Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Unternehmensführung

Vorwegauswertung der hessischen Haupterwerbsbetriebe des WJ 2020/21

Deutliche Gewinnrückgänge bei mehr als 19%, Ausnahme Ackerbau

Auf der Basis von 337 konventionell wirtschaftenden Haupterwerbsbetrieben wurden erste Buchführungsergebnisse aus dem WJ 2020/2021 Ende Oktober ausgewertet. Die endgültige Auswertung aller ca. 600 Testbetriebe erfolgt dann im Dezember 2021.
Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Gegenüberstellung des Unternehmensgewinnes für das WJ 2019/2020 (final im Dez 2020) sowie der Vorwegauswertungen der WJ 2019/2020 (im Okt 2020) und 2020/2021 (im Okt 2021).

Unternehmensgewinn in €

Allgemeine BWA Reg. Statistik Vorwegauswertung Veränderung in % zu
WJ 2019/20 2019/20 2020/21 Reg. Statistik Vorwegauswertung
Ackerbau 50.627 51.132 53.990 +6,6 +5,5
Futterbau 69.397 68.563 61.769 -11,0 -9,9
Veredlung 134.944 133.829 66.474 -50,7 -50,3
Verbund 75.869 74.935 57.123 -24,7 -23,8
insgesamt 73.173 73.253 59.120 -19,2 -19,3

Demnach verzeichnen wir im abgelaufenen Wirtschaftsjahr einen deutlichen Gewinnrückgang über alle Haupterwerbsbetriebe von über 19%. Der vorläufige Unternehmensgewinn des WJ 2020/21 von 59.120 € ist damit nahezu identisch dem 5-Jahresdurchschnittswert der WJ 2015/16 bis 2019/20 in Höhe von 59.500 €.

Die Hauptverlierer im abgelaufenen WJ sind erwartungsgemäß die Veredlungsbetriebe. Nach dem Rekordjahr 2019/20 halbieren sich ihre Gewinne. Dennoch verzeichnen sie mit einem vorläufigen Gewinn von 66.474 € immer noch das beste Ergebnis aller ausgewerteten Betriebsformen. Der Preisverfall der Mastschweine- und Ferkelpreise insbesondere im zweiten Halbjahr 2020 mit Notierungen von ca. 1,19 €/ kg Schlachtgewicht Ende November 2020 zeigt dies deutlich. Die im Juli 2021 erstmals in Deutschland bei Hausschweinen aufgetretene Afrikanische Schweinepest und der geringe Bedarf an Grillfleisch aufgrund des kühlen Sommers haben die In- und Auslandsnachfrage enorm zurückgehen lassen. Starke Gewinnschwankungen gerade bei Veredlungsbetrieben sind nicht untypisch. Sie waren z. B. auch im Vergleich des WJ 2015/16 (42.397 €) zum WJ 2016/17 (98.221 €) zu beobachten.

Die Ackerbaubetriebe erzielen in erster Linie höhere Gewinne beim Rapsanbau wegen 7,6% höherer Preise bei einer gleichzeitig gestiegenen Anbaufläche von knapp 7% auf fast 12% der Ackerfläche. Mehr als halbiert haben sich dagegen beim Kartoffelanbau die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr von 164 €/ha auf 68 €/ha. Trotz des Gewinnzuwachses von 5,5% gegenüber dem Vorjahr erwirtschaften sie aber nach wie vor das niedrigste Betriebsergebnis innerhalb der Betriebsgruppen. Gegenüber dem 5-Jahres-Durchschnitt in Höhe von 46.721 € konnte der Gewinn deutlich um rund 7.270 € gesteigert werden.

Die Futterbaubetriebe haben einen Gewinnrückgang von fast 10% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, in dem ihre Gewinne bereits stagnierten. Die Milchleistung steigt, jedoch bei unverändertem Milchpreis, und bei 6% höheren Kosten für Futtermittel.

Die Verbundbetriebe schließlich erreichen in der Vorwegauswertung mit 57.123 € (-23,8%) ein ebenfalls schlechteres Ergebnis gegenüber dem Vorjahr. Ursachen hierfür sind hautsächlich die gesunkene Milchleistung/Kuh, ein Bestandsabbau bei den Milchkühen und geringere Erlöse bei den Mastschweinen.

In die im Dezember folgende Endauswertung gehen noch Ergebnisse von ca. 100 Betrieben ein. Diese können die Resultate noch erheblich beeinflussen.

Erträge, Leistungen und Erlöse

Vorwegauswertung %-Veränderung zu
Preisangaben netto
2018/19
2019/20 2020/21 2019/20
Ertrag
Getreide dt/ha 65,4 70,4 38,6 -2,6
Raps dt/ha 29,6 33,4 39,2 17,4
Kartoffeln dt/ha 323,9 357,5 293,6 -17,9
Zuckerrüben dt/ha 652,3 750,7 767,2 2,2
Milchleistung kg/Kuh 8.523 8.740 8.830 1,0
Aufgezogene Ferkel Stück/Sau 26,69 28,38 27,16 -4,3
Erlöse
Getreide €/dt 17,6 15,89 17,01 7,0
Raps €/dt 36,07 37,43 40,28 7,6
Kartoffeln €/dt 19,53 18,21 13,51 -25,8
Zuckerrüben €/dt 2,49 2,57 3,00 16,7
Milch ct/kg 34,73 34,42 34,41 0,0
Milchkühe €/St 629 628 661 5,3
männl. Rinder €/St 1.367 1.319 1.336 1,3
Ferkel u. L. €/St 51,89 68,34 48,55 -29,0
Mastschw. €/St 144,6 178,8 140,97 -21,2

 

Das folgende Dokument kann nicht barrierefrei dargestellt werden. Bitte kontaktieren Sie Andreas Schneider bei Fragen (Telefon: +49 561 7299507).


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