Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Getreidemarkt: Handelskonflikt verunsichert Märkte

Zwischen China und den USA ist bis auf Weiteres keine Lösung im Handelskonflikt in Sicht. Dies verunsichert nicht nur die Finanzmärkte, sondern auch die Rohstoffmärkte.

Donald Trump heizt dem Handelskonflikt mit China weiter ein. Jüngst ließ er verkünden, dass die USA im September weitere Zölle in Höhe von 10% auf chinesische Waren verhängen werden, was einem Gegenwert von etwa 300 Mrd. USD entspricht. Das Reich der Mitte ließ daraufhin seine Muskeln spielen, indem es seine Landeswährung Yuan binnen weniger Tage auf ein Niveau von unter sieben US-Dollar abwertete. Ein Schock für die Märkte. Gleichzeitig forderte die Regierung alle Importeure dazu auf, die Einfuhren von Agrargütern aus den USA einzustellen. Seither befinden sich die Getreidekurse im Sinkflug.

Große Ernten in Frankreich

An der Matif schloss der Fronttermin am gestrigen Mittwoch bei 170 EUR/t und verlor damit binnen einer Woche etwa 7 EUR/t an Wert. Dafür gibt es mehrere Erklärungsansätze. Zum einen trübt sich die Stimmung der Anleger infolge des Handelskonflikts weiter ein. Zum anderen wird Frankreich mit geschätzten 39 Mio. t laut Agritel die zweitgrößte Weizenernte aller Zeiten einfahren. Damit müsste Frankreich im Sinne einer ausgeglichenen Versorgungsbilanz ca. 10 Mio. t Weizen auf dem Weltmarkt unterbringen. Experten bezweifeln, dass dies ohne weiteres möglich sein wird. Schon gar nicht vor Frühjahr 2020, denn die Ukraine sieht inzwischen wieder einer Rekordernte entgegen. Hinzu kommt, dass auch Deutschland im Mittel ordentliche Erträge meldet und der IGC die Weltproduktion mit 763 Mio. t um 30 Mio. t höher schätzt als im Vorjahr.

Kaum Argumente für eine Preishausse

Damit gibt es zum jetzigen Zeitpunkt kaum Argumente für eine Preishausse. Doch abschreiben sollte man diese Saison noch nicht. Der IGC geht nämlich weiterhin davon aus, dass die Lagerbestände aufgrund der Verbrauchsdynamik um 15 Mio. t schrumpfen werden. Sollte sich die Flächenschätzung des USDA für den US-Mais als zu hoch erweisen, wovon Experten ausgehen, halten Analysten daher eine rasche Trendumkehr für möglich. In diesem Fall würde weltweit nämlich deutlich mehr Weizen in den Futtertrog fließen.

Entwicklung der Getreidepreise in der Marktregion Hessen

Entwicklung der Getreidepreise in der Marktregion Hessen; Quelle: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH)

Wichtige Hinweise:

Die Inhalte dieses Artikels stammen aus Informationsquellen, die wir als vertrauenswürdig und zuverlässig erachten. Dessen ungeachtet können wir keine Gewähr oder Verantwortung für die Richtigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Dieser Artikel dient alleine Informationszwecken. Die von uns gemachten Aussagen und getroffenen Einschätzungen stellen unverbindliche Werturteile für einen bestimmten Zeitpunkt dar. Das unternehmerische Risiko beim Einkauf und der Vermarktung tragen Sie selbst.


Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen