Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Unternehmensführung

Buchführungsergebnisse WJ 2017/18, konventionell

Gewinnanstieg dank Futterbau, die anderen Betriebsformen im Minus.

Die in der hessischen Regionalstatistik ausgewerteten 483 Haupterwerbsbetriebe erzielten im WJ 2017/18 einen durchschnittlichen Unternehmensgewinn von 68.596 €. Der Vorjahresgewinn von 59.053 € wurde somit um 16,2% übertroffen. Das um Investitionszulagen sowie zeitraumfremde Einflüsse bereinigte „ordentliche Ergebnis“ erhöhte sich um 16,4% von 54.552 € im WJ 2016/17 auf 63.500 € im WJ 2017/18.
Der im WJ 2017/18 erzielte Durchschnittsgewinn von 68.596 € liegt 10.030 € oder 17,1% über dem Zehnjahresdurchschnitt, der für die WJ 2008/09 bis 2017/18 58.566 € beträgt. Gegenüber der Vorwegauswertung (400 Betriebe, 66.276 € Unternehmensgewinn) hat sich der Gewinn noch um rund 2.300 € erhöht.
Eine wichtige Kennzahl für die Leistungsfähigkeit der Betriebe ist die zeitraumechte und bereinigte Eigenkapitalbildung. Mussten die Betriebe in den Wirtschaftsjahren 2014/15 und 2015/16 Eigenkapitalverluste hinnehmen, konnten sie in 2016/17 durchschnittlich 12.311 € und im WJ 2017/18 12.812 € Eigenkapital bilden. Die Ergebnisse der recht erfolgreichen beiden letzten Wirtschaftsjahre wirkten sich nun auch auf die Investitionstätigkeit aus. Nach mehreren Wirtschaftsjahren in Folge mit jährlich sinkenden Investitionen sind diese erstmals wieder angestiegen. Die Bruttoinvestitionen stiegen von 46.572 € auf 61.238 € und die Nettoinvestitionen von 1.742 € auf 13.400 €.
Je ha LF verbesserte sich der Gewinn um 15,0% von 508 € auf 584 €. Die bewirtschaftete Fläche der ausgewerteten Betriebe beträgt 117,54 ha und ist somit 1,40 ha größer als im Vorjahr. Der Viehbesatz hingegen ist mit 122,3 Vieheinheiten je 100 ha LF um 3,2 VE niedriger als im Jahr zuvor. Beim Rindvieh mit 59,7 gegenüber 64,3 und beim Geflügel mit 3,4 zu 4,6 sind die Bestände niedriger, bei den Schweinen mit 58,7 zu 56,1 jeweils in VE je 100 ha LF dagegen höher als im Vorjahr.

Tabelle 1: Gewinn je Unternehmen (€)

Allgemeine AusrichtungWJ 2016/2017WJ 2017/2018Veränderung in %
Ackerbau (125 Betriebe)40.35238.617-4,3
Futterbau (192 Betriebe)54.21391.775+69,3
Veredlung (55 Betriebe)101.67979.374-21,9
Verbund (111 Betriebe)65.45656.923-13,0
Insgesamt (483 Betriebe)59.05368.596+16,2

Erträge deutlich stärker gestiegen als die Aufwendungen

Die betrieblichen Erträge verbesserten sich um 22.601 € von 363.518 € auf 386.119 €. Die betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 13.797 € von 296.273 € auf 310.071 €.

