Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Unternehmensführung

Buchführungsergebnisse WJ 2018/19, konventionell

Gewinnanstieg im Ackerbau, die anderen Betriebsformen im Minus

Die in der hessischen Regionalstatistik ausgewerteten 486 Haupterwerbsbetriebe erzielten im WJ 2018/19 einen durchschnittlichen Unternehmensgewinn von 57.434 €. Der Vorjahresgewinn von 68.596 € sank somit um 16,3 %. Das um Investitionszulagen sowie zeitraumfremde Einflüsse bereinigte „ordentliche Ergebnis“ sank ebenfalls um 18,2 % von 63.500 € im WJ 2017/18 auf 51.938 € im WJ 2018/19.
Der im WJ 2018/19 erzielte Durchschnittsgewinn von 57.434 € liegt 2296 € oder 3,8 % unter dem Zehnjahresdurchschnitt, der für die WJ 2009/10 bis 2018/19 59.500 € beträgt. Gegenüber der Vorwegauswertung (391 Betriebe, 58.441 € Unternehmensgewinn) war der Gewinn noch 1059 € niedriger.
Eine wichtige Kennzahl für die Leistungsfähigkeit der Betriebe ist die zeitraumechte und bereinigte Eigenkapitalbildung. Mussten die Betriebe bereits in den Wirtschaftsjahren 2014/15 und 2015/16 Eigenkapitalverluste hinnehmen, konnten sie zumindest 2017/18 durchschnittlich 12.812 € Eigenkapital bilden. Im WJ 2018/19 ging die Eigenkapitalbildung auf 843 € zurück. Die Ergebnisse des letzten Wirtschaftsjahres wirkten sich auch auf die Investitionstätigkeit aus. Nach mehreren Wirtschaftsjahren in Folge mit jährlich sinkenden Investitionen sind diese im WJ 2017/18 zunächst wieder angestiegen. Im Wirtschaftsjahr 2018/19 jedoch sanken die Bruttoinvestitionen von 61.238 € auf 57.908 € und die Nettoinvestitionen von 13.400 € auf 9270 €.
Je ha Landfläche (LF) verringerte sich der Gewinn um 18,3 % von 584 € auf 477 €. Die bewirtschaftete Fläche der ausgewerteten Betriebe beträgt 120,39 ha und ist somit 2,85 ha größer als im Vorjahr. Der Viehbesatz blieb fast unverändert mit 122,8 Vieheinheiten (VE) je 100 ha LF zu 122,3 VE im Jahr zuvor. Beim Rindvieh mit 61,9 gegenüber 59,7 und beim Geflügel mit 5,9 zu 3,4 sind die Bestände höher, bei den Schweinen mit 54,4 zu 58,7 jeweils in VE je 100 ha LF dagegen niedriger als im Vorjahr.

Tabelle 1: Gewinn je Unternehmen in €

Allgemeine Ausrichtung Ausgewertete Betriebe WJ 2017/2018 WJ 2018/2019 Veränderung in %
Ackerbau 124 38.617 45.705 18,3
Futterbau 196 91.775 68.903 -25,1
Veredlung 48 79.374 66.239 -16,5
Verbund 118 56.923 47.127 -17,2
Gesamt 486 68.596 57.434 -16,3

Aufwendungen deutlich stärker gestiegen als die Erträge

Die betrieblichen Erträge verbesserten sich um 12.252 € von 386.119 € auf 398.371 €. Die betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 23.891 € von 310.071 € auf 333.962 €.

Umsatzerlöse in der Bodenproduktion entwickelten sich unterschiedlich

Trotz eines um knapp 1 % gesunkenen Anteils an Ackerbaubetrieben in der diesjährigen Auswertung gab es einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse aus der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion von 69.114 € aus dem Vorjahr auf 73.438 € im WJ 2018/19. Beim Getreide ist ein Plus von 6,6 % ausgewiesen, bei den Kartoffeln beträgt das Plus 67 % und beim Feldgemüse 58,2 %. Ein Minus dagegen steht beim Raps mit 8,3 % und bei den Zuckerrüben mit 27,7 %.

