynamik in den Getreideexport. Der Weizenexport aus Deutschland liegt inzwischen bereits 50% über Vorjahreslinie.

Trotz der Corona-bedingten Störungen in den Lieferketten verzeichnen die deutschen Weizenexporte an den Verladeterminals wieder neue Höchststände. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, beliefen sich die Ausfuhren im Monat März auf insgesamt 1,19 Mio. t. Das sind mengenmäßig betrachtet sogar 10% mehr als im März des Rekordjahres 2015.

426.000 t alleine für den Iran

Betrachtet nach Destinationen, führt der Iran mit 426.000 t das Ranking an. Die Islamische Republik am Persischen Golf ist also inzwischen zum größten Abnehmer von deutschem Weizen avanciert und die Bundesregierung daher gut beraten, sich von den Wirtschaftssanktionen Trumps zu distanzieren. Weitere 231.000 t wurden in die Türkei verschifft, während auf Marokko insgesamt 170.000 t entfielen. Schließlich sind noch der Sudan (138.000 t) und Nigeria (134.000 t) als bedeutsame Abnehmer von deutschem Weizen zu nennen. Insgesamt wurden in dieser Kampagne 2019/20 bislang 4,45 Mio. t verschifft. Das sind 2,24 Mio. t bzw. 50% mehr als im Wirtschaftsjahr 2018/19!

Gerste aus Deutschland gefragt

Auch der Gerstenexport läuft auf einem guten Niveau und liegt mit 1,33 Mio. t sogar über den Ausfuhren von 2016/17. Da bislang immer noch kein phytosanitäres Abkommen mit China auf den Weg gebracht wurde, sind Gerstenexporte ins Reich der Mitte jedoch nicht möglich. Mit Saudi-Arabien steht aber ein weiterer großer Abnehmer von deutscher Gerste bereit, der in dieser Saison bereits 735.000 t (Vj. 132.000) aus Deutschland bezogen hat. Innerhalb der EU sind die Niederlande mit 530.000 t (Vj. 404.000) hingegen größter Abnehmer von Gerste.

Wenig Handel am Markt

Dennoch bleibt das physische Angebot am Kassamarkt limitiert, da nur noch wenige Restmengen der Ernte 2019 auf den Höfen lagern und die Abgabebereitschaft bei dem jetzigen Preisen gering ist. Angesichts der unsicheren Ernteprognosen kommen Abschlüsse für die neue Ernte ebenfalls selten in die Bücher. Idealerweise sollte man vor Beginn der neuen Ernte etwa 25 bis 30 Prozent der Mengen durch Vorverkäufe abgesichert haben.

Abbildung: Weizenexporte aus der EU in Tonnen; Quelle: EU-Kommission, Stand 04.06.2020
Abbildung: Weizenexporte aus der EU in Tonnen; Quelle: EU-Kommission, Stand 04.06.2020

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