Stress – wenn Pflanzen sprechen könnten …

… dann bekäme mancher Gartenbesitzende was zu hören. Stattdessen sind Pflanzenliebhaberinnen und -liebhaber auf ihr geschultes Auge angewiesen, denn Pflanzen zeigen uns durch optische Signale, wenn sie durch z. B. Hunger, Durst, Hitze, Kälte gestresst sind. Wie Stresssymptome bei Pflanzen aussehen und was dagegen getan werden kann, hierzu einige Beispiele:

Frost

Frosttrocknisschäden

Frosttrocknisschaden bei Kirschlorbeer. Viele Blätter sind braun und abgestorben.
Frosttrocknisschaden bei Kirschlorbeer

Sie treten oft an Wintergrünen Stauden und immergrünen Laubgehölzen, besonders wenn sie in Gefäßen stehen, oder überwinterndem Gemüse bei länger anhaltenden Frostperioden ohne Schneeauflage auf. Bei gefrorenem Boden und sonnigem Wetter verdunsten die Blätter Wasser, ohne dass Wasser aus dem Wurzelbereich nachgeliefert werden kann. Es kommt zu Blattverbräunungen.

Frosttrocknisschaden bei überwintertem Spinat. Die Blattränder sind stark geschädigt.
Frosttrocknisschaden bei überwintertem Spinat

Helllaubige Kirschlorbeersorten, immergrüner Schneeball (Viburnum tinus) und Glanzmispel (Photinia) sind besonders gefährdet. In Jahren mit extremen Barfrösten kann das Laub komplett absterben, die Pflanzen treiben im Mai in der Regel von unten her wieder aus und erholen sich. Stehen die Pflanzen in Gefäßen, muss mit einem Totalausfall gerechnet werden. Als vorbeugende Maßnahme können gefährdete Pflanzen während der Dauer des Frostes mit Fichtenreisig, Jute- oder Vliesgewebe „eingepackt“ und so vor starker Sonneneinstrahlung und Verdunstung geschützt werden. Immergrüne Gehölze in Kübeln und Töpfen lassen sich am besten an einer sonnen- und windgeschützten Stelle direkt am Haus überwintern.

Vor länger andauernden Frostperioden ohne Schneeauflage sollten immergrüne Pflanzen gründlich gewässert werden.

Frostschäden

Frostrisse am Birnenstamm. Der Stamm ist an vielen Stellen in Längsrichtung aufgeplatzt.
Frostrisse am Birnenstamm
Frostschaden an Oleander nach dem Ausräumen aus einem ungeheizten Winterquartier nach einem strengen Winter. Die Blätter der Oleander sind papierartig vertrocknet und graugrün verfärbt.
Frostschaden an Oleander nach dem Ausräumen aus einem ungeheizten Winterquartier nach einem strengen Winter

An Bäumen können bei starkem Frost mit Sonneneinstrahlung Rindenrisse entstehen. Tagsüber heizt sich die der Sonne zugewandte Stammseite so stark auf, dass durch die Temperaturunterschiede zwischen Stammvorder- und Stammrückseite starke Spannungen entstehen, die zum Aufreißen der Rinde führen. Frostrisse können durch Umstellen der Stämme mit flexiblen Stammschutzmatten oder das Bestreichen mit weißen Stammanstrichen verhindert werden.

Bei Lagergemüse, z. B. Kartoffeln, Möhren oder Knollensellerie, welches in ungeheizten Räumen oder Erdlagern gelagert wird, ist bei Dauerfrösten unter –10 oC mit Frostschäden zu rechnen. Einige Hobbygärtnerinnen und -gärtner überwintern ihre nicht winterharten Kübelpflanzen über viele Jahre hinweg problemlos in ungeheizten Garagen und Ställen. Im kalten Februar 2012 mit Dauerfrost bis –20 oC war dieser Schutz nicht ausreichend und viele Pflanzen sind erfroren.

Spätfrostschäden

Bei Spätfrösten im Mai wird das frisch ausgetriebene, noch nicht abgehärtete Pflanzengewebe geschädigt. Nicht nur Triebe und Blätter, sondern auch diverse Früchte können betroffen sein.

Für viele Gemüsearten ist Spätfrost ein Kältereiz und sie reagieren mit der Umstimmung in die Blühphase, auch als „Schossen“ oder „Schießen“ bezeichnet. Kohlrabi, Kohl, Steckzwiebeln, Sellerie und Lauch können betroffen sein. Dieser Schaden ist den Pflanzen zunächst nicht anzusehen. Einige Wochen später schieben die Pflanzen die Blütenstände.

Wärmebedürftige Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Paprika, Fleißiges Lieschen oder Zinnien können irreversibel geschädigt werden, sodass neu gesät oder gepflanzt werden muss. Eine ein- oder zweilagige Abdeckung mit Frostschutzvlies oder Zeitungspapier kann die Pflanzen ausreichend schützen. Frostempfindliche Pflanzen sollten erst nach den Eisheiligen ins Freie geräumt oder ausgepflanzt werden.

