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Marktinformation & Preise

Rückläufige Futtermittelpreise im August

Erstmals in diesem Jahr wurden die Futtermittelpreise zuletzt etwas gesenkt. Grund ist das größere Mengenangebot während der Ernte. Doch die Produkte könnten bald wieder teurer werden.

Mit den steigenden Raps- und Getreidepreisen verteuert sich aktuell erneut die Rohstoffbasis der Futtermischer. Dies könnte im Ergebnis auch zu steigenden Futtermittelpreisen führen. Die verzögerte Anlieferung aufgrund der Niederschläge und niedrigen HL-Gewichte wirken dem allerdings noch entgegen. Doch die Ausgaben für Futtermittel sind ohnehin schon höher als im mehrjährigen Mittel und belasten den Cash-Flow vieler Veredelungs- und Futterbaubetriebe. Wer im vergangenen Monat zukaufen musste oder einen Kontrakt abgeschlossen hat, profitierte allerdings von rückläufigen Preisen.

Tatsächlich war es das erste Mal in diesem Jahr 2021, dass die Futtermittel günstiger wurden. Erntebedingt gerieten zunächst die Preise für Rapsschrot unter Druck. In zahlreichen Regionen Deutschlands überstieg das Angebot die Nachfrage, was eine Korrektur auf durchschnittlich 352 Euro/t zur Folge hatte. Bei den Sojaschrotpreisen zeigte sich hingegen ein eher heterogenes Bild. 44er-Schrot notierte am 13.08.2021 bei 432 EUR/t und war damit sogar leicht teurer als im Vormonat. Demgegenüber ließen sich höhere Preisforderungen bei GVO-freier Ware offenbar nicht durchsetzen. Gemäß Preismeldung der Landhändler wurde 48er-Schrot Non-GMO nur noch mit 716 EUR/t bewertet. Im Monat Juli waren es immerhin noch 742 EUR/t.

Bei den Mischfutterkomponenten geht es ebenfalls moderat abwärts. Mit den zunächst geringeren Getreidepreisen der neuen Ernte wurden die Mischungen temporär etwas günstiger. Bei den meisten Produkten waren daher Korrekturen von bis zu -10 EUR/t zu beobachten. So hat sich Milchleistungsfutter 20/4 mit 308 EUR/t aufgrund der fallenden Rapsschrotpreise gegenüber Juli um 2% verbilligt. Auch die Forderungen für Schweinemischfutter gingen zurück. Während Mittelmastfutter um ca. 4 % günstiger wurde, mussten die Ferkelerzeuger noch ca. 1,5 % weniger zahlen. Am deutlichsten gaben jedoch die Preise für Rinderfutter nach. Mit 284 EUR/t mussten die Rindermäster 21 EUR/t bzw. 7 % weniger anlegen als im Vormonat.

Die weitere Preisentwicklung ist wegen der Preisfindungsphase am Weltmarkt derzeit noch unklar. Einige Betriebe haben den letzten Preisrückgang genutzt, um Kontrakte abzuschließen. Allerdings überwiegend für den Mischfutterbedarf. Möglicherweise war dies eine gute Entscheidung, denn Ölschrote könnten vorerst etwas günstiger werden.

Diagramm: Futtermittelpreise in Hessen, Stand: 13.08.2021
Quelle: LLH, Stand 13.08.2021

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