Erntezeitpunkt Ackerfutter

Je nach Gräserart und Mischungspartner unterscheidet sich der optimale Erntezeitpunkt im Ackerfutterbau. Zudem spielt die Frage der weiteren Nutzung (mehrjähriges Feldfutter oder Vorfrucht für Silomais) eine Rolle. Im Folgenden werden die wichtigsten Feldfutter kurz beschrieben.
Welsches Weidelgras
Es kann mehrjährig und/oder als Vorfrucht für Silomais genutzt werden. Hier ist der hohe N-Bedarf und die frühe Erntereife (i. d. R. ca. 2 Wochen vor dem Dauergrünland unter vergleichbaren Standortbedingungen) zu beachten. Optimale NDF-Gehalte erzielt das Welsche Weidelgras im Entwicklungsstadium zu Beginn des Ährenschiebens, wenn die Blattscheide des Fahnenblattes sich erkennbar verlängert hat. Dann werden ca. 35 % NDF (22 % Rohfaser) erreicht. Die Bestände haben dann häufig eine Wuchshöhe von ca. 60 cm erreicht. Anschließend erfolgt zwar noch ein weiterer Massezuwachs, allerdings altert der Aufwuchs rasch, was sich v. a. in niedrigeren Energiegehalten niederschlägt.

Deutsches Weidelgras
Als ertragsstarkes Untergras kann es mehrjährig genutzt werden. Je nach Sortenzusammensetzung kann die Ernte mit der des Dauergrünlands zusammenfallen. Soll das Ackerfutter mit dem Dauergrünland-Aufwuchs gemeinsam siliert werden, ist Folgendes zu beachten:
• Dt. Weidelgras-Ackerfutter hat i. d. R. einen höheren TM-Ertrag/ha –> längere Anwelkzeit
• der Blattanteil im Ackerfutter ist höher als im Dauergrünland –> längere Anwelkzeit
• unterschiedliche Trockenmassen des Ernteguts führen zu Schichtenbildung im Fahrsilo
Landsberger Gemenge
Die Mischung aus Welschem Weidelgras, Inkarnatklee und Zottelwicke benötigt eine geringere N-Düngung gegenüber der Reinsaat von Welschem Weidelgras. Um das Ertragspotenzial auszuschöpfen, kann man sich beim Erntezeitpunkt am Blühbeginn des Inkarnatklee orientieren. Das erhöht den Rohproteingehalt und Massezuwachs. Die Leguminosen benötigen für das Wachstum (Funktion der Knöllchenbakterien) höhere Bodentemperaturen. Das Welsche Weidelgras befindet sich zum optimalen Erntetermin dann bereits im Ährenschieben. Eine Zweitnutzung im Frühjahr ist nur bedingt sinnvoll, da die Leguminosen der Mischung nicht nachwachsen.

Kleegras
Mischungen setzen sich meist aus Rotklee und Welschem, Deutschem und/oder Bastard-Weidelgras zusammen. Hier orientiert sich der Erntezeitpunkt am Weidelgras (Beginn Ährenschiebens). Bei ausreichender Wasserversorgung können hier ähnlich den Reinsaaten von Weidelgras 4 bis 6 Schnitte pro Jahr durchgeführt werden.
Rotklee
Er sollte vor der Blüte geerntet werden. Mit Beginn der Blüte sterben die ersten Blätter ab und der Futterwert sinkt stark. Zu beachten ist hier die möglichst blattschonende Ernte sowie die Zugabe eines geeigneten Siliermittels aufgrund der hohen Rohproteingehalte (Puffersubstanz).


