Agrarmärkte Hessen aktuell 12/2025

Dr. Nikos Förster, Fachinformation Ökonomie und Markt

Kartoffeln

Aktuell trifft am hiesigen Kartoffelmarkt eine ruhige Nachfrage auf ein bedarfsdeckendes Angebot. In der Folge bleiben die Erzeugerpreise unverändert im Rahmen der Vorwoche. Aufgrund der physiologischen Alterung müssen einige Partien scharf selektiert werden. Dennoch bleibt marktfähige Ware ausreichend zur Verfügung. Unter günstigen Standortbedingungen kommen die Feldarbeiten zügig voran. Gleichzeitig sorgen Nachtfröste für Verzögerungen der Auspflanzungen von Freilandware.

Kartoffelpreise, Marktregion Hessen, in EUR/dt netto, frei Erfasser

Waschfähig, vor Abzug Sortierkosten
Min.Max.Ø
Erzeugerpreis, festkochende Sorte303431,00
Erzeugerpreis, vorwiegend festkochende Sorte283229,50
Erzeugerpreis, mehligkochende Sorte303030,00

Getreide und Ölsaaten

Am Getreidemarkt setzen sich die ruhigen Geschäfte fort. Das Kaufinteresse an Brot- und Futtergetreide bleibt überschaubar. Vorwiegend werden bestehende Kontrakte bedient. Lediglich einzelne Fuhren Futtergetreide werden derzeit für den sofortigen Bedarf nachgefragt. Insgesamt konnten sich die Getreidepreise etwas stabilisieren. Teilverkäufe von alterntiger Ware könnten sich also lohnen. Denn Hoffnungen auf spürbare Preisbefestigungen bis zum Anschluss an die neue Ernte werden eher skeptisch bewertet. Zudem erschwert der häufig schwankende Kursverlauf an der Euronext die Preisfindung. Einige Prognosen rechnen mit einer guten Ernte in 2025. Die Rapspreise sind innerhalb weniger Tage deutlich eingebrochen. Auf dem schwachen Preisniveau bleibt die Abgabebereitschaft sehr verhalten. Auch für die neue Ernte wurden die Preise merklich zurückgenommen.

Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen209220214220232227
Brotweizen190200193200210204
Qualitätshafer176180178
Futterweizen180190186190200196
Futtergerste173182178183192188
Raps430440435440463447

Eiermarkt

Die Erzeugerpreise für freie Ware tendieren kontinuierlich fester. Mit Blick auf das Ostergeschäft ist die Nachfrage der Färbebetriebe nach weißen, färbefähigen Eiern ungebrochen groß. Der Markt wird durch das bevorstehende Osterfest belebt. Eier aus Bio- und Freilandhaltung sind weiter Mangelware, das Angebot an Eiern aus Bodenhaltung ist knapp ausreichend. Der Lebensmitteleinzelhandel und die Produktenindustrie nehmen kontinuierlich Ware aus dem Markt. Hinzu kommen „Sondereffekte“ durch die USA, wo die Eierpreise aufgrund Nachfrageüberhangs regelrecht explodieren. Infolgedessen kaufen die USA aktuell große Mengen am Weltmarkt ein. Mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung könnte dies auch in Europa die Preise in die Höhe treiben.

Preise für Eier in Cent/Stück

Gewichtsklasse MErzeugerpackstelleDirektvermarktung
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Bodenhaltung17,0027,4021,8316,2035,0026,22
Freilandhaltung21,5034,0027,4631,0037,0033,71
Bioware23,5037,0030,7130,0040,0035,75

Qualitätsferkel

Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage wird am Schweinemarkt als ausgeglichen bezeichnet. Die Aussichten auf steigende Preise haben sich zuletzt wieder verbessert. Dass Deutschland offiziell wieder als frei von MKS gilt, führt zu einer optimistischeren Grundstimmung an den Märkten. Doch nicht alle Importländer wollen dies akzeptieren. Im Hinblick auf den bevorstehenden Frühling steigt das Kaufinteresse und die Aufnahmefähigkeit des Marktes. Zwar verharrt der Vereinigungspreis noch auf dem erreichten Niveau, doch die Ferkelnotierungen bewegen sich langsam wieder nach oben. In der laufenden Berichtswoche wird einem Notierungsanstieg von 2,00 EUR/Tier gerechnet.

Preise für Ferkel in EUR/Tier

Anzahl6.394
Preisbasis28 kg
 Min.Max.Ø
Preisspanne59,2076,6069,32
Zuschlag 28 – 30 kg1,001,50 
Zuschlag > 30 kg0,501,00 

Kälber

Robuste Kälber mit guten Eigenschaften bleiben weiter zu festen Preisen gesucht. Die Preise konnten zur Vorwoche nochmals zulegen. Leichte Kälber werden hingegen mit Abschlägen bewertet. Die Spannen bei den Preismeldungen sind daher groß. Aufgrund saisonaler Effekte ist mit einem weiteren Preisanstieg bis in den Juni hinein zu rechnen. Auch in der laufenden Berichtswoche wird mit einer festen Preistendenz gerechnet.

Preise für Kälber in EUR/Tier

BullenkälberKuhkälber
Über 28 Tage ab 65 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Holstein120340210406050
Mastkreuzungen250535395120350249
Über 28 Tage ab 85 – 120 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Fleckvieh261520410170190182

Düngemittel

Am Düngemittelmarkt haben sich die Preise konsolidiert. Zum vorhergehenden Bericht ergeben sich nur geringe Korrekturen. Vereinzelt lassen sich Dünger auch etwas günstiger beziehen. Für die zweite Gabe wurden noch einige Mengen in die Bücher genommen. Hoffnungen richten sich derzeit auf nachgebende Preise für die dritte Gabe. Landhändler bevorraten nur Mengen für die auch eine gesicherte Abnahme besteht. Sowohl die Energiepreise (insbesondere Gas) wie auch die Harnstoffpreise am Weltmarkt sind rückläufig und damit ein Anzeichen für abbröckelnde Düngemittelpreise. Unterdessen sind Marktbeteiligte skeptisch hinsichtlich der künftigen Preistendenzen am regionalen Düngermarkt. Insgesamt dürften die Märkte sehr volatil bleiben. Ab April wird mit Preisbefestigungen von rd. 2 EUR/t für Kalk (CaCO3) gerechnet.

Düngerpreise, Marktregion Hessen, in EUR/t ab Handelslager

ab Landlagerfrei Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
KAS395430410380410394
Harnstoff544625574530606567
AHL349390369332355343
DAP715740726700710705
40er Kornkali327369339310344322

Quelle: LLH, Stand 19.03.2025.

Rinder, Schweine, Lämmer

Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
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