Ergebnisse der ökologisch wirtschaftenden Betriebe WJ 2023/24
Andreas Schneider, Fachinformation Ökonomie und Markt
Im letzten WJ 2023/24 konnten in Hessen die BF-Ergebnisse von 61 ökologisch wirtschaftenden Haupterwerbsbetrieben ausgewertet werden. Zwei Drittel davon (40) und damit die deutliche Mehrheit sind Öko-Futterbaubetriebe. Für die Gruppe der Öko-Veredlungsbetriebe ist aufgrund einer zu geringen Anzahl erstmals keine getrennte Auswertungsgruppe mehr möglich.
Durchschnittlich erzielen die Öko-HE-Betriebe einen Unternehmensgewinn von 69.781 €. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein leichter Gewinnanstieg von 1,3%. Das um Investitionszulagen sowie zeitraumfremde Einflüsse bereinigte Ordentliche Ergebnis beträgt 61.874 €. Der Gewinnabstand zu den konventionell wirtschaftenden HE-Betrieben verringert sich, beträgt aber immer noch 19%. Auch im fünfjährigen Mittelwert schneiden die Öko-HE-Betriebe um 21.564 € oder gut 25% schlechter ab. Die Öko-Betriebe leben sparsamer. Trotz deutlich niedrigerer Gewinne verzeichnen sie mit 11.293 € eine annähernd gleichhohe bereinigte Eigenkapitalbildung wie die konventionellen HE-Betriebe.
Bei den Investitionen halten sie sich merklich zurück. 54.182 € investieren sie durchschnittlich insgesamt in ihren Betrieben und damit nur ca. 75% des Niveaus in den konv. HE-Betrieben. 79% fließen in den Bereich Maschinen und technische Anlagen, im Bereich Wirtschaftsgebäude ist die Abschreibung sogar größer als die Reinvestition.
In der Flächenausstattung ist eine Steigerung durch Zupachtungen von 11% festzustellen. Das durchschnittliche Pachtpreisniveau steigt von 146 auf 156 € je ha Pachtfläche, liegt aber immer noch 17% unter dem in den konventionellen Betrieben. Dies ist auch begründet durch den höheren Grünlandanteil in den Öko-Betrieben.
Der Viehbesatz in den Öko-HE-Betrieben steigt im WJ 2023/24 von 69,8 auf 74,1 VE je 100 ha LF, während er in den konventionellen HE-Betrieben von 109,8 auf 94,5 VE/100 ha LF abnimmt. Die Rindviehhaltung hat mit 58,5 VE/100 ha LF die mit Abstand größte Bedeutung, gefolgt von der Geflügelhaltung mit 8,4 VE/ 100 ha LF. Letztere hat sich ggü. dem Vorjahr mehr als vervierfacht.
Die Erträge aus der Tierhaltung dominieren mit 63% der gesamten betrieblichen Erträge die Einnahmestruktur der Unternehmen. Zulagen und Zuschüsse machen 25% aus, während die Bodenproduktion nur 5% beisteuert. Der Preis für ökologisch erzeugte Milch sinkt zwar um 2,7 ct/kg ggü. dem Vorjahr, bleibt mit 56,43 ct/kg aber weiterhin auf hohem Niveau. Der Preisabstand zur konventionellen Milch vergrößert sich von unter 3 ct/kg im Vorjahr auf jetzt wieder 12,3 ct/kg. Dies entspricht ziemlich genau dem 10-Jahresdurchschnitt des Milchpreisabstandes zwischen konventioneller und Öko-Milch. Die Milchleistung in den Ökobetrieben steigt um 5% auf 6.861 kg/ Kuh und Jahr und liegt damit bei 76% des Leistungsniveaus in konventionellen Beständen. Beim Mastschweineverkauf erzielen die Ökobetriebe 179% höhere Erlöse (407 €/Stück ggü. 228 €/St.) und bei Eiern 173% höhere Preise (36,7 ct/Ei ggü. 21,2 ct/Ei).
Was kennzeichnet die erfolgreichen Öko-Betriebe?
Die 25% erfolgreichsten Öko-HE-Betriebe (sog. E-Betriebe) erzielen mit 166.862 € einen 2,4-fach höheren Gewinn als der Durchschnitt aller ausgewerteten Öko-HE-Betriebe.
Mit 168,36 ha LF bewirtschafteten sie 33% mehr Fläche und auch im Viehbesatz von 88,8 VE/ ha LF liegen sie 20% über dem Durchschnitt.
Sie halten 15 Milchkühe mehr, ermelken eine 755 kg höhere Milchleistung je Kuh und erzielen letztlich 67% höhere betriebliche Erträge. Auf der Aufwandsseite verbuchen sie aber nur einen 50% höheren Unternehmensaufwand.
Der Arbeitskräftebesatz ist in den E-Betrieben mit 1,32 ggü. 1,45 AK/100 ha LF geringfügig niedriger. Der Gewinn je nichtentlohnter Fam-AK liegt dadurch sogar fast dreimal so hoch.
Gewinnvergleich konventioneller und ÖKO-Betriebe mit 5-Jahres-ø
Ausgewählte Kennzahlen hessischer Öko-Haupterwerbsbetriebe im WJ 2023/24 mit Vergleich zum Vorjahr