Milchmarkt: Butterpreise im LEH zurückgenommen

Als sog. „Eckpreisartikel“ des Grundbedarfs hat die Butter im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) eine wichtige Bedeutung. Pro Kopf werden in Deutschland jährlich etwa 24 Päckchen (250 g) konsumiert. Dementsprechend handelt es sich um einen Artikel, bei dem die Verbraucher genau auf den Preis schauen. Folglich nutzt der LEH Spielräume bei der Preisgestaltung, um Kunden in den Laden zu locken und Marktanteile hinzuzugewinnen. Ab sofort bietet der Discounter-Riese Lidl seine Markenbutter im Preiseinstiegsegment für nur noch 1,79 Euro/Päckchen an. Das sind immerhin 20 Cent weniger als zuvor (1,99 Euro). Bei der Bio-Butter wurde der Preis sogar um 50 Cent von 3,49 Euro kräftig auf 2,99 Euro gesenkt. Damit ist eine neue Preissenkungsrunde eröffnet, denn die Konkurrenz schläft nicht, wie man sagt, sondern wird die Butterpreise ihrerseits ebenso senken.

Auch im Großhandel an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse ist der Preis für Deutsche Markenbutter, lose im 25 kg Block, zuletzt auf ca. 5,80 Euro/kg gefallen. Noch bis in den Juli hinein bewegte sich der Preis auf einem Rekordniveau von 7,40 Euro/kg. Indessen stellt sich die Frage nach den Gründen des plötzlichen Preisverfalls. Lidl rechtfertigt seine Preispolitik mit sinkenden Rohstoffpreisen. Eine zunehmende Milchmenge in der EU und auch in Nord- und Südamerika sowie in Neuseeland führt zu einer Ausweitung des Angebots. Zudem enthält die Milch häufig mehr Fett, wie berichtet wird. Dies führte dazu, dass mehr Milch in die Butterproduktion gelenkt wurde und die Lagerbestände bei einer schwächeren Nachfrage am Weltmarkt größer werden. An den Spotmärkten für Rohmilch, Sahne, Blockbutter und Käse sind die Preise folglich gefallen. Falls in nächster Zeit keine Trendwende einsetzt, dürften auch die Erzeugerpreise für Milch auf Molkereiebene zurückgenommen werden.

Darstellung der Butterpreise über über drei Jahre hinweg
Abb.: Butterpreise 2022-2024
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