Kälte, Hitze, Sonnenbrand

Kälteschäden

Jede Pflanze hat ihren eigenen, für ihr Wachstum optimalen Temperaturbereich. Wärmebedürftige Pflanzen, z. B. krautige Pflanzen wie Basilikum, Gurken, Tomaten, Auberginen, Begonien, Edellieschen, Fleißige Lieschen und Zimmerpflanzen, reagieren bereits im frostfreien Temperaturbereich bei 5 – 10 oC mit Kälteschäden. Kälteempfindliche Blüten und Blätter können glasig werden, meist zeigen aber zuerst die jüngsten Blätter Farbveränderungen. Die Blätter verlieren ihre grüne Blattfarbe und zeigen auffällige gelb- oder weißgrüne Blattscheckungen. Die Blätter wachsen zwar, durch die Kälte wird aber die Bildung des Blattgrüns (Chlorophyll) verhindert. Manchmal sind die Blätter zusätzlich deformiert.  Dieses Phänomen kann man z.B. bei Paprika-, Auberginen- und Gurkenjungpflanzen beobachten.

Zu niedrige Temperatur kann die Aufnahme und den Transport von Nährstoffen, z. B. Eisen oder Phosphor, in der Pflanze verhindern. Eisenmangel äußert sich in Form grün-gelber Blattscheckungen der jüngsten Blätter, bei Phosphormangel wird das Laub rötlich-bläulich.

Steigt die Temperatur wieder an, verschwinden die Blattverfärbungen meist wieder.

Auf den Blättern der Glanzmispel treten im Herbst/Winter bei Kälte häufig dunkle Blattflecken auf, die wie eine Infektion durch einen pilzlichen Blattfleckenerreger aussehen, was in Laboruntersuchungen nie bestätigt werden konnte. Der Neuaustrieb im Mai ist wieder völlig normal.

Werden Pflanzen beim Bewässern mit zu kaltem Wasser überbraust, kann das Laub geschädigt werden. Gleiches passiert bei zu heißem Wasser, wenn z. B. der Gartenschlauch in der Sonne liegt und sich darin längere Zeit stehendes Wasser aufheizt. Diese Schäden lassen sich vermeiden, wenn die Pflanzen direkt über den Wurzelballen bewässert werden.

Hitze und Sonnenbrand

Pflanzen, die auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorkultiviert werden, haben nur eine sehr dünne Wachsschicht auf den Blättern. Der Umzug ins Freie sollte nur bei bedecktem und nicht zu windigem Wetter erfolgen, sonst sind Blattverbrennungen vorprogrammiert.

An sehr heißen, lufttrockenen und windigen Sommertagen sind in den letzten Jahren immer wieder Sonnenbrand- bzw. Strahlungsschäden an Früchten von Obstgehölzen, Fruchtgemüsen und an Blättern verschiedener Gehölze aufgetreten. Normalerweise werden die Früchte durch das Laub vor hoher Einstrahlung geschützt. Bei Wind kann das Laub die Schattierfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Die Gefahr eines Sonnenbrands wird verringert, wenn man bei Obstgehölzen auf den Sommerschnitt verzichtet und mehr schützendes Laub am Baum belässt. Gewächshäuser mit Tomaten, Paprika oder anderem Fruchtgemüse können an Tagen mit sehr hoher Einstrahlung leicht schattiert werden.

Düngung

Die meisten Haus- und Kleingartenböden sind aufgrund der langjährigen Verwendung von Volldüngern und Kompost mehr als ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Dennoch treten in besonderen Situationen Ernährungsstörungen auf. Vor allem auf sandigen Böden, die von Natur aus nährstoffarm sind, kommt es öfters infolge Auswaschung zu Stickstoff-, Kalium- oder Magnesiummangel.

Allgemeiner Nährstoffmangel und Stickstoffmangel

Allgemeiner Nährstoffmangel und Stickstoffmangel können optisch kaum auseinandergehalten werden. Die Pflanzen bleiben im Wachstum zurück, das Laub ist hellgrün, die ältesten Blätter werden zunächst gelb, später braun.

Kaliummangel

Kaliummangel äußert sich bei vielen Pflanzen durch Verbräunung der Blattränder der älteren bis mittelalten Blätter. Da sandige Böden diesen Nährstoff nicht speichern können, ist hier am ehesten mit Kalium-Mangel zu rechnen. Kalium-Mangel kann leicht mit Trockenschäden und Streusalzschäden verwechselt werden.

Phosphormangel

Phosphormangel tritt in unseren Gärten selten auf, da die Gartenböden überwiegend extrem hohe Phosphor-Gehalte aufweisen.

Magnesiummangel

Magnesiummangel ist häufiger bei Weinreben und Nadelgehölzen anzutreffen. Bei Laubgehölzen wird an den älteren Blättern das Blattgewebe zwischen den dunkelgrünen Blattadern gelb. Man bezeichnet dieses Schadbild als Chlorose. Anders bei Nadelgehölzen: Hier werden die Nadelspitzen gelb (Gelbspitzigkeit).

