Balz der Rebhühner geht zu Ende
Rebhühner beginnen früh im Jahr mit ihrer Balz. Bei guten Bedingungen konnte man zwischen Mitte Februar und Ende März bei einem Spaziergang in den Morgen- oder Abendstunden die Rufe der Hähne hören.
Mit Beginn der Balz lösen sich die über Herbst und Winter bestehenden Familienverbände (Ketten) der Rebhühner auf und die Partnersuche beginnt. Erfahrene Elterntiere, die bereits erfolgreich gebrütet haben, bleiben häufig zusammen. Die inzwischen erwachsenen Jungtiere aus der letzten Brut nehmen erstmals am Balzgeschehen teil und suchen nach einem Partner außerhalb ihres Familienverbands.
Revierverhalten der Hähne wird für Erfolgskontrolle genutzt

Rebhähne sind sehr territorial. Sie verteidigen ihr Revier mit Rufen und notfalls auch körperlich. Hört ein Hahn den Ruf eines Rivalen, antwortet er, um zu zeigen, dass sein Revier besetzt ist. Dieses Verhalten wird auch für das Monitoring im Nordhessischen Feldflurprojekt zum Rebhuhnschutz genutzt, um den Erfolg der umgesetzten Maßnahmen, d.h. deren Wirkung auf den Rebhuhnbesatz zu überprüfen.
Mithilfe einer sogenannten Klangattrappe ist es möglich, die in einem Gebiet anwesenden männlichen Rebhühner zu zählen. Hierbei werden diese in den frühen Morgenstunden oder am Abend kurz nach Sonnenuntergang akustisch zum Antworten animiert.
Besonders effektiv ist die Methode, wenn mehrere Beobachtende flächendeckend, d.h. gleichzeitig auf verschiedenen Transekten, kartieren. So ergibt sich ein guter Überblick über die besetzten Reviere. Allerdings lässt sich von der Zahl rufender Hähne nicht auf die Zahl der Brutpaare schließen, da nicht jeder Hahn eine Henne findet.
Da diese Zählmethode die Hähne in ihrem Revierverhalten provoziert, sollte sie nur sehr sparsam angewendet werden! Jede dieser Reaktionen bedeutet einerseits einen erhöhten Energieaufwand für die Tiere, andererseits kann auffälliges Verhalten zur Balz auch Beutegreifer aufmerksam machen und die Hähne in Gefahr bringen.
Frühe Balz aber späte Brut
Nach der frühen Balz folgt eine lange „Verlobungszeit“. Erst ab Anfang Mai legt die Henne bis zu 20 Eier in eine mit wenig Gras ausgepolsterte Bodenmulde – bevorzugt in überjährigen Brachen, Blühstreifen, Feldrändern oder Säumen.
Mit dem Brüten beginnt sie erst, wenn das Gelege vollständig ist. Nach etwa 25 Tagen Brutzeit schlüpfen alle Küken nahezu gleichzeitig, meist im Juni oder Juli. Somit kann die Mahd von Säumen und Wegrändern im Mai, Juni und Juli zu Gelegeverlusten führen und zur tödlichen Gefahr für die Rebhühner werden.
Rebhühner fördern und schützen
Im nordhessischen Feldflurprojekt im Schwalm-Eder-Kreis liegt der Schwerpunkt auf dem Schutz des Rebhuhns. Von den Maßnahmen profitieren auch viele andere Arten wie Goldammern, Feldlerchen, Wachteln, Schleiereulen, Feldhasen und zahlreiche Insekten.
Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für die enge und effektive Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz. Durch die Teilnahme an freiwilligen Artenschutzmaßnahmen, wie z.B. die Anlage von strukturierten, mehrjährigen Blühflächen, tragen Landbewirtschaftende effektiv dazu bei, die heimische Artenvielfalt zu erhalten und zu steigern.
Auch die Kommunen im Projektgebiet unterstützen das Vorhaben, indem sie ihre Flächen und Ränder seltener und später pflegen – ebenfalls ein wichtiger Faktor für den Projekterfolg.


