Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Unternehmensführung

Ergebnisse der hessischen Futterbaubetriebe WJ 2018/19, konventionell

Die in der hessischen Regionalstatistik ausgewerteten 196 Futterbau-Betriebe setzen sich zusammen aus 159 Betrieben Futterbau-Milchvieh- und 37 sonstigen Futterbaubetrieben.

Durchschnittlich erzielen sie einen Unternehmensgewinn von 68.903 €. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Gewinnrückgang von 24,9%. Dennoch liegen sie damit immer noch an der Spitze aller Produktionsrichtungen.
Sie bewirtschaften mit durchschnittlich 124 ha LF gegenüber dem Vorjahr 4,96 ha mehr Fläche (+4,2%). Davon sind ca. 77% gepachtet zu einem durchschnittlichen Pachtpreis von 104 €/ha.

Die Intensität in der Viehhaltung steigt ebenfalls leicht um 2% auf 125,5 VE/100 ha LF. Durchschnittlich hält der Futterbau-HE-Betrieb aktuell 155,6 VE, wovon die Milchkühe mit 88,6 Stück den wichtigsten Anteil ausmachen. Der Milchauszahlungspreis ist um 3,7% von 36,30 auf 34,94 Cent/kg gesunken. Da aber sowohl die Milchleistung um 268 kg von 8.219 auf 8.487 kg/Kuh als auch der Milchkuhbestand um 5,4 Tiere steigt, erhöht sich der Milchumsatz je Betrieb um 14.771 € auf aktuell 259.160 €. Durchschnittlich verkaufen die Betriebe 741.398 kg Milch, dies bedeutet eine Steigerung um 68.682 kg bzw. +10,2% im direkten Vergleich zum Vorjahr. Hier kann also dürrebedingt kein Einbruch festgestellt werden. Gleichzeitig sinken die durchschnittlichen Verkaufserlöse bei männlichen Rindern von 1.309 auf 1.275 €/ Stück und bei Zuchtfärsen von 1.236 auf 1.049 €/Stück. So können die betrieblichen Erträge insg. nur um 20.559 € auf 424.700 € je Betrieb verbessert werden (+5,1%).

Auf der anderen Seite erhöhen sich die betrieblichen Aufwendungen um 43.345 € auf 345.588 € je Betrieb (+14,3%). Ursächlich an erster Stelle stehen hierbei die dürrebedingt stark erhöhten Zukäufe von Futtermitteln mit 79.112 €, eine Zunahme von fast 28%. An zweiter Stelle rangieren die sonstigen betrieblichen Aufwendungen insgesamt mit 75.640 €, wobei hiervon auf die Kosten für Unterhaltung der technischen Anlagen und Maschinen/Geräte fast die Hälfte entfällt (37.448 €). Auch bei den Aufwendungen für Saat-Pflanzgut, Düngemittel und Pflanzenschutz sind prozentuale Steigerungen zwischen 8,6 und 24,6% festzustellen. Diese drei Bereiche haben zusammengefasst aber nur einen geringen Anteil an den gesamten betrieblichen Aufwendungen von 6,8%.

Was unterscheidet die „erfolgreichen“ von den „weniger erfolgreichen“ Betrieben?

Der Gewinn der E-Betriebe sinkt um 26.459 € von 174.644 € auf 148.185 €, wobei es sich beim Gewinn des Vorjahres WJ 2017/18 allerdings auch um den höchsten Gewinn der erfolgreichen Betriebe in den vergangenen 5 Wirtschaftsjahren handelte. Dagegen erwirtschaften die W-Betriebe nur noch knapp ein positives Betriebsergebnis von 3.099 € und liegen damit ca. 48-fach unter den E-Betrieben. Die E-Betriebe verzeichnen eine bereinigte Eigenkapitalbildung von 35.295 €, während die W-Betriebe Eigenkapitalverluste von 19.323 € hinnehmen müssen.

