Ergebnisse der hessischen Haupterwerbsbetriebe, konventionell, WJ 2024/25

– außer Futterbaubetriebe alle mit Gewinnrückgängen-

Die in der hessischen Regionalstatistik ausgewerteten 265 konventionell wirtschaftenden Haupterwerbsbetriebe erzielen im WJ 2024/25 einen durchschnittlichen Unternehmensgewinn von 98.771 €. Alle Haupterwerbsbetriebe insgesamt konnten somit Ihren Gewinn ggü. dem Vorjahr um ca. 15 % steigern. Bei näherer Betrachtung wird das Gesamtergebnis allerdings von den beiden Gruppen mit den höchsten Gewinnen Futterbau- und Veredlungsbetriebe maßgeblich beeinflusst. Das um Investitionszulagen sowie zeitraumfremde Einflüsse bereinigte „ordentliche Ergebnis“ steigt um 18,7 % von 81.945 € auf 97.238 €.

Der Gewinn je nichtentlohnter Arbeitskraft (in der Regel die familieneigenen Arbeitskräfte) steigt um 7 % von 61.457 € auf 65.950 €. Dieser Wert liegt im WJ 2024/25 über dem gewerblichen Vergleichslohn in Höhe von 47.612 €, der in den letzten 5 Jahren um 28% zunahm.

Um die Leistungsfähigkeit der Betriebe zu beurteilen, ist die zeitraumechte und bereinigte Eigenkapitalbildung von großer Bedeutung. In den letzten fünf WJ konnte durchschnittlich 18.459 € Eigenkapital gebildet werden, nachdem die Eigenkapitalbildung im WJ 2023/24 auf 11.714 € fiel und im WJ 2024/25 wieder um 5.009 € zulegte. Damit einhergehend steigt auch wieder die Investitionsbereitschaft bei den Bruttoinvestitionen von 71.843 € auf 89.766 € um 25% und bei den Nettoinvestitionen um 64 % von 15.228 € auf 25.017 €. 2/3 dieses Wertes bei den Nettoinvestitionen werden für Maschinen und technische Anlagen getätigt. Die bewirtschaftete Fläche (ha LF) der ausgewerteten Betriebe liegt mit 133,78 ha 3,63 ha über dem Vorjahreswert. Auch der Viehbesatz liegt mit 103,3 VE/100 ha LF 9,3 % über dem Vorjahreswert von 94,5 VE/100 ha LF. Sowohl bei den Rinder- als auch bei den Schweinehaltern sind die Bestände vergrößert worden.

Tabelle: Gewinn je Unternehmen in €  

Allgemeine AusrichtungWJ 2023/2024WJ 2024/2025Veränderung
Ackerbau (77 Betriebe)76.91157.606-25,1 %
Futterbau (101 Betriebe)81.659136.515+67,2 %
Veredlung (24 Betriebe)161.704137.173-15,2 %
Verbund (63 Betriebe)79.91373.944-7,5 %
Insgesamt (265 Betriebe)85.84998.771+15,1 %

Höhere Erträge überwiegen höhere Aufwendungen

Die betrieblichen Erträge verbessern sich um 13,1 % von 475.828 € auf 538.063 €. Geringere Erlöse in der Pflanzenproduktion zeigen sich hauptsächlich bei Zuckerrüben aufgrund 37 % geringerer Preise bei gleichzeitig 7,6 % niedrigeren Erträgen. Etwas abgemildert wird dieser Erlösrückgang durch den Rapsanbau, der mit stabilen Preisen und höherem Flächenanteil an der Ackerfläche 8,1 % höhere Erlöse erzielt. Ebenso profitieren können die Kartoffeln aufgrund 15,5 % höheren Erträgen.

Die Umsatzerlöse in der Tierhaltung verringern sich auf 64 % der gesamten Umsatzerlöse in Höhe von 471.039 € (Vorjahr 69 %). Insgesamt können sich diese aber um 62.991 € verbessern. Davon sind 46.200 € allein auf die Erlössteigerung bei der Milch zurückzuführen. Bei fast unverändert hoher Milchleistung wird mit 54,08 Cent/kg ein Preisniveau erreicht, das dem des Rekordjahres 2022/23 nahekommt (56,43 Cent/kg). Die tendenziell weiter zurückgehenden Mastscheine- und Ferkelpreise werden im WJ 2024/25 durch größere Schweinebestände ausgeglichen, so dass der Schweinebereich ein Plus von 8.403 € Umsatzerlös ggü. dem Vorjahr erzielt.

