Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Kursfeuerwerk an den Getreidemärkten

Mit dem Januar-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums sind die Getreidekurse in astronomische Höhen geklettert. Einen Teil ihrer Gewinne mussten sie zuletzt jedoch wieder abgeben. Dies hat auch Auswirkungen auf die Getreidepreise in Hessen.

Die zweite KW 2021 war für die Getreidemärkte eine Woche der Entscheidungen: rauf oder runter? Der wegweisende Statusbericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) beantwortete diese Frage eindeutig mit „rauf!“. Die Analysten hatten die Erträge beim US-Mais zuvor deutlich nach unten korrigiert und damit den Bullen am Markt Futter gegeben.

Kursfeuerwerk an den Börsen

Darauf folgte ein beispielloser Kurssprung, wie man ihn in den vergangenen Jahren selten erleben durfte: Die Maiskurse bewegten sich in Chicago kurzzeitig ins „Limit-Up“, womit der Handel ausgesetzt werden musste. Dies ist an den Börsen nur dann der Fall, wenn der Kurs bereits vor Börseneröffnung um über 5 % steigt. Dies hatte Signalwirkung auf alle übrigen Märkte, also auch die Getreidemärkte in Europa. Die globalen Weizenbestände wurden vom USDA ebenfalls nach unten korrigiert, was den Märkten zusätzlich Auftrieb gab. Der EU-Weizen kletterte in Paris in der Spitze auf über 240 Euro/t und erreichte damit seinen höchsten Stand seit sieben Jahren. In Hessen waren damit für den Brotweizen am Kassamarkt wieder Erlösmöglichkeiten von über 200 Euro/t gegeben. Doch von diesen astronomischen Preisen profitierten nur noch wenige Betriebe, denn ein Großteil der Ernte 2020 wurde bereits vermarktet. Gleichwohl nutzten einige Betriebe die Gunst der Stunde, um Vorkontrakte für die Ernte 2021 abzuschließen. Dann allerdings zu Preisen, die etwa 20 bis 30 Euro unter den derzeitigen Notierungen liegen. Inzwischen sind die Kurse an den Börsen aber wieder gefallen, womit auch die Preise am Kassamarkt spürbar nach unten korrigieren. Marktanalysten hatten in den Tagen zuvor bereits immer wieder darauf hingewiesen, dass der Markt bereits „überkauft“ sei. Der B-Weizen geht in Hessen aktuell nur noch mit ca. 195 Euro/t in die Bücher. Streckengeschäfte ab-Hof erzielen einen Aufschlag von ca. 10 Euro/t. Die Vorzeichen sind indessen wieder freundlicher. Argumente für ein erneutes Kursfeuerwerk sehen wir jedoch nicht.

Weizenkurs der letzten 12 Monate. Ab Oktober klettern die Preise kontinuierlich nach oben und erreichen mit 235 € pro Tonne Mitte Januar 2021 ihren Höchststand.
Weizenkurse, Euronext Paris, März-Termin in Euro/t, Quelle: saatbau.com, Stand 26.01.2021

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