  • Die E-Betriebe bewirtschafteten mit 177,36 ha fast doppelt so viel Fläche wie die W-Betriebe (86 ha LF mehr). Dies beruht in erster Linie auf mehr Pachtflächen der E-Betriebe.
  • Auch die Intensität in der Rinderhaltung ist bei den E-Betrieben mit 136,9 VE/100 ha LF (bzw. 243 VE insg.) deutlich höher als bei den W-Betrieben (119,6 VE/ 100 ha LF bzw. 109 VE insg).
  • Die E-Betriebe setzen weiterhin in erster Priorität auf die Milchproduktion. Sie erhöhen ihren Kuhbestand um 13 St. auf nunmehr 157 Kühe. Dagegen beträgt in der Gruppe der W-Betriebe der Ø–Bestand lediglich 51,6 Kühe; viele Betriebe in dieser Gruppe halten überhaupt kein Milchvieh (sonst. Futterbaubetriebe).
  • In der Milchleistung je Kuh liegen die E-Betriebe mit 8.943 kg /Kuh um ca. 17% besser als die W-Betriebe (7.652 kg/ Kuh). Und wenngleich die E-Betriebe keine besseren Milchpreise erzielen, so liegt doch deren Umsatzerlös aus der Milch mit 481.710 € 3,5-fach höher als in den W-Betrieben.
  • Insgesamt zeichnen sich die E-Betriebe durch eine höhere Intensität aus. Die betrieblichen Erträge liegen mit 4.047 €/ ha LF um 1.211 € höher als in den W-Betrieben (+43%). Dagegen liegen die betrieblichen Aufwendungen in den E-Betrieben nur ca. 16% über denen der W-Betriebe.

 

Ausgewählte Kennzahlen hessischer Futterbaubetriebe

Wirtschaftsjahr 2016/17 2017/18 2018/19
alle Betriebe alle Betriebe alle Betriebe E-Betriebe W-Betriebe
Anzahl Betriebe   221 192 196 49 49
Gewinn/Unternehmen 54.213 91.775 68.903 148.185 3.099
Gewinn/ha LF 446 771 556 836 34
Ordentl. Ergebnis/Untern. 49.378 86.927 63.077 143.315 -1.966
Bereinigte Eigenkapv. 11.778 29.284 7.068 35.295 -19.323
Summe Aktiva €/ha LF 8.495 8.577 8.717 8.555 9.298
Fremdkapital €/ha LF 3.432 3.345 3.478 3.836 3.732
Zinsaufwand €/ha LF 90 79 77 85 96
Standardoutput SO 319.150 309.110 328.100 525.650 220.700
Vergleichswert ldw. €/ha LF 586 585 586 612 571
Landw. gen. Fläche (LF) ha 121,42 119,04 124 177,36 91,58
davon Pachtfläche ha 92,89 91,97 96 142,42 65,24
Rindvieh VE/100ha LF 123,1 123,0 125,5 136,9 119,6
Milchkühe St. 86,2 83,2 88,6 157 51,6
Milchleistung kg/Kuh 8.037 8.219 8.487 8.943 7.652
Milchpreis €ct/kg 30,40 36,30 34,94 34,81 35,11
Verkauf Kuhmilch Kg 681.574 672.716 741.398 1.383.399 389.351
Umsatzerlöse Bodenprod. €/ha LF 185 184 200 247 205
Umsatzerlöse Tierprod. €/ha LF 2.075 2.487 2.510 2.998 2.021
darunter Rinder €/ha LF 307 372 358 268 472
darunter Milch €/ha LF 1.708 2.053 2.090 2.716 1.494
Sonstige betr. Erträge €/ha LF 487 531 529 522 503
darin Zul. u. Zusch. insg. €/ha LF 365 387 388 381 376
davon EU-Direktzahlungen €/ha LF 258 266 273 270 276
davon Agrardieselerstatt. €/ha LF 36 34 37 41 36
davon Investitionszusch. €/ha LF 5 6 6 4
davon Ausgleichszulage €/ha LF 40 37 34 29 32
darin zeitraumfr. Erträge €/ha LF 56 67 70 60 60
Betriebliche Erträge insg. €/ha LF 2.916 3.395 3.425 4.047 2.836
Nettoinvestitionen €/ha LF 48 114 145 230 -35
Tierzukäufe €/ha LF 61 85 87 53 153
Futtermittelzukäufe €/ha LF 488 521 638 789 529
Treib- u. Schmierstoffe €/ha LF 145 159 164 170 160
Lohnarbeit/Maschinenmiete €/ha LF 168 173 182 219 166
AfA Maschinen/Geräte €/ha LF 233 254 196 183 211
AfA Wirtschaftsgebäude €/ha LF 131 133 139 150 126
Unterh. Maschinen/Geräte €/ha LF 140 160 143 135 153
Unterh. Wirtschaftsgebäude €/ha LF 21 29 48 45 47
Pachtaufwand luf. Flächen €/ha LF 101 95 104 117 96
Zeitraumfremder Aufwand €/ha LF 33 45 42 55 27
Betriebl. Aufwendungen insg. €/ha LF 2.374 2.539 2.787 3.122 2.698

 

5-Jahres-Gewinnverlauf Futterbaubetriebe
5-Jahres-Gewinnverlauf Futterbaubetriebe

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen