Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Getreide/Ölsaaten: Ernte in Russland als Unsicherheitsfaktor

In Deutschland musste die Ernteprognose nach unten korrigiert werden. Für die weitere Preisentwicklung wird aber entscheidend sein, wie groß die Ernte in Black-Sea ausfällt.

Die Hitzewelle im Juni hat in Deutschland wohl doch Spuren in den Beständen hinterlassen. Wie der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) in seiner neusten Ernteschätzung konstatiert, gilt dies v.a. für die ostdeutschen Bundesländer. Der DRV fordert daher ein klares Bekenntnis für mehr Klimaschutz und bezahlbare Absicherungsinstrumente wie Dürreversicherungen.

Getreidemarkt

Über alle Kulturen hinweg rechnet der DRV nur noch mit einer deutschen Getreideernte von 46,5 Mio. t nach 48,0 Mio. t im Vormonat. Dies wäre im Ergebnis immerhin noch eine Erzeugung, die 23% über der letzten Ernte (37,9 Mio.) und damit etwa im 5-Jahres-Durchschnitt liegt. In der gesamten EU dürfte die Getreideerzeugung nach Einschätzung der Kommission etwa 311 Mio. t erreichen. Das wäre immerhin noch ein Plus von 7% gegenüber dem Vorjahr (290 Mio. t). Auch am Weltmarkt wird in dieser Saison wieder mehr Getreide erwartet. Der IGC taxiert die Welt-Getreideproduktion 19/20 derweil auf 2,177 Mrd. t, womit etwa 40 Mio. t mehr zur Verfügung stehen als in 18/19. Aufgrund der globalen Verbrauchsdynamik dürfte der Lagerbestand dennoch um 15 Mio. t schrumpfen. Die positiven Druschergebnisse in Nachbarländern wie Frankreich führen am hiesigen Markt momentan zu Preiskorrekturen. Die Vorkontrakte bleiben daher richtig! Für die weitere Preisentwicklung wird v.a. entscheidend sein, wie groß die Ernten in der Schwarzmeerregion am Ende ausfallen.

Rapsmarkt

Aufgrund der Flächenverluste rechnet der DRV in Deutschland nur noch mit 2,97 Mio. t Raps. Das wären gut 19% weniger als im Vorjahr (3,67 Mio.). Die Kurse nähern sich in Paris den Hochs von Mai und Mitte Juni. Das weitere Aufwärtspotenzial ist aber begrenzt, zumal die Versorgung am Sojamarkt komfortabel bleibt. Dennoch: die EU-Versorgung ist knapp. Importware dürfte erst Anfang 2020 auf den Markt gelangen. Bis dahin sind moderate Preisaufschläge möglich. Größere Mengen < 350 Euro/t frei Lager nicht vermarkten!

Abbildung: Entwicklung der Getreidepreise in der Marktgregion Hessen

Abbildung: Entwicklung der Getreidepreise in der Marktgregion Hessen; Quelle: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH)

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