Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Schweinemarkt: Aufwärtsbewegung wieder intakt

Die europäischen Schweinenotierungen setzen ihren Drive fort. Im direkten Vergleich führt Dänemark mit 1,95 Euro/kg aktuell die (korrigierte) Preisstatistik an.

Danach folgen Spanien (1,88 Euro), Frankreich (1,88 Euro), Deutschland (1,84 Euro) und die Niederlande (1,80 Euro). Zuletzt verharrten die Notierungen in Deutschland seit August auf einem Niveau von 1,85 Euro/kg im Gleichgewicht. Bei der letzten Markt- und Preiserhebung der Vereinigungen von Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch ergab sich schließlich für den Zeitraum von Donnerstag, dem 14.11.2019 bis Mittwoch, dem 20.11.2019, eine Preisempfehlung von 1,89 Euro/kg. Dies entspricht einem Plus von 4 Cent/kg. Zuvor hatte das große Aufkommen an Schweinen und die zugleich hohen Schlachtgewichte die Preise nach oben gedeckelt. Inzwischen scheint die Nachfrage aber das Angebot zu übersteigen, weshalb die Preisbasis im Einvernehmen mit den Erzeugergemeinschaften angehoben werden konnte.

Zu den tragenden Säulen zählt weiterhin das rege Exportgeschäft mit China. Daran dürfte sich wohl vorerst auch nichts ändern. Nach der jüngsten Vorausschätzung des Weltprognose-Ausschusses werden die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest in China erst in 2020 sichtbar sein. Als Begleiterscheinung könnte die Erzeugung um weitere 25% auf 34,7 Mio. t sinken, während der Importbedarf gleichzeitig um 35% auf 3,5 Mio. t steigt. Damit nimmt auch der Welthandel mit Schweinefleisch richtig an Fahrt auf. Allerdings existieren Unbekannte in der Gleichung. Aktuellen Meldungen zufolge wurden in Polen am vergangenen Donnerstag unweit der deutsch-polnischen Grenze weitere Fälle von ASP in der Wildschweinpopulation nachgewiesen.

Bislang kann niemand vorhersagen, welche Auswirkungen es auf das Exportgeschäft hätte, wenn auch hierzulande Fälle von ASP nachgewiesen würden. Hinzu kommt, dass die Chinesen im nordöstlichen Maisgürtel gerade zahlreiche Megamastbetriebe errichten, die in den kommenden Jahren insgesamt 17 Mio. zusätzliche Schweine einstallen könnten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass damit alleine im Nordosten jährlich fast 120 Mio. Schweine gehalten werden könnten. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme dürfte jedoch einige Jahre in Anspruch nehmen. Bei Inlandspreisen von z.T. über 7,00 Euro/kg besteht derzeit noch eine Preiswürdigkeit für europäisches Schweinefleich.

Infolge der höheren Schweinepreise steigt auch das Kaufinteresse der Mäster an Ferkeln weiter an. Ferkel sind gesucht und lassen sich zügig vermarkten. Ein Blick nach Dänemark und die Niederlande offenbart, dass sich der Markt in einer Aufwärtsbewegung befindet.

 Prognose

Mit der Exportnachfrage und dem anstehenden Weihnachtsgeschäft dürfte die Nachfrage das Angebot weiter übersteigen. Bis zum Jahresende sind Preise von bis zu 2,00 Euro/kg nicht unrealistisch. Angesichts des positiven Marktverlaufs werden auch am Ferkelmarkt steigende Preise erwartet.

 


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