Eisenmangel

Ein häufig anzutreffendes Nährstoffmangelsymptom ist Eisenmangel. Eisenmangel ähnelt Magnesiummangel. Allerdings treten die Blattchlorosen nur an den Triebspitzen und nicht an den älteren Blättern auf. Bei fortschreitendem Eisenmangel werden die Blattränder nekrotisch braun. Die eigentliche Ursache für Eisenmangel ist oft ein zu hoher pH-Wert des Bodens. Besonders anfällig sind Rhododendren, Hortensien und einige Beet- und Balkonpflanzen wie Zauberglöckchen, Pantoffelblumen, Petunien und Fächerblumen. Eine Düngung mit speziellen Eisendüngern beseitigt zwar die Symptome. Sinnvoller ist jedoch das Senken des pH-Wertes des Bodens durch Verwendung weichen Wassers (z. B. Regenwasser), Verzicht auf kalkhaltige Düngemittel oder Ausbringung elementaren Schwefels. Auf reinen Torf, dessen pH-Wert sehr niedrig ist, sollte im Haus- und Kleingarten aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes verzichtet werden.

Eisenmangel tritt auch auf verdichteten und vernässten Böden auf. Durch Sauerstoffmangel im Wurzelbereich können die Wurzeln Eisen nicht aufnehmen. Dauerhaft hilft in diesen Fällen nur eine tiefgründige Bodenlockerung oder eine Drainage.

Calciummangel

Der Nährstoff Calcium (Kalk) wird in der Pflanze mit dem Saftstrom transportiert. Bei sehr hoher Luftfeuchte oder extremer Hitze schließen die Pflanzen die Atmungsöffnungen der Blätter und der Saftstrom gerät ins Stocken. Das junge Wachstumsgewebe und sich entwickelnde Früchte werden nicht ausreichend versorgt, es kommt zum Calciummangel. Außerdem kann zu mastiges Wachstum oder ein Ungleichgewicht der Nährstoffe Calciummangel fördern. Typische Calciummangel-Symptome sind die Blütenendfäule an Tomaten und Paprika und die Stippe beim Apfel. Eine Spritzung der Äpfel mit Calcium-Chlorid bei Walnussgröße der Früchte kann die Stippe verhindern. Bei bereits sichtbaren Symptomen ist eine Kalkdüngung zwecklos.

Überdüngung

Überdüngte Geranien in einem Balkonkasten: Sie sind infolge zu hoher Salzbelastung im Wuchs sehr gedrungen.
Überdüngte Geranien bleiben infolge zu hoher Salzbelastung im Wachstum zurück.

Zu stark mit Stickstoff gedüngte Pflanzen haben satt-dunkelgrünes Laub, sie sind sehr mastig und dadurch sehr krankheitsanfällig.

Besonders bei zu hohen Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger bleiben die Pflanzen zunächst im Wachstum stehen.

Wird die Salzbelastung des Bodens zu hoch, sterben Wurzeln ab und die Pflanzen zeigen braune Blattrandnekrosen. Gerade bei Pflanzen in Gefäßen ist wegen des begrenzten Wurzelraums am ehesten mit Versalzungsschäden zu rechnen. Dann hilft nur noch kräftiges Wässern, um die Salzbelastung zu verringern.

Wasser

Wassermangel

An heißen, windigen Sommertagen verdunsten Pflanzen enorme Wassermengen. Länger anhaltende Trockenheit kann dann für Pflanzen ein echtes Problem werden. Die zurückliegenden heißen Sommer sind vielen noch in Erinnerung. Erst in den Folgejahren war das Schadensausmaß erkennbar, wenn viele Gehölze ohne ersichtlichen Grund abgestorben sind. Die Trockenheit hatte die Wurzeln so stark geschädigt, dass sich die Pflanzen nicht mehr erholen konnten. Besonders auf sandigen Böden ohne ausreichende Wasserzufuhr durch das Grundwasser starben Lebensbaum- und Scheinzypressenhecken, aber auch Fichten und Buchen ab. Durch Trockenheit vorgeschädigte Pflanzen sind besonders anfällig für Pilzinfektionen und Schädlingsbefall. 

Frisch gepflanzte Gehölze brauchen etwa 3 Jahre für die Ausbildung eines ausreichenden Wurzelsystems. In diesen Jahren sollten sie bei länger anhaltenden Trockenperioden vor Welkebeginn durchdringend gewässert werden. Als Faustzahl gelten:

  • 70-100 Liter Wasser pro Baum
  • 10-20    Liter Wasser pro Strauch
  • 20-30    Liter Wasser pro m² Bodendeckerpflanzen

Damit Rasenflächen auch im Sommer grün bleiben, muss in Trockenperioden bei Lehmböden alle 3 – 4 Tage mit 25 Liter Wasser pro m² bewässert werden, bei sandigen Böden alle 2 Tage mit etwa 15 Liter pro m². Ist der Rasen erst mal braun geworden, haben Unkräuter beste Chancen, sich auf den Kahlstellen auszubreiten.

Um einen trockenen Boden zu durchfeuchten, sind folgende Wassermengen notwendig:

  • 10 l pro m² für 10 cm Bodentiefe
  • 20 l pro m² für 20 cm Bodentiefe
  • 30 l pro m² für 30 cm Bodentiefe

Damit das Wasser gleichmäßig in den Boden eindringen kann und nicht oberflächlich oder in Bodenrissen abläuft, sollte die notwendige Wassermenge in kleinere Einzelgaben aufgeteilt werden.

