Inklusion säen – Vielfalt ernten
Ein Jahr Inklusionsberatung für landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe
Seit dem 1. März 2025 bietet der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) gemeinsam mit dem Integrationsamt des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV) eine speziell auf Landwirtschaft und Gartenbau zugeschnittene Inklusionsberatung an. Nach einem Jahr lässt sich eine erste Bilanz ziehen: Das Angebot wird zunehmend genutzt. Erste Betriebe konnten bereits erfolgreich Förderungen beantragen und so Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen.
Die Grundidee der Beratung ist praxisnah: Betriebe werden dabei unterstützt, inklusive Strukturen aufzubauen oder weiterzuentwickeln. Der LLH übernimmt die Rolle des „Förderlotsen“, klärt Bedarfe, zeigt Fördermöglichkeiten auf und begleitet die Umsetzung im Betriebsalltag.
Was umfasst die Inklusionsberatung?
Die Beratung wird individuell auf den jeweiligen Betrieb abgestimmt und kann unter anderem folgende Bereiche umfassen:
- Begleitung bei Beschäftigung, Ausbildung und Weiterbeschäftigung von Menschen mit (Schwer-)Behinderung
- Beratung zur barrierefreien Gestaltung und Anpassung von Arbeitsplätzen
- Unterstützung bei der Beantragung und Nutzung von Förderprogrammen
- Schrittweise Begleitung von der ersten Idee bis zur Umsetzung vor Ort
Erste Erfahrungen aus der Praxis
Die bisherigen Rückmeldungen zeigen, dass viele Betriebe zunächst organisatorische oder finanzielle Fragen haben. Hier setzt die Beratung an: Sie hilft, Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und konkrete Schritte zu planen. In mehreren Fällen konnten so passende Lösungen gefunden werden, etwa durch angepasste Arbeitsplätze oder begleitete Ausbildungsverhältnisse.
Warum sich eine Auseinandersetzung mit dem Thema lohnt
Inklusion kann Betriebe langfristig stärken. Sie eröffnet zusätzliche Möglichkeiten der Fachkräftesicherung, erhält wertvolles Wissen im Betrieb und kann die Zusammenarbeit im Team positiv beeinflussen.
Hinzu kommt: Der Großteil von Behinderungen entsteht im Laufe des Lebens, häufig durch Krankheit oder Unfall. Damit ist das Thema für nahezu jeden Betrieb relevant – sei es im Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden oder mit Blick auf die eigene Zukunft.
Fazit nach einem Jahr
Die Inklusionsberatung hat sich als unterstützendes Instrument etabliert, um Betriebe bei einem komplexen Thema praxisnah zu begleiten. Erste Beispiele zeigen, dass mit passender Unterstützung tragfähige Lösungen entstehen können – sowohl für Betriebe als auch für Menschen mit Behinderung.
Betriebe, die sich mit dem Thema beschäftigen oder konkrete Fragen haben, können das Angebot nutzen, um ihre individuellen Möglichkeiten auszuloten und nächste Schritte zu entwickeln.
Haben Sie Fragen zum neuen Beratungsangebot oder wollen Sie einen persönlichen Termin vereinbaren, wenden Sie sich unsere Fachberaterin für Inklusion Annkatrin Stieglitz (siehe Kontaktebox).
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