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USDA-Bericht dämpft Erwartungen

In seiner Juni-Prognose korrigierte das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) seine Schätzungen für die globalen Weizen-Lagerbestände zum Ende des WJ 2017/18 überraschend deutlich nach oben.

Zwar wird die Produktion nach den Modellrechnungen mit 740 Mio. t wohl substanziell hinter der Rekordernte des Vorjahres zurückbleiben (Vj. 754 Mio. t). Den Welt-Jahresverbrauch sieht das USDA aufgrund einer gedämpften Futterweizen-Nachfrage nach 740 Mio. t im Vorjahr aber nur noch bei 735 Mio. t, sodass in der Bilanz Überschüsse entstehen. Im kommenden WJ 2017/18 könnten die Lagerbestände somit das sechste Mal in Folge auf einen historischen Höchststand von 261,2 Mio. t steigen.

Jedoch werden weder Russland noch die USA und Australien Rekorderträge erzielen wie in der letzten Kampagne. Das vergleichsweise kühle Frühjahr und die Verzögerungen bei der Bestellung der Sommerungen haben das Produktionspotenzial in Russland offenbar geschmälert. Nach 72,5 Mio. t im Vorjahr wird Russland nach den jetzigen Projektionen nur noch 69 Mio. t Weizen von den Feldern holen. Noch drastischer dürfte die Produktion allerdings in den USA schrumpfen. Dies ist zum einen auf eine reduzierte Aussaatfläche von Winterweizen zugunsten von Soja zurückzuführen. Zum anderen haben Schneestürme und ausgeprägte Trockenheit im US-Weizengürtel der Plains aller Voraussicht nach Schäden an den Beständen hinterlassen. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Crop-Monitorings rechnet das USDA in 2017/18 für die USA nur noch mit einer vergleichsweise schwachen Weizenernte von 49,6 Mio. t. In der Europäischen Union wird die Weizenproduktion (Durum und Weichweizen) nach einer desaströsen französischen Ernte im Vorjahr wohl wieder um 5,5 Mio. t auf 150,75 Mio. t zulegen können. Damit könnte in der EU die drittgrößte Weizenernte seit den Aufzeichnungen eingefahren werden. Jedoch werden die Lagerbestände auf ein Niveau von 10,5 Mio. t fallen, sollte es der EU tatsächlich gelingen, mit 30,5 Mio. t wieder Exportweltmeister zu werden.

Prognose

Nach jetzigem Sachstand deutet nichts darauf hin, dass am Weizenmarkt in 2017/18 Mengendefizite virulent werden. Global betrachtet wird die Versorgungssituation weiterhin komfortabel bleiben. Bei der Auslegung der Zahlen ist jedoch zu berücksichtigen, dass alleine China fast 50% der Weizenvorräte hortet und diese dem Weltmarkt somit nicht zur Verfügung stehen. Soll heißen: Das Preispotenzial bleibt zwar nach oben hin gedeckelt, eine Weizenflut ist am Weltmarkt aber eher nicht zu befürchten.


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