Das Wasserspeichervermögen (pflanzenverfügbares Wasser) eines Bodens ist von der Bodenart abhängig:

  • Sand                        25 Liter pro m²                       
  • Sandiger Lehm      40 Liter pro m²
  • Lehm                       55 Liter pro m²
  • Schluffiger Lehm   65 Liter pro m²
  • Toniger Lehm        60 Liter pro m²
  • Ton                          50 Liter pro m²

Laubgehölze zeigen Trockenschäden sehr schnell. Zunächst welkt das Laub, bei anhaltendem Trockenstress entstehen braune Blattrandnekrosen. Die Symptome können mit Streusalzschäden und Kaliummangel verwechselt werden. Die Symptomausprägung bei Nadelgehölzen und Koniferen ist deutlich zeitverzögert, sie werden deshalb häufig nicht mit einer vor längerer Zeit zurückliegenden Trockenperiode in Zusammenhang gebracht. Von innen heraus werden die Nadeln braun und fallen ab.

Staunässe

Stehen Pflanzen längere Zeit im Wasser, kommt es zu Sauerstoffmangel im Wurzelbereich.
Eisenmangel und Infektionen mit bodenbürtigen Pilzerkrankungen wie Stammgrundfäule und Wurzelfäule sind die Folge.

Wurzel- oder Stammgrundfäule bei Chrysanthemenbüschen, verursacht durch Staunässe: Ein Bestand mit Chrysanthemenbüschen steht etwa 5 cm tief im Wasser. Einige Pflanzen welken, das Laub ist fahlgrün.
Wurzel- oder Stammgrundfäule bei Chrysanthemenbüschen, verursacht durch Staunässe

In Übertöpfen oder Untersetzern sollte – mit wenigen Ausnahmen – überschüssiges Wasser grundsätzlich nicht länger als 30 Minuten stehen bleiben.

Pflanzgefäße mit Wasserspeicherfunktion sollten nicht konstant auf maximalem Wasserstands-Niveau gehalten werden. Wichtig ist, dass der Wurzelballen zwischenzeitlich abtrocknen kann.

Auch Pflanzen in Hydrokultur sollten nicht überstrapaziert werden. Nur in seltenen Fällen sollte die Wasserstandsanzeige bis „Maximum“ aufgefüllt werden. Besser ist es, wenn der Wasserstandsanzeiger öfters bis auf „Minimum“ sinkt.

Primeln mit Eisenmangelsymptomen infolge von Staunässe und Sauerstoffmangel im Wurzelbereich: Getopfte Primeln stehen im Wasser. Die Blätter sind hellgrün und chlorotisch.
Primeln mit Eisenmangelsymptomen infolge von Staunässe und Sauerstoffmangel im Wurzelbereich

Wasserabzugslöcher von Pflanzgefäßen sollten hin und wieder auf deren Wasserdurchlässigkeit überprüft werden. Manchmal können auswachsende Wurzeln das Abzugsloch zuwachsen.

Rhododendren, Azaleen und Hortensien sind die reinsten „Schluckspechte“. Bei Wassermangel werfen sie schnell einen Teil ihrer Blätter ab. Staunässe oder permanent hohe Bodenfeuchte vertragen diese Pflanzen jedoch auch nicht.

Papyrus, Zimmerbambus und Sumpf- und Wasserpflanzen gehören zu den wenigen Pflanzen, die dauerhaft stehendes Wasser vertragen oder benötigen.

Pflanzenschutzmittel

Risiken beim Pflanzenschutzmitteleinsatz

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollte mit Bedacht erfolgen. Beobachtungen aus der Praxis belegen, dass häufige Spritzungen die Wüchsigkeit und Vitalität der Pflanzen negativ beeinflussen können.

Jede Spritzbehandlung ist mit einem gewissen Risiko verbunden, denn nicht immer wird das eingesetzte Mittel von der Pflanze vertragen. Verschiedene Sorten der gleichen Pflanzenart können auf eine Behandlung unterschiedlich reagieren. Eine nicht sachgemäße Anwendung – z. B. Überkonzentration sowie Spritzung bei Hitze, hoher Sonneneinstrahlung und geringer Luftfeuchte – kann bei Pflanzen starke Schäden hervorrufen.

Bei blühenden Pflanzen ist besondere Vorsicht geboten. Wird ein Pflanzenschutzmittel vom Laub problemlos vertragen, gilt dies noch lange nicht für die Blüten. Diese sind nämlich sehr empfindlich.

Pflanzen schützen ihre Blätter mit einer wachsartigen Schutzschicht (Kutikula) gegen verschiedene Einflüsse. Je länger die Sonne scheint, desto dicker ist die Wachsschicht und desto robuster ist die Pflanze. Einer Pflanzenschutzspritzung sollten deshalb ein bis zwei Tage sonniges Wetter vorausgegangen sein. Das geringste Schadensrisiko besteht, wenn dann bei bedeckter, windstiller und trockener Witterung gespritzt wird. An sonnigen Tagen sollte nur frühmorgens oder spätabends gespritzt werden.

Schäden durch Unkrautvernichter

Spritzschaden durch Unkrautbekämpfungsmittelreste in einer Spritze, die nur mit Wasser gereinigt wurde: Die Blätter der Pflanze sind stark punktförmig verätzt.
Spritzschaden durch Unkrautbekämpfungsmittelreste in einer Spritze, die nur mit Wasser gereinigt wurde

Auf Rasenflächen und zwischen den Kulturpflanzen kann das Unkraut mit Unkrautvernichtern (Herbizide) bekämpft werden. Doch Vorsicht! Gelangt etwas von dem Mittel auf die Kulturpflanze, kann dies verheerende Folgen haben.

