Grünland: Hinweise zur N-Düngung 2026
In der letzten Februarwoche hat sich die Großwetterlage hin zu zweistelligen Tagestemperaturen mit durchgehend trockener, weitgehend sonniger Witterung entwickelt. Hiermit hat auch die Vegetation merklich eingesetzt. Die wassergesättigten Grünlandböden trocknen nun oberflächlich ab und auf den meisten Standorten kann die organische Düngung mit Gülle oder Gärresten erfolgen.
Wo geplant, kann dann in den nächsten Wochen eine mineralische (Ergänzungs-) Düngung durchgeführt werden.
Stickstoffdüngeempfehlung 2026
- Bei der N-Düngung zum ersten Aufwuchs sollten schwefelhaltige Stickstoffdünger bevorzugt werden. Gülle enthält zwar auch Schwefel (ca. 10 % des N-Gehalts), dieser ist jedoch organisch gebunden und deshalb zum ersten Aufwuchs kaum pflanzenverfügbar.
- Kontrolle des N/S-Verhältnisses der Futteranalysen aus dem letzten Jahr lässt Rückschlüsse auf S-Versorgung zu:
< 12 : 1 => gute S-Versorgung
> 15 : 1 => S-Mangel - Orientierungswert für intensive Schnittnutzung:
ca. 15 bis 20 kg/ha mineralischer Schwefel zum ersten Aufwuchs - Mit 3,0 dt Sulfan (24/6) werden 72 kg N und 18 kg Schwefel gedüngt.
- Mit 1,7 dt Piamon (33/12) bringt man 56 kg N und 20 kg Schwefel aus.
- Bei 2,0 dt ASS (26/13) werden 52 kg N und 26 kg Schwefel ausgebracht.
Bei der letzten Variante liegt die Schwefelmenge etwas über dem Orientierungswert. - Kalkzehrung der mineralischen N+S-Dünger berücksichtigen
Im Folgenden ist eine beispielhafte Stickstoffdüngeempfehlung für Dauergrünland dargestellt.
Wichtig: Diese Empfehlung ersetzt nicht die individuelle Verpflichtung zur Ermittlung des Düngebedarfs!
Beispiele für Grünlandstandorte mit 3-, 4- und 5-Schnittnutzung:
| Gesamt-ertrag in dt/ha TM | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | Bedarf nach | ||
| Nutzung | Nutzung | Nutzung | Nutzung | Nutzung | Summe | DüV | ||
| kg N/ha | kg N/ha | kg N/ha | kg N/ha | kg N/ha | kg N/ha | kg N/ha | ||
| 3 Schnitte | 15 % XP | 80 | 70 | 40 | 30 | – | – | 140 | 145 |
| 4 Schnitte | 16 % XP | 90 | 100 | 50 | 40 | – | – | 190 | 200 |
| 5 Schnitte | 17,5 % XP | 110 | 110 | 60 | 40 | 30 | – | 240 | 265 |
Bei den o.g. Zahlen für den Bedarf nach DüV wurden jeweils 15 kg N/ha für die Nachlieferung aus organischer Düngung im Vorjahr, ein Leguminosenanteil von 5–10 % sowie < 8 % organische Substanz im Boden berücksichtigt. Die Erträge und XP-Gehalte entsprechen den Durchschnittswerten nach DüV.
Die vorgenommene Aufteilung der Einzelgaben ist nicht als Standardschema zu verstehen, sondern dient der beispielhaften Orientierung. Werden z.B. für die 1. Nutzung (bei 4-Schnitt-Nutzung) 100 kg N/ha angestrebt und wurden bereits 20 m³/ha Rindergülle (3,6 kg Nges/m³, 2,2 kg NH4-N/m³) ausgebracht, so bestünde ein N-Ergänzungsdüngungsbedarf von (100 – 20 x 2,2 =) 56 kg N/ha. Dieser könnte z.B. mit 1,7 dt/ha Piamon gedeckt werden (siehe Beispiel in der Tabelle unter 1.).
Erfolgte zusätzlich eine Herbstdüngung nach dem letzten Schnitt, so ist der damit ausgebrachte, verfügbare Stickstoff im Folgejahr anzurechnen (hier nicht berücksichtigt).
Bei der Bemessung der Höhe der N-Düngung ist es sinnvoll, auch die Silageanalysen aus den Vorjahren anzuschauen. Bei Rohproteingehalten zwischen 15 und 18 % kann man in der Regel von einer bedarfsgerechten N-Düngung ausgehen. Bei Werten außerhalb der Zielwerte kann die Düngung angepasst werden, dabei muss aber der maximale N-Bedarf nach DüV beachtet werden. Weiterhin ist die sogenannt 170 N-Grenze zu beachten.
Dieser Beitrag stammt aus der kostenpflichtigen Beratungsinfo Grünland/Futterbau.
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