Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Marktdynamik durch fallende Ölpreise

Zum Handelsstart gaben die Rohölnotierungen am Montag um fast 30% nach. So etwas hatte es zuletzt während des Golfkriegs gegeben. Die Rohstoffmärkte drehten ins Minus.

Zum Wochenstart fielen die Rohölnotierungen am gestrigen Montag fast ins Bodenlose. Am Ende stand ein Minus von 30% auf 36,6 $/Barrel. Einen vergleichbaren Preisverfall hatte es zuletzt im Jahr 1991 während des Golfkriegs gegeben. Marktbeobachter machen die gescheiterten Verhandlungen bei dem sog. OPEC-Plus-Treffen dafür verantwortlich. Saudi-Arabien hatte im Streit mit Russland eine massive Ausweitung der Fördermengen angekündigt. Die angestrebte Mengendisziplin war damit vorerst vom Tisch. In Anbetracht der konjunkturellen Folgen des Corona-Virus ein verheerendes Signal für die Finanz- und Rohstoffmärkte.

Ölsaatenkurse im freien Fall

Mit dem Preisverfall am Rohölmarkt drehten auch die Ölsaaten-Kurse ins Minus. Die Sojabohne verlor in Chicago 3% auf 870 ct/bu, während die Rapssaat sogar um 4% auf 368 Euro/t nach unten korrigierte. Es bleibt zu befürchten, dass im Falle einer Rezession der Weltwirtschaft nicht nur die Nachfrage nach Rohöl, sondern auch nach Pflanzenölen einbricht. Das betrifft v.a. Raps-, Soja- und Palmöl. Dies ist u.a. damit zu erklären, dass Biodiesel aufgrund der Substitution durch Rohöl an Wettbewerbsfähigkeit verliert.

Auch Milchprodukte sind betroffen

Gleichzeitig implizieren fallende Rohölkurse Einnahmeverluste für die erdölexportierenden Länder, darunter z.B. Saudi-Arabien oder das Königreich Oman. Traditionell zählen diese Länder neben China zu den größten Abnehmern von EU-Milchprodukten. Weniger Einnahmen aus der Ölförderung bedeuten weniger Geld für den Import von Milchprodukten.

Weizenkurse unter Druck

Auch am Getreidemarkt ziehen derweil dunkle Wolken auf. Bei der Preisbildung am Maismarkt sind in den USA die Verwertungsmöglichkeiten von Ethanol entscheidend. Billiges Rohöl dämpft i.d.R. die Nachfrage nach biogenen Treibstoffen auf Ethanol-Basis, was den Maispreis belastet. Aber auch die Weizenkurse stehen unter dem Einfluss globaler Entwicklungen mächtig unter Druck. Beobachter halten eine Beruhigung der Märkte in nächster Zeit allerdings für möglich.

Rapskurse, Euronext Paris, in Euro/t, Mai-Termin; Quelle: saatbau.com, Stand 11.03.2020
Rapskurse, Euronext Paris, in Euro/t, Mai-Termin; Quelle: saatbau.com, Stand 11.03.2020

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