Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Roggenpreise gehen durch die Decke

In Deutschland ist mit 2,7 Mio. t die kleinste Roggenernte seit sechs Jahren zu verzeichnen. Am Markt gehen von den Roggenpreisen bereits Knappheitssignale aus.

Die Anbaufläche an Roggen wurde in Deutschland gegenüber dem Vorjahr 2016 um ca. 6% eingeschränkt. Wird das mehrjährige Mittel 2011 – 2016 als Referenzgröße herangezogen, so ist sogar ein Minus von 17,8% zu verzeichnen. Im Lichte dieses Flächenrückgangs musste die Ernteprognose für 2017 bereits nach unten korrigiert werden. Durch den suboptimalen Witterungsverlauf wurde das Produktionspotenzial im Laufe der Vegetationsperiode zusätzlich eingeschränkt: In weiten Teilen Deutschlands war das Frühjahr deutlich zu trocken. Im Juni führte die Hitzephase bei den Beständen auf leichteren Böden zu einer verkürzten Kornfüllungsphase. Dauerniederschläge vor und während der Ernte bewirkten schließlich Lagerbildung, Auswuchs und eine Beeinträchtigung der Fallzahlen.

Schrumpfende Lagerbestände

Aus dem diesjährigen Erntebericht des BMEL geht hervor, dass die Hektarerträge beim Roggen im Bundesdurchschnitt – aus den genannten Gründen – mit 50 dt/ha gegenüber dem Vorjahr um 9,8% gesunken sind. Für Hessen konstatiert das Statistische Landesamt sogar ein Minus von 15%. Bundesweit steht mit 2,7 Mio. t in 2017 mengenmäßig daher 15% weniger Roggen zur Verfügung als in der letzten Vermarktungsperiode (3,17 Mio. t). Gleichzeitig ist dies die kleinste deutsche Roggenernte seit sechs Jahren. In der EU dürfte die Roggenproduktion mit 7,5 Mio. t hingegen leicht über der schwachen Vorjahresernte liegen (7,25 Mio. t). Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Lagerbestand aufgrund eines Verbrauchs von 7,9 Mio. t auf ein neues Rekordtief von 0,35 Mio. t sinken könnte. Die Versorgungsbilanz ist also sowohl in Deutschland als auch in der EU insgesamt sehr eng.

Roggenpreise legen deutlich zu

Mahlroggen ist auch in Hessen derzeit sehr knapp und wird mit deutlichen Preisaufschlägen gehandelt. Inzwischen notieren die Preise für Brotroggen mit 156 EUR/t sogar 10 EUR/t über den Preisen für Brotweizen (146 EUR/t). Auch überregional besteht großes Kaufinteresse an Brotroggen. Teilweise werden Partien mit geringen Fallzahlen vermahlen. Am Futtergetreidemarkt wird Roggen stark nachgefragt, obwohl das Angebot wegen der kleinen Ernte und dem verstärkten Einsatz in Biogasanlagen gering ist. An der Hamburger Warenbörse liegen die Kaufideen derzeit bei 175,50 EUR/t und somit fast 30 EUR/t über dem Niveau des Vorjahres (146 EUR/t). Tatsächlich erreichte der Roggenpreis damit seinen höchsten Stand seit 2014.

Prognose

Angesichts der schmelzenden Lagerbestände und des Nachfragesogs könnten die Roggenpreise in den kommenden Wochen weiter zulegen. Allerdings sind weitere Preisaufschläge keinesfalls garantiert, da die Handelsströme in Richtung Mühlen und Biogasanlagen zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar sind. Eine Spekulation auf Lagerrenditen ist daher mit gewissen Unsicherheiten behaftet. Attraktive Offerten sollten Sie nutzen, um noch einzelne Partien am Markt unterzubringen.

Grafik Getreidepreise Roggen Hessen

Abb.: Grafik Getreidepreise Roggen Hessen

Quelle: Förster, APH-Hessen, Stand 29.07.2017.

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