Wird z. B. ein wuchsstoffhaltiger Rasenunkrautvernichter bei hoher Temperatur auf Rasenflächen unter Bäumen ausgebracht, können durch die Thermik kleinste Partikel nach oben auf das Laub geweht werden und das Laub schädigen. Auch über die Wurzeln können Gehölze Wuchsstoffe aufnehmen, wenn es nach der Ausbringung stärker regnet oder häufig bewässert wird und dadurch der Wirkstoff in den Wurzelbereich gelangt. Schäden durch wuchsstoffhaltige Herbizide sind daran zu erkennen, dass Triebe und Blätter starke Verdrehungen und Aufwölbungen aufweisen.

Wuchsstoffschaden bei Amberbaum einige Wochen nach Ausbringung eines Rasendüngers mit Unkrautvernichter auf der angrenzenden Rasenfläche. Die jüngeren Blätter sind stark aufgewölbt und verdreht.
Wuchsstoffschaden bei Amberbaum einige Wochen nach Ausbringung eines Rasendüngers mit Unkrautvernichter auf der angrenzenden Rasenfläche
Schäden durch Glyphosat-haltiges Unkrautbekämpfungsmittel an Himbeere. Die jungen Austriebe und Blätter sind gelblich-weiß und unvollständig ausgebildet.
Schäden durch Glyphosat-haltiges Unkrautbekämpfungsmittel an Himbeere

Während Rasenunkrautvernichter selektiv wirken und nur zweikeimblättrige Unkräuter abtöten, machen blattaktive Totalherbizide keinen Unterschied zwischen einkeimblättrigen Pflanzen (z. B. Gräsern) und allen anderen Pflanzen. Alle von dem Mittel getroffenen grünen Pflanzenteile werden geschädigt. Im Handel erhältliche Totalherbizide enthalten die Wirkstoffe Pelargonsäure, Essigsäure oder Glyphosat. Mittel auf Pelargonsäure- oder Essigsäurebasis „verätzen“ das Laub, dringen aber nicht in die Wurzel ein. Wurzelunkräuter treiben später wieder aus. Der Wirkstoff Glyphosat wirkt im Saftstrom der Pflanze und kann bis tief in die Wurzeln eindringen. Kleinste aufgenommene Mengen können die Kulturpflanzen so stark schädigen, dass das Wachstum über lange Zeit beeinträchtigt wird.

Unkrautbekämpfungsmittel sollten immer mit einer eigens dafür vorgesehenen Spritze ausgebracht werden. Trotz sorgfältiger Reinigung nach Gebrauch können kleinste, an der Behälterinnenwand anhaftende Restmengen starke Spritzschäden verursachen, wenn diese Spritze für andere Pflanzenschutzspritzungen verwendet wird. Zur sicheren Beseitigung von Herbizidrückständen im Spritzbrühebehälter empfehlen Hersteller spezielle Reinigungsmittel.

Verletzungen

Unwetterschäden

Verletzungen an Apfeltrieb und -blättern durch Hagelschlag: Die Blätter wirken zerfetzt. Die grüne Rinde am Neuaustrieb ist stellenweise aufgeplatzt und braun verfärbt.
Verletzungen an Apfeltrieb und -blättern durch Hagelschlag

In der freien Natur werden Gehölze bei Unwettern kräftig „in die Mangel genommen“. Sind die Astbruchschäden nicht allzu groß, erholen sich die Bäume wieder. Einige Wochen später sieht man den Gehölzen aus der Entfernung die Schädigung nicht mehr an. Bei näherer Betrachtung erkennt man allerdings Vernarbungen oder das sich bereits bildende Wundkallusgewebe.

Hagelschäden an Pflanzen und Früchten (z. B. an Apfel- und Birnenbäumen) werden oft nicht sofort erkannt. Gartenbesitzerinnen und -besitzern fallen die durch den Hagel hervorgerufenen rätselhaften Fruchtmissbildungen und Rindennekrosen erst nach Wochen auf. Sie bringen sie aber mit dem zurückliegenden Ereignis nicht in Verbindung.

Wundstellen nach Verletzungen können Eintrittspforten für Pilzkrankheiten und Bakterien sein. Momentan sind für den Haus- und Kleingarten keine Pflanzenschutzmittel zugelassen, die unmittelbar nach einem Hagelschaden zum vorbeugenden Schutz gegen Pilz- und Bakterienerkrankungen eingesetzt werden können.

Unsachgemäße Schnittmaßnahmen

Wer einen Garten besitzt, muss hin und wieder zu Säge, Ast- und Heckenschere greifen, um die Pflanzen in Zaum zu halten oder – wie bei Apfel- und Birnbäumen – die Ertragskraft zu erhalten oder zu steigern. Die Wundstellen nach dem Schnitt verheilen von allein, wenn die abgeschnittenen Äste fingerdick sind. Größere Wunden können unmittelbar nach dem Schnitt mit einem Wundverschlussmittel bestrichen werden.

