Naturdämmstoffe am Landwirtschaftszentrum Eichhof anschaulich erleben

Am Landwirtschaftszentrum Eichhof können Besucherinnen und Besucher die Vielfalt von Naturdämmstoffen direkt vor Ort erkunden. Die neu errichtete Exponate-Wand zeigt zehn Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, darunter Holzfaser, Schilf, Stroh, Hanf und Hanfjute, Flachs, Schafwolle, Recyclingkork-Granulat, Seegras und Zellulose. Die Ausstellung ermöglicht einen direkten Vergleich ihrer Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten.

Die Dämmstoffwand ist frei zugänglich und kann ganzjährig besichtigt werden.

Eigenschaften von Naturdämmstoffen

Beidseitig begehbare Ausstellungswand mit Dämmstoff-Exponaten vor dem Schloss Eichhof. Auf dieser Seite werden die Materialien Zellulose, Seegras, Recyclingkork-Granulat, Schafswolle und Flachs gezeigt, jeweils mit kurzen Informationen zu Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten.
Dämmstoff-Exponate-Wand (Rückseite)

Naturdämmstoffe verbinden Umweltschutz, ein angenehmes Raumklima und gute bauphysikalische Eigenschaften. Sie sind kapillaraktiv und diffusionsoffen. Das bedeutet: Sie können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Dadurch werden Feuchtespitzen ausgeglichen und das Raumklima stabilisiert.

Dank ihrer hohen Wärmespeicherfähigkeit schützen sie im Sommer wirksam vor Überhitzung der Innenräume.

In der Klimabilanz schneiden Naturdämmstoffe häufig besser ab als konventionelle, insbesondere petrochemische Dämmstoffe. Gründe dafür sind die Bindung von CO₂ während des Pflanzenwachstums sowie oft kurze Transportwege durch regionale Verfügbarkeit. Viele Produkte sind zudem biologisch abbaubar, recyclingfähig oder umweltgerecht entsorgbar.

Preisliche Einordnung

Ein direkter Preisvergleich mit konventionellen Dämmstoffen ist nur bedingt aussagekräftig. Zwar sind Naturdämmstoffe beim reinen Materialpreis häufig teurer, weisen jedoch – produktabhängig – einen erhöhten sommerlichen Wärmeschutz auf, der mit einer geringeren Aufheizung von Innenräumen verbunden ist, tragen zur Feuchtepufferung im Innenraum bei und besitzen eine günstigere Umweltbilanz durch die Speicherung biogenen Kohlenstoffs.

Fachgerechter Einbau

Auch Naturdämmstoffe müssen sorgfältig geplant und fachgerecht eingebaut werden. Besonders wichtig sind der Schutz vor Feuchtigkeit sowie eine luftdichte und lückenlose Ausführung der Gebäudehülle und der Anschlüsse. Dämmstoffe – unabhängig von ihrer Art – dürfen nicht dauerhaft feucht werden, da sie sonst ihre Dämmwirkung verlieren. Außerdem sollten Fugen und Anschlüsse dicht und ohne Lücken ausgeführt werden, da sonst Wärmeverluste sowie Feuchte- und Schimmelprobleme entstehen können.

Wichtig ist dabei: Luftdichtheit bedeutet nicht, dass ein Gebäude „abgeschlossen“ ist. Feuchtigkeit kann weiterhin über geeignete Materialien und Bauteile abgeführt werden.

Die Einhaltung der gesetzlichen Brandschutzanforderungen ist ebenfalls zwingend erforderlich. Deren konkrete Ausgestaltung richtet sich insbesondere nach dem verwendeten Baustoff, der Bauweise, der Gebäudeklasse sowie der jeweiligen Einbausituation des Dämmstoffs.

Einsatzbereiche von Naturdämmstoffen

Rückseite einer beidseitig begehbaren Ausstellungswand mit Dämmstoff-Exponaten. Präsentiert werden Holzfaser, Schilf, Stroh, Hanf und Hanfjute, jeweils mit kurzen Informationen zu Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten.
Dämmstoff-Exponate-Wand (Vorderseite)

Naturdämmstoffe finden vielfältige Anwendungen im Bauwesen, vom Keller bis zum Dach. Sie eignen sich für die Dämmung von Wänden, Dächern sowie Geschossdecken. Auch als Trittschalldämmung sowie in Nischen und Laibungen kommen sie zum Einsatz. Je nach Einsatzbereich sind Naturdämmstoffe für den Innen- und Außenbereich erhältlich und in unterschiedlichen Formen verfügbar, etwa als Platten, Matten oder als lose Einblasdämmung. Dadurch lassen sich Bauteile bedarfsgerecht dämmen.

Wärmedämmverbundsysteme auf Basis nachwachsender Rohstoffe können die Feuchteentwicklung an der Fassadenoberfläche reduzieren und so unter bestimmten Bedingungen das Risiko von Algenbildung verringern.

Mit Ausnahme weniger Bereiche, wie erdberührten oder stark spritzwasserbelasteten Bauteilen, stellen Naturdämmstoffe eine leistungsfähige, sichere und nachhaltige Alternative zu konventionellen Dämmstoffen dar.

Bedeutung am Markt

Naturdämmstoffe machen derzeit rund 10 % des Dämmstoffmarktes in Deutschland aus. Der größte Marktanteil entfällt weiterhin auf mineralische und petrochemische Dämmstoffe. Innerhalb der Naturdämmstoffe zählen Holzfaser- und Zellulosedämmungen zu den am häufigsten verwendeten Materialien. Gleichzeitig gewinnen nachhaltige Dämmstoffe zunehmend an Bedeutung und haben das Potenzial, sich langfristig von einer Nischenlösung zu einem festen Bestandteil des klimafreundlichen Bauens zu entwickeln.


Die Dämmstoff-Exponate Wand wurde aus Mitteln des Kapitels 0901 „Fachberatung Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen“ des Landes Hessen finanziert.


Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier:
Bauen und Sanieren mit Naturbaustoffen

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Natascha
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Schlossstraße 1
36251 Bad Hersfeld
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