Maisanbau 2026: Sortenwahl und Frühbezug

Während Sortenwahl und Saatgutbestellung für die Maisaussaat früher traditionell im Januar begannen, hat sich inzwischen regional unterschiedlich ein deutlicher Trend zu früheren Maissaatgutbestellungen in der Praxis etabliert. Wer sich das Maissaatgut für die Aussaat 2026 frühzeitig sichern möchte, sollte bei der Entscheidung die offiziellen Versuchsergebnisse nicht außer Acht lassen. Die Landessortenversuche sind eine wichtige, objektive Entscheidungshilfe bei der Sortenwahl für den Praxisanbau.

Sortenunterschiede bei der Kaufentscheidung beachten

Reifer Maiskolben an einer Maispflanze
Auch bei der Sortenwahl 2026 sollte auf empfohlene Sorten gesetzt werden. Ein Blick auf die Vorjahresergebnisse kann hier hilfreich sein.

In Abhängigkeit vom Bestelltermin werden bei der Maissaatgutbestellung Frühbezugsrabatte eingeräumt. Der Preis allein sollte allerdings nicht kaufentscheidend sein, denn Sortenunterschiede im Hinblick auf Ertrag, Abreifeverhalten, Energie- oder Stärkekonzentration können sich gravierend auf den Anbauerfolg und damit auch auf die Kosten auswirken.

Um das genetische Leistungspotential einer Sorte vollständig zu nutzen und eine sichere Ausreife zu gewährleisten, muss bei Mais auf eine an die natürlichen Klima- und Standortgegebenheiten sowie eine an den Verwertungszweck angepasste Sortenwahl geachtet werden. Zudem ist aufgrund der sich verändernden Klimaeinflüsse eine gezieltere und nutzungsspezifische Sortenwahl von großer Bedeutung. Der Züchtungsfortschritt ist ein wichtiger Baustein, um Erträge zu sichern und Ressourcen zu schonen.

Landessortenversuche zur sicheren Sorteneinschätzung

Die Ergebnisse der diesjährigen Versuche können erst nach der entsprechenden Versuchsauswertung- und -verrechnung in die Sortenempfehlung einfließen. Hierbei ist zu beachten, dass die Aufbereitung der Silomaisproben, die Ermittlung der Futterqualität im Labor, die Datenauswertung sowie die mehrjährige Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse einige Zeit in Anspruch nehmen. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse direkt im Anschluss an die Ernte kann somit nicht realisiert werden. Die Ergebnisse werden durch die Fachinformation Pflanzenbau des LLH zeitnah nach der Auswertung veröffentlicht.

Sortenwahl: Worauf achten?

Insbesondere auf leichten Böden müssen die Maispflanzen häufig mit wenig Wasser zurechtkommen und haben dadurch mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Bei unangepasster Sortenwahl ist aber nicht nur auf solchen Standorten mit ökonomischen Nachteilen zu rechnen. Neben Ertrag und Qualität ist auch die Abreife ein wichtiger Parameter für die Sortenwahl. Heute sind bei den Maissorten weit stärkere Unterschiede im Wuchs- und Abreifetyp zu erkennen als noch vor einigen Jahren. Bei Sorten mit dem sogenannten „Stay-green“-Effekt bleibt die Restpflanze länger grün. Somit können diese Sorten durch eine erhöhte Nutzungselastizität das Ertrags- und Qualitätsrisiko auf sommertrockenen Standorten verringern. Auch Sorten, die in Kolben und Restpflanze synchron abreifen, können vorteilhaft für Trockenstandorte sein. Man erkennt sie an der identischen Silo- und Körnerreifezahl. Diese Sorten liefern bei sicherer Reife und rechtzeitiger Ernte gute Qualitäten. Sorten mit schneller Restpflanzenabreife und gleichzeitig deutlich späterer Körnerreife (kleinere Silo- und größere Körnerreifezahl) eignen sich hingegen nicht für Trockenstandorte. Bei Trockenstress ist mit rascher Verstrohung zu rechnen, während der Stärkegehalt in den Körnern noch relativ niedrig ist. Das Erntezeitfenster ist bei diesen Sorten daher relativ schmal und die Nutzungselastizität deutlich eingeschränkt. Solche Dry Down Typen haben hingegen Vorteile, wenn es sich um Standorte mit schwierigen Abreifebedingungen handelt.

Empfehlungen für Maissorten aus den LSV bis 2024

Die Sortenempfehlungen für die Aussaat 2025 basieren auf den Ergebnissen der Landessortenversuche bis 2024.

Im Silomais wurde eine Empfehlung dann ausgesprochen, wenn in bestimmten wertbestimmenden Merkmalen (Ertrag, Qualität) überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt wurden und andere agronomische Eigenschaften der Sorte dem nicht widersprachen. Auch wenn in den Versuchen einige der neuen Sorten mit sehr guten Ergebnissen überzeugten, wurden keine vorzeitigen Empfehlungen nach nur einem Prüfjahr ausgesprochen. In den Folgejahren müssen diese Sorten erst beweisen, ob sie weiterhin stabile Leistungen erbringen können. Sorten, die drei Jahre in Folge überdurchschnittliche Leistungen erbracht haben, bekamen eine Empfehlung. Sie zeichnen sich neben guten Leistungen in den geprüften Ertrags- und Qualitätsparametern, zusätzlich durch eine stabile Leistung aus. Auch Sorten, die zwei Jahre gute Ergebnisse erzielten, können vorläufig empfohlen werden.

Mittelfrühe Körnermais-Sorten werden in Hessen seit 2022 auf einem Standort bei Groß-Umstadt geprüft. Das Sortiment wird mit Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern abgestimmt, damit eine überregionale Auswertung erfolgen kann. Diese Vorgehensweise ermöglicht trotz begrenzter Versuchskapazitäten eine belastbare Sortenempfehlung.

Zu den Ergebnissen der LSV Mais und den Sortenempfehlungen

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