Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Getreidemarkt: Preise im Rückwärtsgang

Am europäischen Terminmarkt sind die Weizenkurse in dieser Woche weiter gefallen. Dies überrascht, hatte sich noch zu Jahresbeginn ein Aufwärtstrend etabliert, der u.a. durch die regen Exporte und Anbauflächeneinschränkung in den USA gestützt wurde.

Inzwischen hat der Mai-Kontrakt die wichtige Widerstandslinie von 165 EUR/t durchbrochen und notierte am gestrigen Handelstag mit 163,75 EUR/t auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2016. Dabei ist der Spread zwischen alter und neuer Ernte eher gering: Der September-Kontrakt schloss gestern mit 166,50 EUR/t und verlor damit in diesem Monat fast 8,00 EUR/t an Wert. Dies dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass der Vegetationsstand auf der Nordhalbkugel überwiegend als gut eingestuft wird. Infolgedessen haben Experten ihre Ernteprognosen für Europa und die Schwarzmeerregion bereits nach oben korrigiert. Hinzu kommt, dass für Südamerika und Australien Weizenernten auf Rekordniveau erwartet werden, was die Risikoprämien fallen lässt. Vorteilhafte Witterungsbedingungen in den südlichen Plains der USA verstärken diesen Effekt im Moment.

Die schwachen Vorgaben vom Terminmarkt belasten auch die Preise am Kassamarkt. Am Hamburger Hafen notierte der B-Weizen mit 171 EUR/t (franko cif) bereits 1,50 EUR unter dem Niveau der Vorwoche und sogar 5,50 EUR unter dem Preis der 11. Berichtswoche. Demgegenüber konnten sich die Preise am hessischen Kassamarkt in diesem schwierigen Marktumfeld erstaunlich gut behaupten. Aktuell wird Brotweizen in Hessen für 148,27 EUR/t (franko) gehandelt und somit fast auf dem gleichen Niveau wie zu Monatsbeginn (148,30). Möglicherweise ist dies mit den geringen unkontrahierten Restmengen zu erklären. Auch der vergleichsweise stabile überregionale Handel mit Futtergetreide sichert das Preisniveau offenbar nach unten hin ab.

Prognose:

Aus dem Export ist in Anbetracht der geringen Mengen momentan keine Unterstützung zu erwarten. Nach einer schwachen Ernte im Vorjahr dürfte in der EU im laufenden Wirtschaftsjahr zudem wieder deutlich mehr Getreide geerntet werden. Die Wahrscheinlichkeit von Wetterrisiken ist deutlich niedriger als noch im Herbst. Argumente für substanzielle Preissteigerungen lassen sich momentan keine finden.

 


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