Ergebnisse der hessischen Ackerbau-Haupterwerbsbetriebe WJ 2024/25
Ackerbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2024/25 mit stärkstem Gewinnrückgang im Vergleich mit übrigen Betriebsformen
Die in der hessischen Regionalstatistik ausgewerteten 77 Ackerbau-Haupterwerbsbetriebe setzen sich aus 52 Betrieben der Gruppe Acker-Getreide, 9 Betrieben Acker-Hackfrucht und 16 Betrieben Acker-Gemischt zusammen. Durchschnittlich erzielen diese Betriebe einen Unternehmensgewinn von 57.606 €, was einen Rückgang von 25,1 % bedeutet. Im Vergleich der Betriebsformen liegt der Ackerbau damit weiterhin auf dem letzten Platz.Nachdem die Gewinne im WJ 2017/18 auf einen Tiefstand von 38.617 € gefallen waren, erholten sie sich in den darauffolgenden Jahren und erreichten im WJ 2022/23 mit 89.909 € einen Spitzenwert nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Nun ist aufgrund der Ergebnisse der WJ 23/24 und 24/25 eine deutlich fallende Tendenz festzustellen. Mit 130.149 € erzielen die Acker-Hackfruchtbetriebe den höchsten Unternehmensgewinn, danach folgen die Acker-Gemischtbetriebe mit 56.955 € und die Acker-Getreidebetriebe mit 45.250 €.
Die im WJ 2024/25 ausgewerteten Ackerbaubetriebe bleiben bei der Anbaufläche in Höhe von 140,11 ha (LF) auf fast identischem Niveau ggü. dem Vorjahr von 140,05 ha LF. Der Getreideanteil an der Ackerfläche sinkt deutlich von rund 78 auf 72 ha LF. Allerdings zeigen die Getreideerträge und- Erlöse ggü. dem Vorjahr nur geringe Differenzen. Insgesamt sind die Gesamterlöse aus der Getreideerzeugung um 8,7 % aufgrund geringerer Anbaufläche auf 94.854 € gefallen.
Wegen der guten Vorjahresergebnisse wurde der Rapsanteil an der Ackerfläche auf 17,1 % erweitert bei gleichzeitig 6,1 % geringeren Erträgen auf 35,2 dt/ha, während die Verkaufspreise mit 47,1 €/dt stabil bleiben. Der Rapserlös pro Betrieb kann dadurch insgesamt leicht zulegen von 32.071 € auf 34.327 €.
Die Zuckerüben können bei Erträgen und Erlösen nicht an die sehr guten Vorjahresergebnisse anknüpfen. Die Hektar-Erträge verlieren mit 790 dt/ha knapp 9 % im Vorjahresvergleich, die Verkaufspreise mit 4,0 €/dt gehen um 38,0 % zurück. Hinzu kommt, dass die Anbaufläche von 6,8 % auf 5,5 % der Ackerfläche (AF) abnimmt. Durch das Zusammenwirken dieser Faktoren werden 25.200 € geringere Umsatzerlöse erwirtschaftet (-54,2%). Kompensiert wird dies zu einem Teil durch die erweiterte Kartoffelanbaufläche von 1,0 auf 2,4 % der AF sowie die Ertragssteigerung von knapp 380 auf 432 dt/ha. Dadurch wird der Umsatzerlös bei den Kartoffeln mehr als verdoppelt von 11.624 € auf 28.022 €/Betrieb. Die Zulagen und Zuschüsse steigen von 278 auf 296 €/ha (+6,5%), was den Anteil an den betrieblichen Erträgen auf 12,3 % erhöht, bzw. 72% des erzielten Gewinnes ausmacht. Die betrieblichen Aufwendungen je ha LF liegen 8% über dem Wert des WJ 23/24. Der Kostenblock Saatgut/PSM/ Düngemittel erreicht dabei 29 % der betrieblichen Aufwendungen, wobei der Saatgutaufwand die stärkste Kostensteigerung von 39 % zeigt.
Unterschiede zwischen erfolgreichen und dem Durchschnitt aller Ackerbaubetriebe
- Die erfolgreichen Ackerbaubetriebe (die sog. 25% E-Betriebe) erzielen mit 151.547€ einen 2,63-fach höheren Gewinn als der Gesamtdurchschnitt.
- Sie bewirtschaften mit 188,91ha LF ca. 34% mehr Fläche als der Durchschnitt.
- Die E-Betriebe verlagerten die Anbaufläche von geringerem Zuckerrübenanteil zu mehr Kartoffelanbaufläche bei 18% besseren Erträgen (510,4 zu 432,1 dt/ha).
- Die Umsatzerlöse beim Getreide liegen bei den E-Betrieben 53% über dem Durchschnitt.
- Der Personalaufwand der E-Betriebe ist deutlich geringer als beim Durchschnitt (67 € zu 123 €/ha LF).
- Insgesamt ergibt sich für die E-Betriebe folgendes Bild: Bei 21% höherem betrieblichen Aufwand erzielen sie dennoch 45% höhere betriebliche Erträge (486.254 € zu 333.237 €/Betrieb).
Ausgewählte Kennzahlen hessischer Haupterwerbs-Ackerbaubetriebe
n.v.=nicht verfügbar


