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Marktinformation

Weizenmarkt: Mehr Weizen am Weltmarkt

Am Weizenmarkt spekulieren Mühlen und Futtermischer auf fallende Kurse bis zur neuen Ernte. Das USDA erwartet bis zum Ende der Saison mehr Weizen am Weltmarkt.

Dem Weizenmarkt fehlen hierzulande belebende Impulse. Der Gap zwischen Geld- und Briefkursen ist einfach zu groß. Im Hinblick auf das positive Bestandsgutachten spekulieren Mühlen und Futtermischer auf fallende Preise bis zur neuen Ernte. Mögliche Niederschlagsdefizite in den kommenden Wochen könnten die Fundamentalfaktoren aber noch ändern. In Teilen Europas ist die Wasserbilanz nach der Dürre immer noch angespannt. Wie KS-Agrar berichtet, zeigen sich z.B. in Rumänien mitunter deutliche Trockenschäden.

Exportmotor springt langsam an

Obwohl konträre Einschätzungen über die Restbestände bestehen, werden in dieser Saison eher keine Versorgungsengpässe mehr erwartet. Gleichzeitig ist aber auch ein Angebotsdruck zum Ende der Saison unwahrscheinlich, da die Verladungen in den Seehäfen wieder zunehmen. Bislang belaufen sich die Ausfuhren der EU-28 auf insgesamt 15 Mio. t Weizen, wobei davon alleine 25% in den letzten beiden Monaten exportiert wurden. Gegenüber dem Vorjahr ist das Minus damit auf 4% geschrumpft. Alles deutet also derzeit auf eine Belebung der Nachfrage am Weltmarkt hin, was die festeren Kurse an der Matif erklärt. Immerhin lag der Schlusskurs für den Fronttermin gestern am 09.04 bei 189,50 EUR/t und damit 5,75 EUR/t über dem Kursniveau des Vormonats. Die Vorjahreslinie wird zum jetzigen Zeitpunkt noch um 22,50 EUR/t übertroffen. Damit kann sich der Weizen in Paris vom US-Weizen abkoppeln, der in den letzten Tagen einen Teil seiner Kursgewinne wieder abgeben musste.

Mehr Weizen am Weltmarkt

Hier spielt zum einen die neue Prognose des USDA eine Rolle. Demnach erwarten die Experten zum Ende der Saison noch mehr Weizen am Weltmarkt. Der Lagerbestand könnte gemäß der neuesten Hochrechnung 275,6 Mio. t erreichen. Hinzu kommt, dass das USDA in seinem jüngsten Bestandsgutachten den Anteil der US-Winterweizenbestände im Segment „gut bis sehr gut“ gegenüber der Vorwoche um 4% auf nunmehr 60% hochstufte. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt noch 30%.

Grafik: Produktion, Verbrauch und Lagerbestände am Welt-Weizenmarkt

Produktion, Verbrauch und Lagerbestände am Welt-Weizenmarkt; Quelle: USDA


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