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Marktinformation & Preise

Weizen: Wie groß ist der Preisspielraum nach oben?

Aktuell machen Meldungen über eine Anhebung der Beimischungsquoten von Bioethanol und Pflanzenöl in den USA die Runde.

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in den USA rund 40% der Maisernte in die Bioethanol-Produktion fließt und etwa 25% des Sojaöls in die Herstellung von Biodiesel, sind die aktuellen Kursausschläge am Terminmarkt eine logische Konsequenz. Zumindest was den Handel mit Körnermais- und Soja-Kontrakten betrifft. Im Sog der gestiegenen Preise für Energierohstoffe (Mais, Soja, Ethanol) konnte aber auch der Weizen in Chicago deutlich zulegen und mit den festeren Vorgaben dem europäischen Terminmarkt zu einem kurzen Feuerwerk verhelfen.

An der Matif kletterte der vordere Weizen-Termin mit 175 EUR/t zwischenzeitlich auf seinen höchsten Stand seit August 2016 und notiert somit auf einem 8-Monatshoch. Ursächlich dürften dabei allerdings nicht alleine die geplante Erhöhung der Beimischungsquoten in den USA gewesen sein. Unterstützung kam sicherlich auch aus dem Exportgeschäft. Das günstige Euro-Dollar-Wechselkursverhältnis trägt momentan dazu bei, dass die EU-Exporteure am Weltmarkt häufiger zum Zuge kommen. So konnte sich Frankreich bei Ägyptens letzter Ausschreibung mit einem Preis von 197 USD/t einschließlich Fracht sogar gegenüber Russland durchsetzen und erhielt für 120.000 t den Zuschlag. In der Summe liegen die EU-Exporte mit 15,8 Mio. t jedoch immer noch ca. 1,8 Mio. t unter der Vorjahreslinie von 17,6 Mio. t.

Preisstützend dürfte sich zudem die reduzierte Aussaat von Winterweizen in den USA ausgewirkt haben. Wie aus dem letzten Bericht des USDA hervorgeht, werden die US-Farmer ihre Aussaat mit 13 Mio. ha voraussichtlich auf die zweitkleinste Anbaufläche seit den Aufzeichnungen reduzieren. Ob damit der Angebotsdruck am Weltmarkt tatsächlich nachlässt, ist jedoch mehr als fraglich. Mit geschätzten 18,3 Mio. t wird Argentinien in der laufenden Saison wohl eine rekordverdächtige Ernte einfahren. Auch Russland rechnet aufgrund der geringen Auswinterungsschäden erneut mit einer üppigen Weizenernte von ca. 67,5 Mio. t.

Fazit:

Der Weizenpreis dürfte in nächster Zeit in seinem Aufwärtskanal verbleiben und an der Matif möglicherweise sogar die 180 EUR testen. Die rekordhohen Lagerbestände von 235 Mio. t werden den Preisspielraum nach oben hin aber begrenzen.


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