Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Getreidemarkt: Jetzt Preise für die nächste Ernte sichern?

Immer wieder stellt sich die Frage nach der richtigen Vermarktungsstrategie. Hier gibt es leider keine eindeutige Antwort. Doch eines ist klar: Setzen Sie nicht alles auf eine Karte!

Studien des Thünen-Instituts belegen, dass die Preis- und Erlösrisiken an den Getreidemärkten im Zeitraum 2007-2018 signifikant zugenommen haben. Ein wichtiger Beitrag zum individuellen Risikomanagement ist daher eine angepasste Vermarktungsstrategie.

Vermarktungsmengen splitten

Eine alte Daumenregel fordert die Vermarktung mehrerer Tranchen zu verschiedenen Zeitpunkten: ein Drittel vor der Ernte, ein Drittel in der Ernte, ein weiteres Drittel nach der Ernte zum Jahresende. Man kann nun darüber streiten, ob es sich hier tatsächlich um eine Strategie handelt. Unstrittig ist jedoch, dass man niemals alles auf eine Karte setzen sollte, denn der Höchstpreis einer Saison bleibt ungewiss. Untersuchungen der Landwirtschaftskammer NRW zeigen, dass dieser Versuch in 90% der Fälle scheitert. Doch jede Saison hat ihre Besonderheiten und es ist nicht immer garantiert, dass man mit einer Drittel- oder Viertelstrategie die besten Ergebnisse erzielt. Wie verhält es sich aber in dieser Saison?

Vorkontrakte für 2020 abschließen?

Der Welt-Getreidemarkt ist nach den größeren Ernten wieder besser versorgt als in 2018. Folglich wurden die Preise nach unten korrigiert: B-Weizen notiert in Hessen aktuell ca. 30 €/t, die Futtergerste sogar 40 €/t unter Vorjahreslinie. Die positive Nachricht: in den letzten zwei Monaten sind die Weizenpreise wieder um ca. 8 €/t gestiegen. Dies ist damit zu erklären, dass der EU-Export auf Hochtouren läuft und weniger Schwarzmeerweizen auf den hiesigen Markt drängt. Wenn man nun aber berücksichtigt, dass auf den Höfen noch größere Restmengen lagern und im Frühjahr eine Verkaufswelle droht, erscheinen die Preisaussichten limitiert. Ein Risikofaktor ist zudem der ASP-Fall unweit der deutsch-polnischen Grenze, denn eine Einschleppung der Seuche könnte hierzulande Marktverwerfungen zur Folge haben. Vor diesem Hintergrund sollten Betriebsleiter im Sinne des Risikomanagements jetzt eine Preissicherung für Teilmengen der neuen Ernte von bis zu 25% in Erwägung ziehen.

Abbildung: Brot- und Braugetreidepreise in Hessen, Einkaufspreis des Landhandels in EUR/t ohne MwSt, frei Erfasser

Abbildung: Brot- und Braugetreidepreise in Hessen, Einkaufspreis des Landhandels in EUR/t ohne MwSt, frei Erfasser


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