Ergebnisse der hessischen Veredlungsbetriebe WJ 2023/24
Andreas Schneider, Fachinformation Ökonomie und Markt
Die Veredlungs-Haupterwerbsbetriebe können ihre Gewinne
gegenüber dem bereits sehr guten Vorjahr nochmals steigern!
Die im WJ 2023/24 in Hessen noch ausgewerteten 20 Veredlungsbetriebe erwirtschaften einen Unternehmensgewinn von 161.704 €. Während alleanderen betriebswirtschaftlichen Ausrichtungen sinkende Gewinne verzeichnen, können die Veredlungsbetriebe nochmals eine Gewinnsteigerung von 6% realisieren. Mit diesem Ergebnis liegen sie 42.129 € über dem 5-jährigen Durchschnitt. Die Grafik auf Seite 3 zeigt aber auch eindrucksvoll, wie stark die Gewinne zwischen einzelnen Wirtschaftsjahren schwanken. Nach zwei sehr mäßigen Abschlüssen in Jahren 2020/21 und 2021/22 folgten nun wieder zwei sehr gute Wirtschaftsjahre.
Leider ist die Datenbasis der auswertbaren Veredlungs-Haupterwerbsbetriebe mit lediglich 20 Abschlüssen inzwischen sehr dünn geworden, so dass für dieses WJ erstmals keine weiteren Differenzierungen zwischen Mastbetrieben, Zuchtsauenbetrieben, Betrieben im geschlossenen System und Geflügelbetrieben vorgenommen werden können, weil die kritische Gruppengröße von mind. 5 Abschlüssen unterschritten ist.
Die ausgewerteten VE-HE-Betriebe bewirtschaften mit durchschnittlich 97,35 ha LF gegenüber dem Vorjahr 5,21 ha weniger. 78% davon sind zugepachtet, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 ha. Obwohl offensichtlich Pachtflächen abgegeben wurden, hat sich der durchschnittliche Aufwand je ha Pachtfläche von 240 auf 254 € erhöht.
Auch der Viehbesatz geht leicht von 380,8 VE/100 ha LF auf 374,2 VE/100 ha LF zurück. Entsprechend sind auch die Anzahl der verkauften Mastschweine und Ferkel um ca. 5% abnehmend. Dies wird jedoch mehr als kompensiert durch nochmals gestiegene Verkaufspreise. Der durchschnittliche Erlös je Mastschwein steigt um 8% von 212 auf 228 €, bei den Ferkeln sogar um 17% von 71 auf 83 €.
Die sonstigen betrieblichen Erträge, insb. die Zuschüsse sind deutlich gesunken, weil in diesem WJ 23/24 keine Coronabeihilfen mehr gewinnwirksam werden. Die Direktzahlungen und weiteren Zuschüsse machen gerade noch 3% der betrieblichen Erträge aus. Insgesamt steigen die betrieblichen Erträge je ha LF um 10%.
Auf der Aufwandsseite gibt es Einsparungen beim Dünger und besonders beim Futtermittelzukauf. Dafür müssen für Tierzukäufe (Ferkelzukäufe in Mastbetrieben), Saatgut und Pflanzenschutz, Lohnarbeit sowie für Maschinen- und Gebäudeunterhaltung mehr ausgegeben werden. Unterm Strich steigen die betrieblichen Aufwendungen um 9% pro ha LF.
Aufgrund der guten Gewinne wird auch die Investitionstätigkeit erhöht. Die Bruttoinvestitionen steigen um 12%, die über das Abschreibungsvolumen hinausgehenden Nettoinvestitionen sogar um 129%. Aber nur ca. 1% des Investitionsvolumens wird in Wirtschaftsgebäude getätigt. Das zeigt die große Verunsicherung und Zurückhaltung der Unternehmer in diesem Bereich.
Die 25% erfolgreichen Betriebe, was aber in der Auswertungskohorte dann nur noch 5 Betriebsabschlüsse sind, erzielen einen Durchschnittgewinn von 267.286 €. Gegenüber der E-Gruppe des Vorjahres ist dieser um ca. 12.700 € gesunken, aber immer noch 1,7-fach höher als beim Durchschnitt. Auch die E-Betriebe reduzieren ihre Flächen und ihren Viehbesatz, bewirtschaften aber dennoch 26% mehr LF und liegen auch im Viehbesatz 4% höher. Die Gruppe der diesjährigen E-Betriebe sind vor allem die Ferkelerzeugungsbetriebe. Im Durchschnitt halten sie 293 Zuchtsauen und verkaufen 8.010 Ferkel. Sie erwirtschaften 23% höhere betriebliche Erträge als der Durchschnitt aller ausgewerteten VE-Betriebe, haben aber nur einen 12% größeren betrieblichen Aufwand.
Ausgewählte Kennzahlen der ausgewerteten Veredlungs-Haupterwerbsbetriebe