Die Ernteerträge gingen beim Getreide um 7,1 % von 70,0 auf 65,0 dt/ha und beim Raps um 12,5 % von 33,7 auf 29,5 dt/ha zurück. Dagegen stiegen sie bei den Kartoffeln um 0,3 % von 327,6 auf 328,7 dt/ha. Bei den Zuckerrüben sank der Ertrag um 21,3 % von 826,6 auf 650,1 dt/ha. Der Getreidepreis verbesserte sich um 17,3 % von 14,97 auf 17,56 €/dt. Der Preisanstieg beim Raps betrug 0,3 % von 35,91 auf 36,01 €/dt, bei den Kartoffeln waren es plus 26,3 % von 14,88 auf 18,79 €/dt und bei den Zuckerrüben steht ein Minus von 4,6 % von 2,59 auf 2,47 €/dt. Der Umsatz aus dem Feldgemüseanbau (einschl. Spargel) stieg von 7.992 € auf 12.641 €. Die Anbaufläche beträgt dabei weniger als 1 ha im Durchschnitt aller Betriebe.

Milch mit deutlichem Plus, Schweine im Minus

Die Umsatzerlöse in der Tierproduktion stiegen um 1,8 % oder 4225 € auf 233.075 € an. Hauptverantwortlich hierfür sind die höheren Einnahmen bei der Milch. Der Umsatzerlös Milch verbesserte sich um 5,1 % von 105.081 € auf 110.518 €. Die Milchleistung liegt mit 8431 kg um 272 kg über dem Vorjahr. Für die verkaufte Milch erhielten die Betriebe einen Mindererlös von 3,6 %. Dies ergibt einen Milchpreis von 34,93 Cent/kg (Vorjahr 36,23 Cent/kg). Aber auch für die Rinder und das Geflügel/Eier weisen die Buchführungsergebnisse ein Umsatzplus aus. Bei den Rindern um 3,9 % von 25.271 € auf 26.245 € und beim Geflügel/Eier um 16,9 % von 9.168 € auf 10.715 €.

Niedrigere Einnahmen wurden hingegen mit den Schweinen erzielt. Der Umsatzerlös Schweine verringerte sich um 4,5 % von 85.804 € auf 81.865 €. Die Verkaufserlöse für die Ferkel u. Läufer gingen mit 53,44 €/St (Vorjahr 58,26 €/St) zurück. Leicht gestiegen waren die Mastschweinepreise und zwar um 0,9 % von 143,71 € auf 145,00 € je verkauftes Tier.

Zulagen und Zuschüsse leicht gestiegen

Infolge der angewachsenen Betriebsfläche sind auch die Zulagen und Zuschüsse gegenüber dem Vorjahreswert von 41.844 € auf 44.183 € gestiegen. Auf die EU-Direktzahlungen entfallen dabei 32.987 €, die Agrardieselerstattung beträgt 3.732 €, und als Ausgleichszulage sowie für umweltgerechte Erzeugung wurden 2.528 € bzw. 2.408 € gewährt.

Personal, Tierzukauf, Futtermittelzukauf, Treibstoffe und Unterhaltungskosten treiben Aufwand in die Höhe

Die Personalkosten stiegen um 17,2 % auf 20.105 €. Für die Tierzukäufe sind um 5,5 % auf 34.432 € geringere Aufwendungen ausgewiesen. Die Treib- und Schmierstoffe hingegen verteuerten sich um 5,4 % auf 17.216 €. Für die Unterhaltung gaben die Betriebe mit 20.707 € 6,1 % mehr aus. Der Futtermittelzukauf stieg um 19,5 % an von 50.895 € auf 60.797 €.

Einkommensdisparität wieder enorm

Selbst bei den „erfolgreichen Betrieben“ (oberstes Viertel) ging der Gewinn um 14.108 € auf 132.320 € zurück. Bei den „weniger erfolgreichen Betrieben“ (unterstes Viertel) entstand sogar ein Verlust in Höhe von 2.254 €.

Gewerblichen Vergleichslohn wieder überschritten

Der Gewinn je nichtentlohnter Arbeitskraft (in der Regel also die familieneigenen Arbeitskräfte) sank um 15,3 % von 45.566 € auf 38.591 €. Wie im Vorjahr liegt er über dem gewerblichen Vergleichslohn, der für das WJ 2018/19 mit 36.630 € (Vorjahr 35.460 €) angegeben wird.

