Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Unternehmensführung

Ergebnisse der hessischen Futterbaubetriebe WJ 2017/18, konventionell

Die in der hessischen Regionalstatistik ausgewerteten 192 Betriebe setzen sich zusammen aus 162 Betrieben Futterbau-Milchvieh und 30 sonstigen Futterbaubetrieben. Durchschnittlich erzielten sie einen Unternehmensgewinn von 91.775 €. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Gewinnsteigerung von 69,3 %.

 
Wirtschaftsjahr2015/162016/172017/18
  alle Betriebealle Betriebealle BetriebeE-BetriebeW-Betriebe
Anzahl Betriebe 2672211924848
Gewinn/Unternehmen41.71654.21391.775174.64421.321
Gewinn/ha LF3444467711.046277
Ordentl. Ergebnis/Untern.37.37449.37886.927172.05316.731
Bereinigte Eigenkapv.011.77829.28465.1464.241
Summe Aktiva€/ha LF8.2458.4958.5778.7728.736
Fremdkapital€/ha LF3.2553.4323.3453.9343.196
Zinsaufwand€/ha LF85907985100
Standardoutput SO286.010319.150309.110480.790173.690
Vergleichswert ldw.€/ha LF604586585573611
Landw. gen. Fläche (LF)ha121,42121,42119,04167,0477,10
davon Pachtflächeha93,4892,8991,97132,6856,72
RindviehVE/100ha LF120,0123,1123,0135,7111,6
MilchküheSt.84,986,283,2144,433,7
Milchleistungkg/Kuh8.2398.0378.2198.8636.764
Milchpreis€ct/kg28,3130,4036,3036,3736,45
Verkauf KuhmilchKg688.995681.574672.7161260.783223.010
Umsatzerlöse Bodenprod.€/ha LF218185184158200
Umsatzerlöse Tierprod.€/ha LF1.9462.0752.4873.1311.727
darunter Rinder€/ha LF287307372353541
darunter Milch€/ha LF1.6081.7082.0532.7471.056
Sonstige betr. Erträge€/ha LF565487531573480
darin Zul. u. Zusch. insg.€/ha LF362365387405373
davon EU-Direktzahlungen€/ha LF261258266265268
davon Agrardieselerstatt.€/ha LF3236343732
davon Investitionszusch.€/ha LF656120
davon Ausgleichszulage€/ha LF3740373646
darin zeitraumfr. Erträge€/ha LF5156676255
Betriebliche Erträge insg.€/ha LF2.7712.9163.3954.1712.483
Nettoinvestitionen€/ha LF13448114278-212
Tierzukäufe€/ha LF60618576142
Futtermittelzukäufe€/ha LF485488521710344
Treib- u. Schmierstoffe€/ha LF140145159163159
Lohnarbeit/Maschinenmiete€/ha LF143168173203119
AfA Maschinen/Geräte€/ha LF227233254285232
AfA Wirtschaftsgebäude€/ha LF124131133163113
Unterh. Maschinen/Geräte€/ha LF139140160171150
Unterh. Wirtschaftsgebäude€/ha LF2621293325
Pachtaufwand luf. Flächen€/ha LF941019510774
Zeitraumfremder Aufwand€/ha LF2133456914
Betriebl. Aufwendungen insg.€/ha LF2.3272.3742.5393.0352.099

Die im WJ 2017/18 ausgewerteten 192 Futterbaubetriebe waren mit durchschnittlich 119,04 ha LF mit einer um 2,38 ha geringeren Fläche ausgestattet wie die 221 ausgewerteten Betriebe des Vorjahres. Die Intensität in der Viehhaltung blieb mit 125,1 VE/100 ha LF (Vorjahr 125,0) praktisch gleich. Je Betrieb beträgt der Viehbesatz nach 149,5 VE aus dem Vorjahr nunmehr 146,4 VE. Dabei standen mit 83,2 Milchkühen durchschnittlich 3,0 Kühe weniger in den Ställen als zuvor.