Auf Seite der gesamten betrieblichen Aufwendungen haben die Betriebe im WJ 2024/25 47.378 € mehr zu bewältigen. Im Bereich der Pflanzenproduktion verursacht der Kostenblock Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutz einen Mehraufwand von 5.480 €, im Bereich Tierproduktion für Tierzukäufe, Tierarzt und Besamung, Futtermittel einen Mehraufwand von 15.242 €, wobei Futtermittel mit 71.706 € die höchsten Aufwendungen darstellen. Hinzu kommt ein erheblicher Anstieg beim Personalaufwand um ca. 30 %. Bei den Kosten für Betriebsversicherungen ist z.B.im Vergleich mit dem WJ 2020/21 4.702 € Mehraufwand zu verzeichnen, was einer Erhöhung um 37 % entspricht.

Zulagen und Zuschüsse steigen

Bei einer LF von 133,78 ha liegen Zulagen und Zuschüsse mit insgesamt 45.619 € leicht über dem Vorjahreswert von 42.559 €. Bezogen auf die betrieblichen Erträge haben Zulagen und Zuschüsse einen Anteil von 8,4 %, bezogen auf den Gewinn einen Anteil von 46,2 %.

Futterbaubetriebe als einzige Betriebsform mit hohen Gewinnen

101 ausgewertete Futterbaubetriebe erreichen mit 136.515 € einen Gewinnanstieg von 67,2 %, liegen aber mit geringem Abstand unter den Ergebnissen der Veredlungsbetriebe mit 137.173 € und dies, obwohl die Veredlungsbetriebe ggü. dem Vorjahr mit 24.531 € weniger Gewinn auskommen. Erneut liegen die Ackerbaubetriebe aufgrund eines weiteren Gewinnrückgangs um 25,1 % dauerhaft hinter allen anderen Betriebsformen.

Einkommensdisparität weiterhin enorm

Der Unternehmensgewinn in den „erfolgreichen Betrieben“ (oberstes Viertel) beträgt 226.661 €. Diese erzielen so das 2,29-fache des Durchschnitts aller Betriebe. Dagegen verzeichnen die „weniger erfolgreichen Betriebe“ (unterstes Viertel) einen Verlust von 586 € und haben die Verlustzone etwas verkleinert (Vorjahr -3.188 €).

Mit 170,75 ha bewirtschaften die 25 % erfolgreichen Betriebe nicht nur deutlich mehr LF (+27 %) als der Durchschnitt. Auch ihr Viehbesatz liegt mit 128,8 VE/ 100 ha LF ca. 25 % höher, hauptsächlich aufgrund eines mehr als doppelt so hohen Bestandes an Milchkühen (78,8 zu 34,6 St.).

Entwicklungstendenzen im laufenden Wirtschaftsjahr 2025/26

Bewegten sich die Milchpreise in den Sommermonaten 2025 noch klar auf einem Niveau von mehr als 50 Cent/kg, fielen Sie zuletzt mit leicht sinkender Tendenz aufgrund gestiegener Milchmengen unterhalb der 50 Cent-Marke. Stärkere Rückgänge ggü. dem Vorjahr zeigen z.B. die Ferkel- als auch Mastschweinepreise mit Auszahlungsrückgängen für Schweinefleisch von 30 Cent/kg. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die seit Mai 2025 stetig fallenden Preise für Getreide und Raps. Auf Seite der Aufwendungen sind wiederum steigende Preistendenzen für Düngemittel festzustellen. Die derzeitigen Entwicklungen lassen keinen Schluss auf eine Besserung der Erlös- und Kostensituation zu. Hinweis: Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Betriebsmittel werden erhoben im Erfassungssystem AgriPanel. Weitere Informationen finden Sie im Marktportal des LLH.

