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Marktinformation

Getreide: Märkte nach USDA-Bericht im Taumel

Die Mehrzahl der Analysten und Farmer erwartete in dem gestrigen August-Report des USDA eine deutliche Flächenanpassung für die USA. Doch es kam mal wieder anders.

Von einem Paukenschlag war gestern in den Fachmedien die Rede. Bereits im Vorfeld des USDA-Berichts wurde heftig über mögliche Anpassungen bei der Aussaatfläche und den Erträgen von US-Mais spekuliert. Ein Großteil der Analysten, aber auch Farmer, ist davon überzeugt, dass die Washingtoner Beamten die US-Maisfläche angesichts der Wetterkapriolen überschätzt haben. Vor diesem Hintergrund wurde eine deutliche Abwärtskorrektur der Maisfläche erwartet, was den Getreidepreisen Auftrieb gegeben hätte. Doch es kam mal wieder anders. In seinem August-Report korrigierte das USDA die Maisfläche nur um 0,6 Mio. ha nach unten und hob die Ertragserwartung sogar gleichzeitig noch um 0,2 t/ha an. Damit beläuft sich die US-Produktion auf 353,1 Mio.t. Im Vormonat waren es noch 352,4 Mio.t. Die Märkte reagierten geschockt.

Weizenmarkt bleibt gut versorgt

Immerhin schloss der Weizen in Chicago an Tag 1 nach dem Erdrutsch wieder im Plus. Der Grund: Die Kürzungen bei der globalen Weizenproduktion um ca. 3 Mio. t auf 771,46 Mio. t nehmen etwas Druck aus dem Kessel. Dennoch bleibt der Markt fundamental gut versorgt, denn es lagern damit immer noch 285,4 Mio. t Weizen in den Silos dieser Welt. Im Gegensatz zum US-Weizen setzt der EU-Weizen unterdessen seinen Abwärtstrend fort. Mit 166,25 Euro/t markiert der September-Weizen in Paris inzwischen sein Jahres-Kontrakttief. Zum Vergleich: am 17.08.2018 notierte der EU-Weizen seinerzeit noch bei 212 Euro/t. Es stellt sich die Frage nach den Ursachen.

Rekordernte in Frankreich

Eine üppige Weizenernte von 39 Mio. t drängt in der EU gerade aus Frankreich auf den Markt. Die Franzosen müssten davon mind. 10 Mio. t in Drittländer exportieren, um den Angebotsüberhang abzubauen. Ob dies gelingt, ist mehr als fraglich. Bislang kann sich der französische Weizen an den Exportmärkten gegenüber den Schwarzmeer-Herkünften kaum durchsetzen. Dies setzt die Weizenpreise nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland unter Druck.

Graphik Weizenkurs Paris

Abbildung: Weizenkurs in Euro/t, September-Kontrakt, Euronext Paris; Quelle: saatbau.com, Stand 14.08.2019

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