Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Wetter in den USA lässt Getreidepreise erneut steigen

Mit den Wetterkapriolen im mittleren Westen der USA tendieren die Börsen erneut fester. Damit lassen sich auch wieder bessere Preise für die neue Ernte absichern.

 Nachdem die Getreidenotierungen zunächst wieder den Rückwärtsgang eingelegt hatten, kommt jetzt der Turn-Around. Sowohl in Chicago als auch in Paris konnten die Kurse in dieser Handelswoche deutlich zulegen. Die Wetterkapriolen im mittleren Westen der USA sind immer noch intakt. Folglich sind die Unsicherheiten hinsichtlich des Anbaufortschritts und möglicher Ernteverluste groß. Erste Hochrechnungen lassen darauf schließen, dass 6,4 Mio. ha bzw. 13% der Mais-Anbaufläche noch unbestellt sind. Hinzu kommt, dass der Mais nach der späten Aussaat nur sehr langsam aufläuft. Da die USA weltgrößter Maiserzeuger sind, wird dies nicht ohne Folgen auf den Futtergetreidemarkt bleiben. Wird der Mais knapp und damit teurer, dürften die Weizenrationen in den Futtermischungen steigen. Es gibt aber einen weiteren limitierenden Faktor: In den Frühdruschgebieten Kansas, Oklahomas und Texas ist der Weizen bereits seit zwei Wochen abgereift, kann jedoch wegen der Regenfälle nicht eingebracht werden. Qualitätseinbußen hinsichtlich Fallzahl und Proteinwerte werden immer wahrscheinlicher. Unter Berücksichtigung dieser Kalamitäten ist eine schwache Ernte in den USA absehbar. Hingegen bleiben die Witterungsbedingungen für die neue Ernte 2019 in Europa und der Schwarzmeerregion gut.

Vermarktungsempfehlung

Die weitere Marktentwicklung ist momentan kaum kalkulierbar, denn das Ausmaß der Schäden im Corn-Belt der USA wird erst mit der neuen Hochrechnung am 28.06.19 quantifizierbar. Bis dahin stehen die Kurse unter dem Einfluss von Wetterprognosen und charttechnische Indikatoren. Mit den Kursgewinnen an den Börsen könnten auch die Preise für die neue Ernte am Kassamarkt wieder steigen. Bislang lässt die Preistransmission aber noch auf sich warten. In Hessen werden für einen B-Weizen der neuen Ernte frei Erfasser derzeit zwischen 160 und 165 Euro/t geboten. Das ist deutlich weniger als noch zu Jahresbeginn. Dennoch bleiben wir bei unserer Empfehlung, bis zu 1/3 der neuen Ernte über Vorkontrakte abzusichern. Sollten sich die guten Ernteprognosen bestätigen, ist in der kommenden Saison Preisdruck möglich.

Weizenkurs, CBoT, Fronttermin, in US-Cents / short t

Weizenkurs, CBoT, Fronttermin, in US-Cents / short t; Quelle: saatbau.com, Stand 21.06.2019.


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