Umsatzerlöse in der Bodenproduktion entwickelten sich unterschiedlich

Der um rund 3 Prozentpunkte höhere Anteil Ackerbaubetriebe in der diesjährigen Auswertung bewirkte einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse aus der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion von 67.361 € aus dem Vorjahr auf 69.114 € im WJ 2017/18. Beim Getreide ist ein Plus von 9,6% ausgewiesen, bei den Kartoffeln beträgt das Plus 6,8% und beim Feldgemüse 12,8%. Ein Minus dagegen steht beim Raps mit 20,4% und bei den Zuckerrüben mit 2,6%.
Die Ernteerträge gingen beim Getreide um 1,5% von 71,1 auf 70,0 dt/ha und beim Raps um 12,5% von 38,5 auf 33,7 dt/ha zurück. Dagegen stiegen sie bei den Kartoffeln um 15,8% von 282,9 auf 327,6 dt/ha und bei den Zuckerrüben um 9,6% von 754,5 auf 826,6 dt/ha an.
Lediglich der Getreidepreis verbesserte sich um 5,4% von 14,20 auf 14,96 €/dt. Der Preisrückgang beim Raps betrug 4,0% von 37,40 auf 35,91 €/dt, bei den Kartoffeln waren es minus 19,8% von 18,56 auf 14,88 €/dt und bei den Zuckerrüben steht ein Minus von 31,3% von 3,77 auf 2,59 €/dt. Der Umsatz aus dem Feldgemüseanbau (einschl. Spargel) stieg von 7.085 € auf 7.993 €. Die Anbaufläche beträgt dabei weniger als 1 ha im Durchschnitt aller Betriebe.

Milch mit deutlichem Plus, Schweine im Minus

Die Umsatzerlöse in der Tierproduktion stiegen um 5,3% oder 11.552 € auf 228.850 € an. Hauptverantwortlich hierfür sind die höheren Einnahmen bei der Milch. Der Umsatzerlös Milch verbesserte sich um 11,2% von 94.538 € auf 105.081 €. Die Milchleistung liegt mit 8.159 kg um 156 kg über dem Vorjahr. Für die verkaufte Milch erhielten die Betriebe einen Mehrerlös von 19,5%. Dies ergibt einen Milchpreis von 36,23 Cent/kg (Vorjahr 30,33 Cent/kg). Aber auch für die Rinder und das Geflügel/Eier weisen die Buchführungsergebnisse ein Umsatzplus aus. Bei den Rindern um 9,3% von 23.112 € auf 25.271 € und beim Geflügel/Eier um 9,6% von 8.362 € auf 9.168 €.
Niedrigere Einnahmen wurden hingegen mit den Schweinen erzielt. Der Umsatzerlös Schweine verringerte sich um 2,3% von 87.802 € auf 85.804 €. Dabei blieben die Verkaufserlöse für die Ferkel u. Läufer mit 58,26 €/St nahezu unverändert (Vorjahr 58,18 €/St). Deutlich rückläufig waren jedoch die Mastschweinepreise und zwar um 9,0% von 157,85 € auf 143,71 € je verkauftes Tier.

Zulagen und Zuschüsse leicht gestiegen

Infolge der angewachsenen Betriebsfläche sind auch die Zulagen und Zuschüsse gegenüber dem Vorjahreswert von 40.068 € auf 41.844 € leicht angestiegen. Auf die EU-Direktzahlungen entfallen dabei 31.383 €, die Agrardieselerstattung beträgt 3.409 €, und als Ausgleichszulage sowie für umweltgerechte Erzeugung wurden 2.468 € bzw. 2.233 € gewährt.

Personal, Tierzukauf, Treibstoffe und Unterhaltungskosten treiben Aufwand in die Höhe

Die Personalkosten stiegen um 18,2% auf 17.161 €. Für die Tierzukäufe sind 9,3% auf 36.437 € höhere Aufwendungen ausgewiesen. Und auch die Treib- und Schmierstoffe verteuerten sich um 9,1% auf 16.338 €. Für die Unterhaltung gaben die Betriebe mit 19.512 € 10,5% mehr aus.

Einkommensdisparität wieder enorm

Die „erfolgreichen Betriebe“ (oberstes Viertel) steigerten den Gewinn um 14.396 € auf 146.428 €. Die Steigerung bei den „weniger erfolgreichen Betrieben“ (unterstes Viertel) beträgt 10.445 € auf 11.123 €.