Nicht nur eine optische Katastrophe! Massiver Rückschnitt einer Leylandzypressenhecke: Die Hecke wird an den Seiten schlimmstenfalls nicht mehr austreiben. Bis zu einer Höhe von ca. 2,5 m ist die Hecke seitlich so stark zurückgeschnitten worden, dass dort nur noch braune Äste und Nadeln zu sehen sind.
Nicht nur eine optische Katastrophe! Massiver Rückschnitt einer Leylandzypressenhecke: Die Hecke wird an den Seiten schlimmstenfalls nicht mehr austreiben.

Nicht jedes Gehölz verträgt Schnittmaßnahmen gleich gut. Einerseits muss man zwischen Laub- und Nadelgehölz unterscheiden, andererseits aber auch nach der Pflanzengattung.

Laubgehölze vertragen stärkere Rückschnittmaßnahmen mit einigen Ausnahmen gut. Weidenarten und Haselnuss, als Beispiel, sind nach einem Verjüngungsschnitt sehr regenerationsfähig und austriebsstark. Anders dagegen z. B. Goldregen, Ginster oder Zierapfel, denn sie treiben von der Basis her kaum aus.

Bei Nadelgehölzen und Koniferen ist Vorsicht angesagt! Sie treiben nur aus Trieben mit grünen Nadeln willig wieder aus. Ein Verjüngungsschnitt würde den sicheren Tod bedeuten. Eiben, als einzige Ausnahme, können stärker zurückgeschnitten werden, da sie sich aus der Basis gut regenerieren können.

Neben der Schnitttechnik ist auch der Schnittzeitpunkt entscheidend für die Verträglichkeit. Fast alle Laubgehölze können im Winter geschnitten werden. Für Arten, bei denen der Saft bereits sehr früh zu steigen beginnt, z. B. Ahorn und Birke, ist der Vorwinter, für Arten mit weichem Mark, z. B. Trompetenbaum, der Spätwinter der beste Zeitpunkt. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. Zu groß gewordene Süßkirschenbäume sollten während oder unmittelbar nach der Ernte zurückgenommen werden, Walnussbäume Anfang August.

Schäden an Wurzeln und Stamm

Beim Verpflanzen von Gehölzen wird deren Wurzelwerk beschädigt. Damit das Gehölz an seinem neuen Standort gut anwächst, muss ein ausreichendes Feinwurzelsystem vorhanden sein. Auf keinen Fall sollte der Wurzelballen stark beschnitten werden, nur um in ein vorgegebenes, im Größenverhältnis zu kleines Pflanzloch zu passen. Stattdessen sollte das Pflanzloch vergrößert werden.

Solitärgehölze und Heckenpflanzen werden oft als Ballenware mit einem den Wurzelballen umgebenden Jutegewebe angeboten. Nur wenn der Ballen Feinwurzeln enthält und nach dem Öffnen des Ballentuchs nicht auseinanderfällt, kann das Gehölz gut anwachsen.

Soll ein Gehölz verpflanzt werden, kann man ein Jahr vor dem Umpflanzen spatentief den Wurzelbereich umstechen. Dies regt die Bildung eines dichten Wurzelballens an und die Pflanze hat bessere Anwachschancen.

Baumaßnahmen in unmittelbarer Nähe von Gehölzen bedeuten oft einen massiven Eingriff in deren Wurzelsystem, wenn große Wurzelstränge gekappt werden. Als Folge kümmern die Bäume einige Jahre und werden aufgrund ihrer Schwächung von holzzerstörenden Pilzen befallen. Mit gleichen Folgen ist zu rechnen, wenn das Erdniveau um den Stamm herum angehoben und um den Stammgrund Erde aufgeschüttet wird.

Immer wieder zu beobachten sind Stammschäden durch unachtsamen Einsatz von Rasenmähern und Freischneidern. Die Vitalität der Bäume kann stark darunter leiden.

Bodenverdichtung

Ursachen für schlechtes Wachstum von Pflanzen

Haben Sie den Eindruck, dass in Ihrem Garten oder in bestimmten Bereichen des Grundstücks überhaupt nichts richtig wachsen will? Gründe dafür können sein:

  • der Boden ist zu sauer oder zu alkalisch
  • keine ausreichende Wasserversorgung
  • extremer Nährstoffmangel
  • Pilzerkrankungen im Wurzel-/Stammbereich, z. B. Hallimasch oder Phytophthora
  • verdichteter Boden

Ursachen für Bodenverdichtungen

Bodenverdichtungen sind oft die Ursache für schlechtes Wachstum.

Beim Hausbau wird zunächst der Mutterboden abgetragen und an anderer Stelle zwischengelagert. Während des Hausbaus werden schwere Maschinen und Geräte eingesetzt, die auf den Unterboden einen enormen Druck ausüben. Vor allem, wenn der Boden wassergesättigt ist und dann befahren wird, wird die Bodenstruktur stark geschädigt.

Ist das Haus fertig, kommt zum Schluss – oft unter Termindruck – der Garten an die Reihe. Bevor der Mutterboden aufgebracht wird, sollte der Unterboden tiefgründig gelockert und rückverdichtet werden. Diese Maßnahme unterbleibt oft. Stattdessen wird der lockere Mutterboden einfach aufgeschüttet und der Garten angelegt. Neuanpflanzungen benötigen einige Jahre, bis sie sich etabliert haben und so fällt es zuerst gar nicht auf, dass mit dem Boden etwas nicht stimmt.

