Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Rapsmarkt: 400-Euro-Marke geknackt

Die Rapskurse erklimmen in Paris aktuell Höchststände. Versorgungsdefizite in der EU, Buschfeuer in Australien und gedämpfte Ernteaussichten heizen den Kursen ein.

„Einlagern und abwarten“ lautete unsere Vermarktungsempfehlung in dieser Saison. Dies könnte sich jetzt bezahlt machen. Das knappe Mengenangebot in der EU, gedämpfte Aussichten für die Ernte 2020 und die Buschfeuer in Australien lassen die Rapskurse auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren steigen. In Paris notiert der Fronttermin zum jetzigen Zeitpunkt (10.01.20, 15:45 Uhr) bereits bei unglaublichen 420,50 Euro/t. Damit rückt der Höchststand aus 2017 (428 Euro/t) in greifbare Nähe.

Versorgungsengpässe deuten sich an

Nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Europäischen Union wird die Rapsversorgung immer knapper. Konnten Fehlmengen in der ersten Wirtschaftsjahreshälfte noch durch Importe aus der Ukraine kompensiert werden, drohen mit dem Jahreswechsel Versorgungsengpässe. Laut der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft umfassen die Lagerbestände in der Ukraine nur noch schätzungsweise 150.000 t. Unklar sei, welche Teilmenge davon überhaupt noch für den Export zur Verfügung steht. In der laufenden Saison wurden bislang ca. 3,5 Mio. t Raps in die EU importiert. Das sind mengenmäßig 67% mehr als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr (ca. 2 Mio. t). Bis zum Ende der Saison werden aber ca. 5,5 Mio. t Importraps benötigt, um die defizitäre Versorgungsbilanz wieder auszugleichen. Typischerweise drängen in der zweiten Saisonhälfte größere Mengen aus Australien auf den Markt. Doch in Down Under sind wegen der Dürre und Buschfeuer aktuell kaum nennenswerte Mengen zu mobilisieren. Hinzu kommt, dass die Chinesen mit den Europäern um den verbliebenen Rohstoff konkurrieren und dabei wegen der Frachtkosten womöglich bessere Karten haben.

Erzeugerpreise setzen ihren Drive fort

Ein Ende der Preishausse ist im laufenden Monat daher nicht in Sicht. Allerdings liegen die Erzeugerpreise in Hessen noch deutlich unter Matif. 390 bis 400 Euro/t können Sie mit etwas Verhandlungsgeschick aber schon erlösen. Die Aussichten auf weitere Preissteigerungen sind zum jetzigen Zeitpunkt gut.

Abbildung: Rapspreis in Hessen, Einkaufspreis des Landhandels in EUR/t frei Erfasser

Abbildung: Rapspreis in Hessen, Einkaufspreis des Landhandels in EUR/t frei Erfasser; Quelle: LLH, Stand 10.01.2020


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