Tabelle: Ursachen der Gewinnänderung – Erträge und Aufwendungen in € / Betrieb

Nr.KennwertWJ 2023/24WJ 2024/25Veränd. abs.Veränd. (%)
1030Landwirtschaftlich genutzte Fläche (ha)130,15133,783,632,8
4000Betriebliche Erträge insgesamt475.828538.06362.23513,1
4010Umsatzerlöse insg.411.795471.03959.24414,4
4100Umsatzerlöse Pfanzenprod insg.109.716104.616-5.100-4,6
4112Getreide52.84149.365-3.476-6,6
4125Raps20.17321.8061.6338,1
4130Kartoffeln3.7748.2944.520119,7
4140Zuckerrrüben18.7428.294-10.448-55,7
4150Feldgemüse5.9876.2883015,0
4200Umsatzerlöse Tierproduktion insg.282.295345.28662.99122,3
4220Rinder38.13444.0145.88015,4
4230Milch121.560167.76046.20038,0
4240Schweine99.825108.2288.4038,4
4260Geflügel18.74219.5327904,2
4300Umsatzerlöse Dauerkulturen, Obst, Wein260134-126-48,5
4500Sonstige betriebliche Erträge insg.65.72668.6292.9034,4
4510dar. Zulagen und Zuschüsse insg.42.55945.6193.0607,2
4530   davon Zins- und Investzuschüsse390268-122-31,4
4560            Agrardieselerstattung3.7742.809-965-25,6
4655            EU-Direktzahlungen30.45532.5092.0546,7
4680            Ausgleichszulage2.7333.34561222,4
4690            Zahlungen umweltger. Erzeugung4.4255.4851.06024,0
4900dar. zeitraumfremde Erträge9.63110.1675365,6
5000Betriebliche Aufwendungen insg.384.463431.84247.37912,3
5100Materialaufwand insg.231.927261.27229.34512,7
5111Saat-Pflanzgut11.32313.9132.59022,9
5112Düngemittel18.74221.4052.66314,2
5113Pflanzenschutz16.26916.8565873,6
5211Tierzukäufe48.41651.6393.2236,7
5280Futtermittel62.73271.7068.97414,3
5291Tierarzt und Besamung8.46011.5053.04536,0
5351Heizmaterial, Strom, Wasser10.41211.5051.09310,5
5355Treib- und Schmierstoffe23.94824.7498013,3
5500Personalaufwand17.96123.2785.31729,6
5600Abschreibungen51.93056.4554.5258,7
5700Sonst. betriebl. Aufwend. insg.82.64590.8378.1929,9
5710dar. Unterhaltung27.85230.9033.05111,0
5730       Betriebsversicherungen14.57717.2582.68118,4
5741       Pacht- und Mietaufwand20.56423.0102.44611,9
5770       Zeitraumfremder Aufwand2.21326.76724.5541109,8
9000Gewinn85.84998.77112.92215,1

Tabelle: Ergebnisse der hessischen Regionalstatistik

 Gewinn in €EK-Veränderung in € je Einzelunternehmen (bereinigt um priv. Vermögensumschichtung)
je ha LFje nAK 1)je Unternehmen
2023/242024/252023/242024/252023/242024/252023/242024/25
AckerbauE1.144802172.239119.979196.744151.54783.09525.125
M54941163.19044.64276.91157.60625.769701
W4-19-10.752-2.697509-2.4014.104-27.960
FutterbauE1.0761.444131.520178.944192.434279.49240.77382.659
M6401.04553.74787.63881.659136.51525533.047
W-97273-5.23916.000-9.71123.067-28.428-15.221
VeredlungE2.1782.279182.073218.330267.286294.39260.61497.668
M1.6611.367113.76198.816161.704137.17336.79833.728
W811-5335.958-2.42546.640-3.82322.138-41.015
Verbund1.228901125.856105.039193.565170.19826.16553.244
M60651454.86244.70279.91373.9443.8233.740
W-50-136-4390-13863-5177-16574-19.956-25.559
InsgesamtE1.3061.327150.282153.792204.928226.66155.23672.910
M55073861.45765.95085.84998.77111.71416.723
W-30-5-2.414-1.130-3.188-586-12.646-25.398

1) nAK – nichtentlohnte Arbeitskräfte – nur die nichtentlohnten Familienarbeitskräfte plus evtl. nichtentlohnte Fremdarbeitskräfte

5-Jahres-Gewinnverlauf der hessischen Haupterwerbsbetriebe (konventionell)
5-Jahres-Gewinnverlauf der hessischen Haupterwerbsbetriebe (konventionell)

Quelle: Buchführungsergebnisse landwirtschaftlicher Betriebe in Hessen – WJ 2023/24 und 2024/25

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