Die Pflanzen beginnen zu kümmern. Die Wurzeln schaffen es nicht, die verdichtete Bodenschicht zu durchwachsen. Bei Starkregen kann das Wasser nicht schnell genug ablaufen, es kommt zu Staunässe und Sauerstoffmangel im Boden. Die Wurzeln sterben ab und es besteht die Gefahr einer Pilzinfektion.

Um einer Bodenverdichtung auf die Spur zu kommen, sollte man zunächst mit einer spitzen Metallstange in den feuchten Boden stechen. Man merkt schnell am Bodenwiderstand, ob man „auf Granit stößt“ oder ob der Boden gut durchlässig ist. Zusätzlich kann man einzelne Gehölze ausgraben und das Wurzelbild untersuchen. Wachsen die Wurzeln zunächst senkrecht nach unten und knicken irgendwann um 90 Grad ab, ist dies ein sicheres Indiz für eine undurchlässige Bodenschicht.

Bodenverdichtungen können auch geologisch entstanden sein. Im hessischen Ried findet man z. B. eine sogenannte kalkhaltige Rheinweißschicht, die den Boden nach unten hin komplett absperrt. Auf sehr lehmigen oder tonigen Böden spricht man auch von einer Lettenschicht.

Zwei nebeneinanderliegende quadratische Rosenbeete. Auf dem linken Beet blühen ca. 50 cm hohe Beetrosen, auf dem rechten Beet sind die Rosen nur ca. 20 cm hoch und sind spärlich gewachsen.

Maßnahmen bei Bodenverdichtungen

Bodenbearbeitung mit einem Tiefenlockerer: Ein ca. 50 cm tief ausgehobenes 4 m breites Beet mit Erdaushub rechts des Beetes. Ein Schlepper mit einem Tiefenlockereranbaugerät lockert das ausgehobene Beet.
Bodenbearbeitung mit einem Tiefenlockerer
Gemüse- und Erdbeeranbau in Hochbeeten: In jeweils 2 übereinandergestapelten und mit Erde gefüllten rechteckigen ca. 40 cm hohen Kunststoffgitterkörben wachsen Gemüse und Erdbeeren.
Gemüse- und Erdbeeranbau in Hochbeeten

Auf größeren Flächen kann der Boden tiefgepflügt oder bis etwa 1 m Tiefe mit Tiefenlockerern aufgebrochen werden. In kleineren Gartenparzellen, dort wo vielleicht durch langjähriges Fräsen eine Bodenverdichtung entstanden ist, kann man den Boden zwei- bis dreispatentief umgraben. Vor einer Neupflanzung sollte der Boden wieder leicht rückverdichtet werden, sonst sackt der Boden im Laufe der Zeit wieder zusammen und ein neuer Verdichtungshorizont entsteht. Zusätzlich können tiefwurzelnde Gründüngungspflanzen gesät werden. Dazu zählen z. B. Ölrettich oder Luzerne, die mit ihren tief reichenden Wurzeln leichte Bodenverdichtungen aufbrechen können. Wurden Gehölze auf einen verdichteten Boden gepflanzt, kann man versuchen, mittels Brechstange oder Erdbohrer die Bodenverdichtung zu durchstoßen.

Schwere Böden sollten erst umgegraben werden, wenn der Boden abgetrocknet ist und nicht mehr an Schuhen oder Spaten kleben bleibt. Der Boden würde sonst seine lockere Struktur verlieren. 

Ist der Aufwand für eine Tiefenlockerung zu groß, hat man immer noch die Möglichkeit, in Gefäßen oder auf Hochbeeten zu kultivieren.

Natriumchlorid, Urin, Gase und Getränke

Streusalz-/Natriumchlorid-Schäden

Streusalzschaden an Kugelahorn: Die Blätter eines Kugelahorns am Straßenrand haben braune Blattränder.
Streusalzschaden an Kugelahorn

In schneereichen Wintern wird auf vielen Straßen und Gehwegen Streusalz gestreut. Streusalz enthält Natrium und Chlorid – zwei Spurenelemente, die Pflanzen zwar benötigen, aber nur in äußerst geringen Mengen. In größeren Mengen sind die beiden Stoffe schädlich für die meisten Pflanzenarten. Pflanzen, die nahe an Straßen oder Gehwegen wachsen, können ganz schön ins „Schleudern“ kommen, wenn zu viel Streusalz in deren Wurzelbereich gelangt. Die Schäden (braune Nekrosen am Blattrand) sieht man erst im Frühjahr/Sommer. In trockenen Jahren sollte man die Pflanzen gut wässern, damit das Salz in tiefere Bodenschichten ausgewaschen wird.

Natriumchlorid-Schaden an Kirschlorbeer: Der Kirschlorbeer wurde in einem heißen, trockenen Sommer oft mit Leitungswasser bewässert, welches mit Natriumchlorid enthärtet wurde. Die Blattränder sind braun und abgestorben.
Natriumchlorid-Schaden an Kirschlorbeer: Der Kirschlorbeer wurde in einem heißen, trockenen Sommer oft mit Leitungswasser bewässert, welches mit Natriumchlorid enthärtet wurde.

