Ergebnisse der LSV Öko-Wintertriticale 2025
Wintertriticale glänzte erneut mit Höchsterträgen in den Öko-Landessortenversuchen.
Triticale ist eine Kreuzung aus Winterweizen und Winterroggen und kombiniert die geringe Krankheitsanfälligkeit des Roggens mit der hohen Ertragsfähigkeit des Weizens. Dabei ist Triticale aber nicht nur die Kultur für die knapperen Standorte, sondern auch auf ertragsstarken Böden kann Triticale unter Ökobedingungen durchaus mit den ertragsstärksten Futterweizensorten mithalten. Dies hat sie auch in diesem Jahr wieder auf den beiden hessischen Versuchsstandorten in Alsfeld-Liederbach mit durchschnittlich 93 dt/ha und in Frankenhausen mit durchschnittlich 83 dt/ha unter Beweis gestellt.
Triticale mit guter Beikrautunterdrückung

Neben dem hohen Ertragspotential ist auch die zügige Jugendentwicklung im Frühjahr hervorzuheben. Eine rasche Frühjahrsentwicklung mit guter Bodenbedeckung und hoher Massebildung ist die Voraussetzung für einen konkurrenzstarken Bestand. Auch langstrohige Sorten tragen zu einer guten Beikrautunterdrückung bei. Am Standort Frankenhausen erreichen die kürzesten Sorten Charme und Tributo bereits eine Wuchshöhe von 112 cm, die längsten Sorten im Sortiment (Kitesurf, Tiesto und Bicross) erreichen Pflanzenlängen von 130 cm. Trotz dieser hochwachsenden Bestände ist die Standfestigkeit bei Triticale üblicherweise kein Problem. Selbst bei den hohen Erträgen in diesem Jahr haben sich die Sorten sehr standfest gezeigt. Bei ungünstigen Witterungsbedingungen wie vor der Ernte 2023 können aber lageranfällige Sorten wie Brehat stärker ins Lager gehen. Dies ist bei der Sortenwahlstandortabhängig zu berücksichtigen.
Zwei Versuchsstandorte für Öko-Triticale in Hessen
In Hessen werden Triticalesorten auf zwei Öko-Standorten geprüft. In Alsfeld-Liederbach rotiert der Sortenversuch auf den Betriebsflächen des seit 1989 biologisch-dynamisch bewirtschafteten Betriebs Kasper und steht stets im ersten Jahr nach zweijährigem Feldfutterbau. Der zweite Versuchsstandort liegt auf der hessischen Staatsdomäne Frankenhausen. Auch hier steht der Versuch nach zweijährigem Futterbau. Beide Versuche konnten bei guten Bedingungen Mitte Oktober gesät werden. Zwei Wochen nach der Aussaat sind die Sorten aufgelaufen. Die Vorwinterentwicklung bis Mitte November war recht zügig, ist dann aber durch Nachtfröste deutlich verlangsamt worden. Die Sorten sind daher mit 2-3 Laubblättern in den Winter gegangen. Im Frühjahr bzw. Frühsommer traten länger anhaltende Trockenphasen auf. Die Trockenphase im März/April konnte ideal für die mechanische Beikrautregulierung genutzt werden. Auf den tiefgründigen Versuchsstandorten haben beide Trockenphasen nicht zu Trockenschäden geführt. Bevor die Sorten mit Wachstumsdepressionen reagieren konnten, sind passend Niederschläge gefallen. Das Wachstum von Schadpilzen wie Rhynchosporium, Septoria oder Mehltau ist durch diese Trockenphasen stark gehemmt worden. Auch Gelb- und Braunrost haben in diesem Jahr kaum eine Rolle gespielt. Die im ökologischen Landbau dünneren Pflanzenbestände tragen ebenfalls zu einem geringeren Pilzdruck bei.
Physiologische Blattflecken im Frühjahr
Im Mai war das Auftreten von Blattflecken zu beobachten, die denen der Pilzkrankheit DTR-Blattdürre sehr ähnlich waren. Allerdings hatten diese Flecken keine pilzlichen Erreger als Ursache, sondern waren wahrscheinlich durch Umwelteinflüsse wie hohe Tag-Nacht-Temperaturschwankungen oder intensive Strahlung verursacht. Im Sortenversuch war besonders die Sorte Lumaco stark von diesen Blattflecken betroffen. Ob und wie stark diese Blattflecken ertragsrelevant waren, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.
Rekorderträge auf den Versuchsstandorten
In Alsfeld erreichten gleich zwei Sorten (Brehat und Tributo) Erträge über 100 dt/ha. Brehat ist damit in diesem Jahr auf beiden Standorten die ertragsstärkste Sorte und übertrifft die beiden Vorjahresergebnisse deutlich. Die ebenfalls mehrjährig geprüften Sorten Kitesurf, Charme und Lumaco bestätigen in diesem Jahr die Ergebnisse aus den beiden Vorjahren: Kitesurf mit unterdurchschnittlichen-, Lumaco und Charme mit durchschnittlichen Erträgen. Von den zweijährig geprüften Sorten konnte besonders Bicross (rel. 106 %) überzeugen. Auch die erstmals geprüften Sorten Tiesto (rel. 105 %) und Tributo (rel. 106 %) erzielten erfreuliche Erträge. Ebenfalls im ersten Prüfjahr standen Bonjour und Toristo. Beide erreichten leicht unterdurchschnittliche Erträge im ersten Versuchsjahr.
Rohproteingehalte geringer als im Vorjahr
Für die Verwendung als Futtermittel ist der Rohproteingehalt ein wichtiger Qualitätsparameter. Häufig gibt es eine negative Korrelation zwischen Rohproteingehalt und Kornertrag. Dies bedeutet, dass bei hohen Erträgen die Rohproteingehalte meist niedriger ausfallen. So ist es auch wenig überraschend, dass die diesjährigen Rohproteingehalte mit 8,9 % (Mittel beider Standorte) deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr mit 11,1 %. In beiden Jahren erzielen Charme und DiCaprio die höchsten Eiweißgehalte.
Die Tausendkorngewichte fallen sehr positiv aus. Hier bestätigen Kitesurf und Brehat die hohen Werte aus dem Vorjahr.
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