Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Getreidemarkt: Preistreibende Impulse vom USDA-Bericht

Mit einer größeren globalen Ernte wurden die Risikoprämien in den Kursen wieder zurückgenommen. Doch jetzt macht eine neue Nachricht die Runde.

Marktanalysten waren sich in den vergangenen Wochen einig: bei den jetzigen Ernteschätzungen dürften es die Bullen in den nächsten Monaten schwer haben, den Preisen Auftrieb zu geben. Doch es kam mal wieder anders. Ausgangspunkt war die Veröffentlichung des aktualisierten Juli-Berichts des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA). Dieser beinhaltete in dieser Ausgabe eine wichtige Teil-Analyse: Im jährlichen Update über die Entwicklung der Anbauflächen (Acreage-Report) in den USA überraschte die geringere Flächenexpansion für Mais und Soja. Während die durchschnittliche Markterwartung für den Mais bei 95,2 Mio. Acres lag, taxierte das USDA die US-Maisfläche lediglich auf 92 Mio. Acres. Auch bei der Sojabohne wurde die Markterwartung von 84,7 Mio. Acres mit 83,8 Mio. Acres (USDA) unterschritten. Ein beachtlicher Teil der erwarteten globalen Megaernte ging bisher rechnerisch auf das Konto der rekordhohen Ernte-Prognosen für Mais und Sojabohnen in den USA. Mit dem Update der Flächenschätzung ist diese Verknüpfungshypothese so aber nicht mehr haltbar, was infolge von Long-Eindeckungen an den Börsen zu steigenden Kursen führte. Zeitweilig notierte der Weizenkurs in Paris wieder auf einem Niveau von 182 Euro/t und konnte damit um fast 5,00 Euro/t zulegen. Noch stärker ging es jedoch an den Börsen in den USA aufwärts. „Die Flut hebt alle Boote“, besagt eine alte Händlerweisheit. In diesem Fall ist es der Mais, der die Weizenkurse mit nach oben zieht. Ob dieser Effekt nachhaltig ist, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Zumal es stets einige Zeit dauert, bis die Preistransmission auch am hessischen Kassamarkt angekommen ist. Immerhin haben wir nun eine neue Story, die den Getreidepreisen während der Ernte Auftrieb geben könnte. Momentan ist der Spread zwischen alter und neuer Ernte noch enttäuschend: Die B-Weizenpreise der neuen Ernte liegen mit ca. 155 Euro/t etwa 15 Euro/t unter dem Niveau der alten Ernte (170 Euro/t).

Abb.: Weizenkurs in EUR/t, Euronext Paris, September-Termin; Quelle: www.saatbau.com, Stand 03.07.2020
Abb.: Weizenkurs in EUR/t, Euronext Paris, September-Termin; Quelle: www.saatbau.com, Stand 03.07.2020

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