Gewerblichen Vergleichslohn wieder überschritten

Der Gewinn je nichtentlohnter Arbeitskraft (in der Regel also die familieneigenen Arbeitskräfte) stieg um 17,5% von 38.769 € auf 45.566 €. Wie im Vorjahr liegt er über dem gewerblichen Vergleichslohn, der für das WJ 2017/18 mit 35.460 € (Vorjahr 34.595 €) angegeben wird.

Entwicklung für 2018/19

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2018/19 ist aufgrund der aktuellen Marktdaten mit einem deutlichen Gewinneinbruch zu rechnen. Im Ackerbau werden die höheren Verkaufserlöse den Rückgang bei den Ernteerträgen maximal ausgleichen. Der rückläufige Milcherlös sowie die Dürreauswirkungen mit Ertragseinbrüchen beim Grünland und im Ackerfutterbau werden das Betriebsergebnis der Futterbaubetriebe deutlich reduzieren. Der Einbruch bei den Ferkelpreisen und die nochmals rückläufigen Preise für die Mastschweine werden auch hier für einen drastischen Einkommensrückgang sorgen.

Tabelle 2: Ursachen der Gewinnveränderung – Erträge und Aufwendungen in €/Betrieb

Nr.Kennwert2016/172017/18Verä. in € (ha)Veränd. in %
1030Landwirtschaftlich genutzte Fläche in ha116,14117,541,401,2
4000Betriebliche Erträge insgesamt363.518386.119     22.6016,2
4010Umsatzerlöse insg.310.558328.407 17.8495,7
4100Umsatzerlöse ldw. Pfanzenprod. insg.67.36169.1141.7532,6
4112Getreide29.26732.0882.8219,6
4125Raps15.79512.577-3.218-20,4
4130Kartoffeln2.0912.2331426,8
4140Zuckerrrüben6.1555.995-160-2,6
4150Feldgemüse7.0857.99390812,8
4300Umsatzerlöse Dauerk., Obst, Wein2.7875.9953.208115,1
4200Umsatzerlöse Tierproduktion insg.217.298228.85011.5525,3
4220Rinder23.11225.2712.1599,3
4230Milch94.538105.08110.54311,2
4240Schweine87.80285.804-1.998-2,3
4260Geflügel8.3629.1688069,6
4500Sonstige betriebliche Erträge insg.53.19257.8304.6388,7
4510dar. Zulagen und Zuschüsse insg.40.06841.8441.7764,4
4530   davon Zins- und Investzuschüsse1.0451.058131,2
4560            Agrardieselerstattung3.6003.409-191-5,3
4655            EU-Direktzahlungen (entk. Betrprä.)30.19631.3831.1873,9
4680            Ausgleichszulage2.9042.468– 436-15,0
4690            Zahlungen umweltger. Erzeugung1.7422.23349128,2
4900dar. Zeitraumfremde Erträge (brutto)5.8077.4051.59827,5
5000Betriebliche Aufwendungen insg.296.273310.07113.7984,7
5100Materialaufwand insges.174.558179.6015.0432,9
5111Saat- und Pflanzgut8.3628.4631011,2
5112Düngemittel11.61411.8722582,2
5113Pflanzenschutz12.31112.224-87-0,7
5211Tierzukäufe33.33236.4373.1059,3
5280Futtermittel50.75350.8951420,3
5291Tierarzt und Besamung8.4787.993-485-5,7
5351Heizmaterial, Strom, Wasser9.9889.756-232-2,3
5355Treib- und Schmierstoffe14.98216.3381.3569,1
5500Personalaufwand14.51817.1612.64418,2
5600Abschreibungen39.48840.3168282,1
5700Sonst. betriebl. Aufwend. insg.67.82672.9925.1667,6
5710dar. Unterhaltung17.65319.5121.85910,5
5730       Betriebsversicherungen10.33610.6963603,5
5741       Pacht- und Mietaufwand16.37616.8084322,6
5770       Zeitraumfremder Aufwand (brutto)3.9495.0541.10528,0
9000Gewinn59.05368.5969.54316,2