Entwicklung für 2019/20

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2019/20 ist aufgrund der aktuellen Marktdaten mit einem Gewinnanstieg zu rechnen. Im Ackerbau konnten höhere Verkaufserlöse bei Kartoffeln und Feldgemüse die Preisrückgänge bei Raps und Zuckerrüben etwas ausgleichen. Derzeit verbessern die Veredlungsbetriebe aufgrund sehr hoher Schweinefleisch- und Ferkelpreise ihre Erlöse. Trotz gestiegenem Milcherlös führten die Dürreauswirkungen zu Ertragseinbrüchen beim Grünland und im Ackerfutterbau, wodurch vermehrt Futter zugekauft werden musste, was das Betriebsergebnis der Futterbaubetriebe verschlechterte.

Tabelle 2: Ursachen der Gewinnveränderung – Erträge und Aufwendungen in €/Betrieb

Nr. Kennwert 2017/18 2018/19 Veränderung in € Veränderung in %
1030 Landwirtschaftlich genutzte Fläche in ha 117,54 120,39 2,85 2,4
4000 Betriebliche Erträge insgesamt 386.119 398.371 12.251,61 3,2
4010 Umsatzerlöse insg. 328.407 338.537 10.129,92 3,1
4100 Umsatzerlöse ldw. Pfanzenprod. insg. 69.114 73.438 4.324,38 6,3
4112 Getreide 32.088 34.191 2.102,34 6,6
4125 Raps 12.577 11.317 -1.260,12 -10,0
4130 Kartoffeln 2.233 3.732 1.498,83 67,1
4140 Zuckerrrüben 5.995 4.334 -1.660,50 -27,7
4150 Feldgemüse 7.993 12.641 4.648,23 58,2
4300 Umsatzerlöse Dauerk., Obst, Wein 5.995 6.501 506,52 8,4
4200 Umsatzerlöse Tierproduktion insg. 228.850 233.075 4.224,66 1,8
4220 Rinder 25.271 26.245 973,92 3,9
4230 Milch 105.081 110.518 5.437,26 5,2
4240 Schweine 85.804 81.865 -3.939,00 -4,6
4260 Geflügel/Eier 9.168 10.715 1.546,59 16,9
4500 Sonstige betriebliche Erträge insg. 57.830 60.195 2.365,32 4,1
4510 dar. Zulagen und Zuschüsse insg. 41.844 44.183 2.338,89 5,6
4530    davon Zins- und Investzuschüsse 1.058 843 -215,13 -20,3
4560       Agrardieselerstattung 3.409 3.732 323,43 9,5
4655       EU-Direktzahlungen (entk. Betrprä.) 31.383 32.987 1.603,68 5,1
4680       Ausgleichszulage 2.468 2.528 59,85 2,4
4690       Zahlungen umweltger. Erzeugung 2.233 2.408 174,54 7,8
4900 dar. Zeitraumfremde Erträge (brutto) 7.405 7.585 179,55 2,4
5000 Betriebliche Aufwendungen insg. 310.071 333.962 23.891,34 7,7
5100 Materialaufwand insges. 179.601 193.226 13.624,83 7,6
5111 Saat- und Pflanzgut 8.463 10.233 1.770,27 20,9
5112 Düngemittel 11.872 12.882 1.010,19 8,5
5113 Pflanzenschutz 12.224 12.400 176,01 1,4
5211 Tierzukäufe 36.437 34.432 -2.005,86 -5,5
5280 Futtermittel 50.895 60.797 9.902,13 19,5
5291 Tierarzt und Besamung 7.993 8.307 314,19 3,9
5351 Heizmaterial, Strom, Wasser 9.756 9.992 236,55 2,4
5355 Treib- und Schmierstoffe 16.338 17.216 877,71 5,4
5500 Personalaufwand 17.161 20.105 2.944,29 17,2
5600 Abschreibungen 40.316 43.942 3.626,13 9,0
5700 Sonst. betriebl. Aufwend. insg. 72.992 76.448 3.455,31 4,7
5710 dar. Unterhaltung 19.512 20.707 1.195,44 6,1
5730    Betriebsversicherungen 10.696 11.196 500,13 4,7
5741    Pacht- und Mietaufwand 16.808 17.938 1.129,89 6,7
5770    Zeitraumfremder Aufwand (brutto) 5.054 5.177 122,55 2,4
9000 Gewinn 68.596 -16,3

 

