Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Getreidemarkt unter dem Einfluss globaler Entwicklungen

Eine rege Exportnachfrage, der Eisenbahnerstreik in Frankreich, eine Jahrhundert-Dürre in Australien und schließlich das Corona-Virus. Wo geht die Reise hin?

Nach den ökonomischen Gesetzmäßigkeiten war zu erwarten, dass die Getreidepreise in dieser Saison wieder fallen. Schließlich stehen dem Weltmarkt ca. 30 Mio. t mehr Weizen zur Verfügung. Doch dann kam alles mal wieder anders als gedacht. Im September begannen die Kurse plötzlich wieder zu steigen. Ende Januar markierte der Weizen in Paris schließlich seinen Höchststand bei 198 Euro/t, womit auch die Weizenpreise in Hessen Gewinne verbuchten.

Rege Exporte mit Sogwirkung

Was war geschehen? Eine Reihe von Faktoren verstärkten sich gegenseitig in ihrer Wirkung, was zu zahlreichen Rückkopplungen führte. Mit dem schwachen Euro und der Exportregulierung Russlands kam der Weizenexport zunächst richtig in Schwung. Dies bewirkte sogar auch in marktfernen Regionen eine Sogwirkung. Der Eisenbahnerstreik in Frankreich führte nun aber dazu, dass der Warenfluss zu den Seehäfen ins Stocken geriet. Damit wurden die Warenströme zumindest teilweise in Richtung Deutschland umgelenkt. Hinzu kamen Einflüsse vom Weltmarkt. Australien verzeichnet die schwerste Dürre seit 100 Jahren und damit die zweite Missernte infolge. Überschüsse stehen da für den Export nicht mehr zur Verfügung.

Corona-Virus verunsichert Märkte

Nach den aktuellen Hochrechnungen ist die Weizenanbaufläche in den USA auf den niedrigsten Stand seit 100 Jahren gefallen. Auch in Europa waren die Aussaatbedingungen alles andere als optimal. Coceral rechnet bereits mit einem Minus von 5,3% auf schwache 137,9 Mio. t für die neue Ernte. Eigentlich bullische Meldungen für den Getreidemarkt, wäre da nicht das Corona-Virus. Die Folgen für die Weltwirtschaft sind derzeit kaum abzuschätzen: Störungen in der Produktion, Handels- und Transportbeschränkungen und eine reduzierte Nachfrage nach Rohstoffen verunsichern die Märkte. Davon bleiben auch die Weizenkurse am Terminmarkt nicht verschont. Vieles wird nun davon abhängen, ob und wie rasch es der Staatengemeinschaft gelingt, diese Krise in den Griff zu bekommen.

Weizenkurs, Euronext Paris in Euro/t, März-Termin
Weizenkurs, Euronext Paris in Euro/t, März-Termin; Quelle: saatbau.com, Stand 27.02.2020

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