 

Tabelle 3: Ursachen der Gewinnveränderung – Erträge und Erlöse je Einheit

Nr.Kennwert2015/162016/172017/18Veränd. in %
1300Viehbesatz insg. VE/100 ha LF122,0125,5122,3-2,5
1335Milchkühe St.41,739,536,1-8,6
1351Mastschw. u. Läufer St.134,1138,9145,14,5
1352Zuchtsauen St.14,416,414,2-13,4
1411Getreideertrag o.  Körnermais dt/ha69,771,170,0-1,5
1465Rapsertrag dt/ha38,038,533,7-12,5
1472Kartoffelertrag dt/ha329,1282,9327,615,8
1473Zuckerrübenertrag dt/ha715,6754,5826,69,6
1631Milchleistung kg/Kuh8220,608002,808159,202,0
1612aufgezogene Ferkel je Sau24,3826,1126,340,9
1511Verkaufserlös Getreide €/dt15,6714,214,965,4
1565Verkaufserlös Raps €/dt37,2837,435,91-4,0
1572Verkaufserlös Kartoffel €/dt16,0518,5614,88-19,8
1573Verkaufserlös Zuckerrüben €/dt4,013,772,59-31,3
6631Verkaufserlös Milch Cent/kg28,2630,3336,2319,5
6641Verkaufserlös Ferkel u. Läufer €/St.46,7158,1858,260,1
6651Verkaufserlös Mastschw. €/St.131,23157,85143,71-9,0

 

Tabelle 4: Gewinnsituation der hessischen Haupterwerbsbetriebe (konventionell) im WJ 2017/18 (Ergebnisse der hessischen Regionalstatistik)

 

Gewinn in €

EK-Veränderung in € je Einzelunternehmen (bereinigt um priv. Vermögensumschichtung)
je ha LFje nAK 1)je Unternehmen
2016/172017/182016/172017/182016/172017/182016/172017/18
E

Ackerbau   M

W

641

345

-52

513

320

-26

68.483

30.605

-3.065

64.327

30.201

-1.752

90.373

40.352

-5.339

82.174

38.617

-3.026

21.444

5.025

-9.150

23.072

2.292

-13.043

E

Futterbau   M

W

718

446

4

1.046

771

277

74.874

32.964

206

112.687

56.930

13.709

119.786

54.213

379

174.644

91.775

21.321

34.359

11.778

-13.221

65.146

29.284

4.241

E

Veredlung  M

W

1.582

1.128

284

1.766

841

192

128.372

69.132

11.445

107.687

52.372

11.812

173.269

101.679

19.236

152.289

79.374

18.139

65.043

36.044

-7.054

67.424

12.836

-31.434

E

Verbund     M

W

804

551

43

683

463

122

99.249

42.480

2.157

85.513

39.841

5.832

152.028

65.456

3.608

118.760

56.923

10.446

70.879

23.859

-4.017

29.230

12.911

-1.887

E

Insgesamt  M

W

865

508

7

960

584

119

88.357

38.769

265

97.216

45.566

8.050

132.032

59.053

678

146.428

68.596

11.123

47.630

15.795

-10.063

49.566

16.691

-5.031

1) nAK – nichtentlohnte Arbeitskräfte – nur die nichtentlohnten Familienarbeitskräfte plus evtl. nichtentlohnte Fremdarbeitskräfte
E, erfolgreiche Betriebe (oberes Viertel); M, Mittelwert der Gruppe; W, weniger erfolgreiche Betriebe (unteres Viertel). Bezugsgröße ist der Kennwert Nettorentabilität.

Quelle: Buchführungsergebnisse landwirtschaftlicher Betriebe in Hessen – WJ 2016/17 und 2017/18


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