In Regionen mit sehr hartem Leitungswasser lassen einige Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer das Wasser mittels Enthärtungsanlage enthärten. In solchen Anlagen werden die härtebildenden Ionen meist durch Natriumchlorid ausgetauscht. Die Enthärtung des Wassers verhindert die Bildung von Kalkflecken auf Armaturen im Haus und das Verstopfen von Tropfbewässerungsleitungen der Gartenbewässerung. Werden Pflanzen in Töpfen häufig mit diesem enthärteten Wasser gegossen, kann auch dies schnell zu oben genannten Schäden führen. In sehr trocken-heißen Sommern können Schäden auch bei Gartenpflanzen auftreten, wenn sie sehr oft bewässert wurden und kein natürlicher Niederschlag fällt.

Streusalz- bzw. Natriumchlorid-Schäden können mit Trockenschäden oder Kaliummangel verwechselt werden.

Urin von Hund und Katze

Kreisrunde braune Stellen im Rasen nach dem Urinieren eines Vierbeiners: Um die im Durchmesser 10 - 20 cm großen abgestorbenen Stellen wächst bereits ein sattgrüner Ring Gras.
Kreisrunde braune Stellen im Rasen nach dem Urinieren eines Vierbeiners

So schön Hund und Katze auch sind, ihre Hinterlassenschaften können manche Gartenbesitzerinnen und -besitzer „ganz schön auf die Palme bringen“.

Hunde- und Katzenurin enthält Harnsäure, welche getroffene Pflanzenteile verätzt.

Ein schöner, grüner Rasen kann sich – wird er häufig frequentiert – in eine kraterartige Rasenlandschaft verwandeln.

Die Harnsäure wird im Laufe der Zeit in Stickstoff umgewandelt und kann als Nährstoff von den Pflanzen aufgenommen werden.

Gut erkennbar ist dies an den sattgrünen Grasbüscheln, die an den Stellen, die zuvor braun aussahen, geradezu explodieren. Zwar erholt sich der Rasen wieder, die braunen Fehlstellen bieten aber zugeflogenen Unkrautsamen einen idealen Nährboden.

Gase

Irreparable Blattschäden an Primeln, verursacht durch eine Undichtigkeit im Abgasrohr einer Heizungsanlage im Gewächshaus: Die Blätter sind partiell papierartig und grau verfärbt.
Irreparable Blattschäden an Primeln, verursacht durch eine Undichtigkeit im Abgasrohr einer Heizungsanlage im Gewächshaus

Gasförmige Schadstoffe begleiten uns überall in unserem Leben. Weichmacher, Formaldehyd, Lösungsmittel, um nur einige zu nennen, können gesundheitliche Schäden verursachen – besonders in geschlossenen Räumen. Doch nicht nur Menschen können darauf empfindlich reagieren. Auch Pflanzen – in unseren Wohnungen sind dies Zimmerpflanzen – können geschädigt werden, wenn bestimmte Konzentrationen überschritten werden. Untypisch entwickelte Blätter und Triebe oder Verbrennungen deuten auf diesen Umstand hin. Gerade nach Renovierungsarbeiten, bei denen lösungsmittelhaltige Materialien verarbeitet wurden (Farben, Lacke, Klebstoffe), neue Bodenbeläge verlegt oder neue Möbel angeschafft wurden, sollten die Zimmerpflanzen genau beobachtet werden. Nach entstandenem Schaden hilft nur häufiges Lüften. Sobald der Schadstoff ausgegast ist, wachsen die Pflanzen wieder normal weiter.

Viele Zimmerpflanzenarten können übrigens mithilfe ihrer Mikroorganismen im Wurzelbereich Schadstoffe aus der Luft filtern.

Getränke

Kletterfeige (Ficus pumila) in Hydrokultur: In das Anstauwasser wurde koffeinhaltige Limonade „entsorgt“. Die Blätter sind papierartig und eingerollt. Die Triebe wirken leblos.
Kletterfeige (Ficus pumila) in Hydrokultur: In das Anstauwasser wurde koffeinhaltige Limonade „entsorgt“.

Was haben Milchkaffee, Cola, Schnaps und Bier mit Stress bei Pflanzen zu tun? Gar nichts, wenn sie denn ihrer eigentlichen Bestimmung gemäß unserem Körper zugeführt werden. Dies ist nicht immer der Fall. In Büroräumen oder Restaurants hat es sich scheinbar etabliert, abgestandene Getränke in einem unbeobachteten Moment in die vorhanden Pflanzgefäße zu entsorgen. Nach dem Motto: „Was soll da schon passieren?“, denkt sich niemand etwas dabei. Raumpflegepersonal, welches Hydrokulturgefäße als Ausguss für gebrauchtes Putzwasser missbraucht, handelt genauso unüberlegt. Diese „Aktionen“ können für Pflanzen tödlich enden. Die oben genannten Flüssigkeiten führen zu Sauerstoffmangel im Wurzelbereich, verändern drastisch den pH-Wert und führen zum Absterben der Wurzeln. Ausgesprochen empfindlich reagieren Pflanzen in Hydrokulturgefäßen, deren Nährlösung nicht in der Lage ist, diese Schadstoffe abzupuffern. Wenn überhaupt, können geschädigte Pflanzen nur gerettet werden, wenn sie umgetopft bzw. bei Hydrokulturpflanzen die Nährlösung komplett erneuert wird.

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