Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Getreidepreise auch in Nachernte-Phase stabil

Die Getreideernte 2020 fiel in Deutschland um 3% geringer aus als in 2019. Europaweit fehlen beim Weizen sogar 13% in der Bilanz. Doch der Weltmarkt bleibt gut versorgt. Einige Faktoren führen aktuell dennoch zu steigenden Getreidepreisen.

Für Getreide einschließlich Körnermais wird nach derzeitigem Stand eine Erntemenge von ca. 43 Mio. t erwartet. Damit liegt das Ernteergebnis ungefähr 3% unter Vorjahreslinie und sogar 6% unter dem mehrjährigen Mittel. Grund dafür war aber nicht eine Ertragsdepression infolge der Frühjahrstrockenheit, denn der Hektarertrag lag im Durchschnitt aller Getreidearten ohne Körnermais sogar bei 69,1 dt. Damit wurde der Hektarertrag des Vorjahres sogar um 1,3% übertroffen. Die Einschränkung der Winterweizenfläche um 10% auf 2,76 Mio. ha war wohl am Ende das Zünglein an der Waage, da der Winterweizen zu den ertragsstärksten Kulturen zählt. Verglichen mit Frankreich können die deutschen Landwirte mit diesem Ernteergebnis also durchaus zufrieden sein. In der Grande Nation wurden nach jetzigem Sachstand nur etwa 29,7 Mio. t Weichweizen von den Feldern geholt. Ein Minus von 20% gegenüber dem mehrjährigen Mittel von 36,7 Mio. t. Damit schrumpft die EU-Weizenernte inkl. Durum von 139,5 Mio. t (2019) auf nur noch 121,5 Mio. t (2020). Zwar bleibt der Weltmarkt laut Hochrechnung des IGC mit einer Produktion von 763 Mio. t und Lagerbeständen von 294 Mio. t gut versorgt. Doch dies ist reine Statistik, denn 50% der Vorräte lagern in der Volksrepublik China. Immerhin erzielte die französische Ernte wohl noch ausreichende Qualität, um den Anforderungen der Mühlen gerecht zu werden. Indessen setzt sich das ruhige Bedarfsgeschäft am Getreidemarkt fort. Bei der freundlichen Preistendenz ging zuletzt noch manche Partie in die Bücher. Gegenüber der Vorwoche waren am Kassamarkt Aufschläge von ca. 3 Euro/t zu beobachten. Preisstützend wirken die positiven Vorgaben der Börse, die aktuell von den Wetterkapriolen in den USA und der schwachen französischen Getreideernte getriggert wird. In den nächsten Wochen dürften v.a. Weizenpartien mit hohem Proteingehalt gesucht sein. Die Tendenz wird unter Berücksichtigung der genannten Faktoren als freundlich eigeschätzt.

Getreidepreise in der Marktregion Hessen, netto ohne MwSt; Stand: 04.09.2020
Abb.: Getreidepreise in der Marktregion Hessen, netto ohne MwSt; Stand: 04.09.2020

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen