Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Preiszuschlag für gesetzeskonform kastrierte Ferkel ab Januar 2021

Noch spielen kastrierte Ferkel die Hauptrolle am deutschen Ferkelmarkt. Denn trotz zunehmender Akzeptanz bei den Handelsketten macht die Jungebermast in Deutschland nur ca. 10% an der gesamten Mast männlicher Ferkel aus. Nach Ablauf der Übergangsfrist zur betäubungslosen Ferkelkastration gilt seit dem 01.01.2021 nach dem dt. Tierschutzgesetz:

Für jedes in Deutschland gesetzeskonform kastrierte männliche Ferkel soll nach Angaben der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ein Zuschlag von mindestens 4 Euro gezahlt werden. Mit dieser Regelung soll dem finanziellen Mehraufwand, der bei der Betäubung entsteht, Rechnung getragen werden. Darauf hat sich die VEZG gemeinsam mit den erzeugenden Betrieben geeinigt.

Beim Verkauf in einer Vermarktungspartie mit ausgeglichenem biologischem Geschlechtsverhältnis zwischen Eber- und Sauenferkeln wird damit ein Preiszuschlag von 2 Euro je Tier fällig. Folglich wird in der Praxis nicht jedes einzelne männliche und weibliche Tier ausgezählt, sondern die Summe der Partiegröße mit diesem Mittelwert vergütet. Voraussetzung hierbei ist, dass die Marktbeteiligten dieser Vereinbarung bei der Preisfindung folgen. In Anbetracht der Mehrkosten, die den ferkelerzeugenden Betrieben bei der Kastration entstehen, ist eine Vergütung dieser Zusatzleistung folgerichtig.

Entsprechend der Gesetzesänderung zum 01.01.2021 sind die ersten unter Betäubung kastrierten Ferkel erst im Februar auf den Markt gekommen. Damit dürften etwaige Zuschläge frühestens ab diesem Zeitpunkt auf den Rechnungen sichtbar gewesen sein. Unklar ist indessen noch, ob der Zuschlag flächendeckend und deutschlandweit akzeptiert wird. Stabile Arrangements zwischen sauenhaltenden Betrieben sowie Mastbetrieben und dem Handel setzen allerdings voraus, dass die Kosten und Erlöse in der Wertschöpfungskette gerecht verteilt werden. Hier gilt es nun, Erfahrungen zu sammeln.

In die hessische Ferkelnotierung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) und die Notierung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz fließt der Zuschlag für Mehrkosten der Kastration daher nicht direkt ein. Entsprechendes gilt in weiteren Bundesländern, darunter z.B. in der Marktregion Nord-West und in Baden-Württemberg. In Anlehnung an die Vereinbarung der VEZG sollten die Vertragspartner jedoch zukünftig darauf achten, dass diese Mehrkosten bei der Abrechnung berücksichtigt werden.

 


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