Tabelle 3: Ursachen der Gewinnveränderung – Erträge und Erlöse je Einheit

Nr. Kennwert 2016/17 2017/18 2018/19 Veränderung in %
1300 Viehbesatz insg. VE/100 ha LF 125,5 122,3 122,8 0,4
1335 Milchkühe St. 39,5 36,1 38 5,3
1351 Mastschw. u. Läufer St. 138,9 145,1 146,4 0,9
1352 Zuchtsauen St. 16,4 14,2 11,6 -18,3
1411 Getreideertrag o.  Körnermais dt/ha 71,1 70,0 65 -7,1
1465 Rapsertrag dt/ha 38,5 33,7 29,5 -12,5
1472 Kartoffelertrag dt/ha 282,9 327,6 328,7 0,3
1473 Zuckerrübenertrag dt/ha 754,5 826,6 650,1 -21,4
1631 Milchleistung kg/Kuh 8002,80 8159,20 8431,4 3,3
1612 aufgezogene Ferkel je Sau 26,11 26,34 26,49 0,6
1511 Verkaufserlös Getreide €/dt 14,20 14,96 17,56 17,4
1565 Verkaufserlös Raps €/dt 37,40 35,91 36,01 0,3
1572 Verkaufserlös Kartoffel €/dt 18,56 14,88 18,79 26,3
1573 Verkaufserlös Zuckerrüben €/dt 3,77 2,59 2,47 -4,6
6631 Verkaufserlös Milch Cent/kg 30,33 36,23 34,93 -3,6
6641 Verkaufserlös Ferkel u. Läufer €/St. 58,18 58,26 53,44 -8,3
6651 Verkaufserlös Mastschw. €/St. 157,85 143,71 145 0,9

 

Tabelle 4: Gewinnsituation der hessischen Haupterwerbsbetriebe (konventionell) im WJ 2017/18 und 2018/2019 (Ergebnisse der hessischen Regionalstatistik)

Gewinn in € EK-Veränderung in € je Einzelunternehmen (bereinigt um priv. Vermögensumschichtung)
je ha LF je nAK 1) je Unternehmen
2017/18 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18 2018/19
Ackerbau E 513 790 64.327 89.989 82.174 112.621 23.072 34.340
M 320 376 30.201 35.888 38.617 45.705 2.292 8.263
W -26 -75 -1.752 -7.110 -3.026 -8.229 -13.043 -20.769
Futterbau E 1.046 836 112.687 91.463 174.644 148.185 65.146 35.295
M 771 556 56.930 42.469 91.775 68.903 29.284 7.192
W 277 34 13.709 1.570 21.321 3.099 4.241 -19.323
Veredlung E 1.766 1.108 107.687 94.437 152.289 142.048 67.424 24.107
M 841 665 52.372 41.821 79.374 66.239 12.836 -5.775
W 192 -90 11.812 -4.242 18.139 -7.958 -31.434 -45.293
Verbund E 683 711 85.513 80.329 118.760 109.117 29.230 34.386
M 463 387 39.841 34.088 56.923 47.127 12.911 5.477
W 122 -9 5.832 -359 10.446 -834 -1.887 -10.107
Gesamt E 960 846 97.216 90.795 146.428 132.320 49.566 36.619
M 584 477 45.566 38.691 68.596 57.434 16.691 5.779
W 119 -23 8.050 -1554 11.123 -2.254 -5.031 -20.930

1) nAK – nichtentlohnte Arbeitskräfte – nur die nichtentlohnten Familienarbeitskräfte plus evtl. nichtentlohnte Fremdarbeitskräfte
E, erfolgreiche Betriebe (oberes Viertel); M, Mittelwert der Gruppe; W, weniger erfolgreiche Betriebe (unteres Viertel). Bezugsgröße ist der Kennwert Nettorentabilität.
Quelle: Buchführungsergebnisse landwirtschaftlicher Betriebe in Hessen – WJ 2017/18 und 2018/19

Bei der Grafik handelt es sich um ein Säulendiagramm, das mit Hilfe von je 2 Säulen pro Wirtschaftsjahr die Gewinne der hessischen Haupterwerbsbetriebe, die konventionell wirtschaften, über einen Zeitraum von fünf Wirtschaftsjahren zeigt. Diese Daten führen zu der Aussage, daß die 25 % der erfolgreichen Betriebe einen Gewinn erwirtschaften, der mindestens doppelt so hoch ist als der Gewinn im Durchschnitt aller konventionellen Haupterwerbsbetriebe bezogen auf den betrachteten Fünfjahreszeitraum der Wirtschaftsjahre 2014/2015 bis 2018/2019. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte Herrn Schneider (0561 7299507).
Abb. 1: 5-Jahres-Gewinnverlauf der hessischen Haupterwerbsbetriebe (konventionell)


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