Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Rapsmarkt: Importe aus der Ukraine rückläufig

Versorgungsdefizite konnten am Rapsmarkt in dieser Saison bislang durch Importe aus der Ukraine wieder ausgeglichen werden. Doch das könnte sich demnächst ändern.

Jüngst hat die UFOP (Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V.) ihre neue Studie zur Rapsaussaat 2020 veröffentlicht. Gemäß dieser Hochrechnung wird sich die Aussaatfläche von Winterraps zur Ernte 2020 auf ca. 880.500 ha. belaufen. Unter Berücksichtigung der bereits erfolgten Umbrüche verbleiben 873.700 ha, was gegenüber 2019 eine Anbauexpansion von gerade einmal 1,9 % bedeutet. Mit einer großen Rapsernte ist in Deutschland wohl auch in 2020 daher nicht zu rechnen.

Versorgungsengpässe möglich

Aufgrund der internationalen Verflechtung waren die Rapspreise in dieser Saison lange Zeit in einem Seitwärtskanal gefangen, obwohl die schwache Ernte Risikoaufschläge hätte vermuten lassen. Fehlmengen konnten jederzeit durch günstige Importe aus der Ukraine wieder ausgeglichen werden. Alleine 2,1 Mio. t bzw. 80 % der gesamten Raps-Einfuhr (2,6 Mio.) stammte bislang aus dieser Destination. Doch diese Quelle wird nicht endlos sprudeln und es stellt sich die Frage, woher die übrigen Mengen kommen sollen. Bis zum Ende der Saison werden ca. 5,5 Mio. t Importraps benötigt, um die Versorgungsbilanz wieder auszugleichen. In Australien sind jedoch wegen der Dürre in New South Wales kaum nennenswerte Mengen zu mobilisieren. Kanadischer Canola ist hingegen gentechnisch verändert und unterliegt daher strengen Regeln bei der Nutzung.

Ölmühlen loben höhere Prämien aus

Die Ölmühlen sind bis zum Jahresende noch gut versorgt. Aufgrund möglicher Versorgungsengpässe hat sich die Nachfrage der Verarbeiter auf den hinteren Terminen jedoch spürbar belebt. Besonders im Februar und März 2020 dürfte wieder Anschlussbedarf bestehen. Bereits jetzt werden höhere Prämien ausgelobt, womit auch die Erzeugerpreise steigen. Gemäß Preisfeststellung der AMI-Bonn werden für den Raps im Bundesdurchschnitt frei Erfasser derzeit 375 EUR/t gezahlt. Die hessischen Landwirte erlösen mit 372 EUR/t im Schnitt etwas weniger. Mit den steigenden Palmölnotierungen dürfte aber weiterer Spielraum nach oben bestehen.

Die Graphik stellt die hessischen Rapspreise der letzten zwei Jahre dar. Seit Anfang 2019 ist ein kontinuierlicher Anstieg von 340 auf gut 370 Euro pro Tonne zu verzeichnen.

Abb.: Hessische Rapspreise der letzten zwei Jahre


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