Der um 19,4% von 30,40 auf 36,30 Cent/kg verbesserte Milchauszahlungspreis und die Steigerung der Milchleistung um 180 kg von 8.037 auf 8.219 kg/Kuh, führte trotz des um drei Milchkühe geringeren Milchkuhbestandes zu betrieblichen Mehreinnahmen von 37.004 €. Der Milchumsatz je Betrieb beträgt 244.389 € nach 207.385 € des Vorjahres. Durchschnittlich verkauften die Betriebe 672.716 kg Milch. Dank höherer Verkaufserlöse (männliche Rinder insgesamt von 1.248 auf 1.309 €/Stück, Zuchtfärsen von 922 auf 1.236 €/Stück) stieg der Umsatz Rinder um 12,9% von 37.276 € auf 44.283 € an. Insgesamt erhöhte sich der Betriebsertrag um 50.080 € auf 404.141 €. Bei den Kosten mussten die Betriebe 13.991 € mehr aufwenden. Der Betriebsaufwand beträgt 302.243 €. Höhere Kosten für die Tierzukäufe, die Futtermittel, die Treib- und Schmierstoffe sowie für den Unterhaltungsaufwand sind dabei hauptverantwortlich. Gesunken sind die Kosten für Düngemittel, Saatgut und Pflanzenschutz.

Die 192 Betriebe teilen sich auf in 162 Milchvieh- und 30 sonstige Futterbaubetriebe. Der Gewinn der Milchviehbetriebe verbesserte sich um 74,3% von 58.492 € auf 101.944 €, die sonstigen Futterbaubetriebe steigerten den Gewinn um 23,6 % von 29.838 € auf 36.866 €.

Was unterscheidet die „erfolgreichen“ von den „weniger erfolgreichen“ Betrieben?

Der Gewinn der E-Betriebe erhöhte sich um 54.858 € von 119.786 € auf 174.644 €. Dagegen stieg der Gewinn der W-Betriebe lediglich um 20.942 € von 379 € auf einen durchschnittlichen Unternehmensgewinn von 21.321 € an. Dies ergibt einen Gewinnabstand der E-Betriebe zu den W-Betrieben von 153.323 € (im Vorjahr 119.407 €).

Gründe:

  • Die E-Betriebe bewirtschafteten mit 167,04 rund 90 ha LF mehr als die W-Betriebe (77,10 ha). Im Vorjahr betrug die Differenz lediglich 66 ha LF (169 zu 103 ha LF).
  • Erstmals seit drei Jahren ist die Intensität in der Viehhaltung bei den E-Betrieben wieder höher als bei den W-Betrieben. Mit 136,5 zu 119,2 VE/100 ha LF ist sie in der Gruppe der E-Betriebe erheblich angewachsen, während sie sich in der Gruppe der W-Betriebe von 133,3 auf 116,0 VE/100 ha LF deutlich verringerte.
  • Die E-Betriebe setzten deutlich stärker auf die Milchproduktion. Nach 121 Kühen des Vorjahres standen nun 144 Kühe in deren Ställen. Bei den W-Betrieben (hierunter befinden sich viele der Nichtmilchviehbetriebe) sind dies nur noch 34 Kühe gegenüber 72 aus dem Vorjahr.
  • Während die E-Betriebe die Milchleistung von 8.693 auf 8.863 kg/Kuh steigerten, ging sie bei den W-Betrieben von 7.355 auf 6.764 kg/Kuh zurück. Die Differenz in der Milchleistung je kg/Kuh hat sich somit von 1.338 auf 2.100 weiter erhöht.
  • Etwas überraschend erzielten die W Betriebe mit 36,45 zu 36,37 Cent je kg den geringfügig höheren Milcherlös. Je Kuh nahmen die E-Betriebe 3.223 € Milchgeld ein, die W-Betriebe hingegen nur 2.465 €. Und dank der Milchleistungssteigerung vergrößerten die E-Betriebe den Abstand beim Milchgeld je Kuh von 453 € im Vorjahr auf 758 € im WJ 2017/18.

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